BEZIRKSGERICHT SCHWYZ: Abgestimmt oder sich nur erleichtert?

2005 sorgte eine Einbürgerung an der Schwyzer Gemeindeversammlung für Schlagzeilen. Der Fall wurde vor Gericht aufgerollt.

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(Symbolbild Urs Hanhart/Neue UZ)

(Symbolbild Urs Hanhart/Neue UZ)

Der Schwyzer Gemeinderat hatte zwar an jenem 27. April 2005 das Einbürgerungsgesuch eines betagten türkischen Ehepaars zur Ablehnung empfohlen. Eingebürgert wurde das Paar damals aber trotzdem. Und zwar denkbar knapp mit 71 zu 70 Stimmen.

Zuvor war bei zwei Abstimmungen im offenen Handmehr kein Resultat auszumachen gewesen. Worauf es zu einer Auszählung bei zwei Saaltüren des Schwyzer MythenForums kam.

Stimmenzählerin war eine Nachbarin gewesen
Durch die Tür der Ja-Stimmenden verliess damals auch der nicht eingebürgerte Sohn der beiden Gesuchsteller den Saal und wurde so mitgezählt. Dafür verklagte ihn gestern das Schwyzer Bezirksamt vor dem Bezirksgericht wegen Wahlfälschung.

«Ich ging davon aus, dass ich nicht mitgezählt werde», sagte er den Richtern. Er sei nur rausgegangen, um auf die Toilette zu gehen. «Ich dachte, die Leute, die zählen, kennen mich und wissen, dass ich nicht stimmberechtigt bin.» Immerhin sei eine der Stimmenzählerinnen eine Nachbarin gewesen.

Das damals falsche Abstimmungsresultat wurde inzwischen vom kantonalen Verwaltungsgericht aufgehoben, die Einbürgerung ist jetzt wieder ungültig.

Zwei weitere Delikte wurden verhandelt
Der Türke stand gestern allerdings auch wegen zwei anderen Delikten vor Gericht. Das Bezirksamt warf ihm einen Verstoss gegen die Umwelt-Gesetzgebung vor. Denn ein Zeuge hatte beobachtet, wie der Angeklagte ebenfalls im Frühjahr 2005 beim Wolfsprung in Brunnen nachts einen Kehrichtsack in hohem Bogen in den Vierwaldstättersee warf.

Und im Herbst 2006 soll er fahrlässig eine Feuersbrunst verursacht haben. Damals hatte er versucht, mit Überbrückungskabeln das Auto seines Bruders wieder in Gang zu bringen. Er brachte allerdings die Kabel zwischen dem BMW seines Vaters und dem Chrysler des Bruders falsch an. So floss Strom vom Pluspunkt der Batterie des defekten Autos an einen Kabelstrang an der Karosseriemasse des BMW. Vom Angeklagten unbemerkt erhitzte sich der Kabelstrang, es kam zu einem Funkensprung und Kurzschluss. Minuten später brannte der vom Angeklagten wieder in die Tiefgarage gebrachte BMW.

Der Ankläger verlangte eine Geldbusse von 40 Tagessätzen zu 110 Franken und eine Busse von 400 Franken. Das Urteil der Bezirksrichter steht noch aus.

Bert Schnüriger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.