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BEZIRKSRAT: «Parteizugehörigkeit spielt auf kommunaler Ebene keine Rolle»

Mit René Hunziker hat die SVP erstmals den Sprung in die Küssnachter Exekutive geschafft. Im Interview erklärt der 41-Jährige, wieso dies keinen Rechtsrutsch im Bezirksrat bedeutet – und wann er eine hitzige Diskussion für angebracht hält.
Niels Jost
René Hunziker, Designierter Bezirksrat, SVP: «Der Bürger ist mein Chef, seine Interessen will ich umsetzen.» (Bild: PD)

René Hunziker, Designierter Bezirksrat, SVP: «Der Bürger ist mein Chef, seine Interessen will ich umsetzen.» (Bild: PD)

Sportliches T-Shirt, Sonnenbrille und ein entspanntes Lächeln. Der lockere Auftritt von René Hunziker am Interviewtermin lässt es bereits erahnen: Der 41-jährige, dreifache Familienvater aus Immensee freut sich über seinen Erfolg bei den Bezirksratswahlen vom vergangenen Sonntag.

Mit einem beachtlichen Resultat ist Hunziker in die Küssnachter Exekutive gewählt worden – als erster SVP-Vertreter überhaupt. Hunziker stand auf den Listen der FDP und CVP und holte 2100 Stimmen. Das sind nur 3 weniger als der Bisherige Emil Gnos (CVP). Das beste Ergebnis erzielte Armin Tresch, ebenfalls CVP, mit 2236 Stimmen. Ab Juli wird die SVP mit René Hunziker also erstmals seit der Parteigründung vor 21 Jahren im Bezirksrat vertreten sein.

René Hunziker, Sie sind erst seit kurzem politisch aktiv: Vor zwei Jahren traten Sie der Einbürgerungsbehörde und gleichzeitig der SVP sowie deren Geschäftsleitung bei. Was bedeutet es für Sie, als Bezirksrat gewählt zu sein?

Das ist eine grosse Herausforderung für mich. Mit dem Exekutivamt betrete ich Neuland, wovor ich durchaus Respekt habe. Aber ich freue mich sehr, bringe Führungserfahrung mit und möchte mich aktiv einbringen.

Was wollen Sie als Bezirksrat bewirken?

Ich möchte langfristige Strategien für unseren Bezirk mitentwickeln und auch umsetzen. Diese Weitsicht fehlt mir heute bei gewissen Projekten. Um das zu erreichen, scheue ich wenn nötig auch engagierte Diskussionen mit meinen sechs künftigen Amtskollegen nicht. Wichtig ist, dass wir fair und sachlich miteinander argumentieren, um gemeinsam die bestmögliche Lösung realisieren zu können.

Welche Rolle spielt dabei Ihre Partei, die SVP?

Sie wird auf das Alltagsgeschäft kaum einen Einfluss haben. Mir ist klar, dass die SVP gerade auf nationaler Ebene polarisieren kann. Die Parteizugehörigkeit spielt auf kommunaler Ebene aber keine grosse Rolle.

Trotzdem dürften Sie gerade wegen Ihrer Parteizugehörigkeit gewählt worden sein – mit entsprechenden Erwartungen.

Natürlich, ich teile ja auch die SVP-Grundwerte wie das Christliche, die Familie oder die Heimatverbundenheit. Unser Ziel ist es, lösungsorientierte Politik zu betreiben; die Sache steht im Vordergrund. Das habe ich der Parteileitung und den Mitgliedern auch von Beginn weg so mitgeteilt – und stiess mit dieser Haltung durchs Band auf Zustimmung.

Sie sind der erste Bezirksrat der SVP in Küssnacht. Ist das auch mit einem gewissen Druck verbunden?

Ich persönlich spüre keinen Druck. Für die SVP ist meine Wahl aber sicher ein ganz grosser Schritt. Es wird von der Partei und von mir erwartet, dass wir Küssnacht aktiv mitgestalten. Dafür werde ich mein Bestes geben. Der Bürger ist mein Chef, seine Interessen will ich umsetzen.

Sie werden aller Voraussicht nach das Ressort Infrastruktur übernehmen. Welches werden Ihre grössten Projekte sein?

Die Planung der flankierenden Massnahmen der Südumfahrung im Dorfzentrum von Küssnacht stehen an. Hier würde ich mir zunächst einen Überblick verschaffen. Allenfalls gäbe es noch Verbesserungspotenzial bei gewissen Massnahmen. Zudem hatten wir in den letzten Jahren sehr viele Personalwechsel im Werkhof. Hier möchte ich Ruhe und Kontinuität in die Organisation reinbringen.

Sie arbeiten derzeit als Chief Operating Officer (COO) bei einem international tätigen Unternehmen im Bereich Vakuumkühltechnologie. Sie haben drei Kinder im Schulalter, sind Ehrenmitglied im Turnverein Küssnacht. Finden Sie überhaupt noch Zeit für die Arbeit als Bezirksrat?

Ja. Ich habe viele meiner freiwilligen Engagements in den letzten Jahren weitergeben können, etwa das Präsidium des Offiziersvereins Innerschwyz. Und im Turnverein leite ich beispielsweise nur noch sporadisch den Nachwuchs. Zudem werde ich beruflich künftig auf 80 Prozent reduzieren. Naturgemäss bringe ich aber viel Energie mit und würde mich als Macher bezeichnen.

Interview: Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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