BEZIRKSGERICHT: «Er ist wie ein Sack vom Dach gefallen»

Auf einer Baustelle stürzte 2008 ein Arbeiter in die Tiefe. Am Mittwoch musste sein Chef vor Gericht erscheinen.

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Arbeiter auf einem Dach. (Symbolbild Beat Blättler/Neue LZ)

Arbeiter auf einem Dach. (Symbolbild Beat Blättler/Neue LZ)

Der Unfall ereignete sich im Februar 2008 in einer Innerschwyzer Gemeinde. Ein Holzbearbeitungsbetrieb baute damals eine eigene Werkhalle um.

Für diese Arbeiten stellte der Firmenchef vorübergehend auch einen 35 Jahre alten Zimmermann aus einem Nachbarkanton an. Dieser Temporärarbeiter musste auf einem Eternitdach hantieren und stürzte dabei fünfeinhalb Meter in die Tiefe. Der Arbeiter verletzte sich schwer, er erlitt einen Schädelbruch und Hirnverletzungen, Rippenbrüche und Lungenverletzungen. Der nicht arbeitsfähige Mann lebt derzeit in einem Haus für Hirngeschädigte.

Nicht gesichert
Sein damaliger Chef stand als Angeklagter vor den Schwyzer Bezirksrichtern. Er habe nicht dafür gesorgt, dass sich sein Arbeiter auf dem Dach sichere. Dabei wäre bei Arbeiten in dieser Höhe eine Absturzsicherung zwingend vom Gesetz vorgeschrieben, sagte die Anklägerin des Bezirksamts Schwyz. Die Anklägerin verlangte eine Verurteilung wegen Körperverletzung und Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde.

Der Angeklagte hingegen forderte einen Freispruch. «Er ist wie ein Sack vom Dach gefallen, hat später ein Zeuge ausgesagt», so der Verteidiger. Er verwies auf die Möglichkeit, der Zimmermann sei auf dem Dach ohnmächtig geworden. Immerhin sei der Mann am Unfalltag erkältet gewesen und habe sich schlecht gefühlt. Und im Rucksack des Unfallopfers seien Medikamente gefunden worden.

Das Urteil steht noch aus.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.