BIBER: 3 Biber leben in Zug, Luzern und Schwyz

In der Schweiz leben rund 1600 Biber. Nur eine geringe Zahl davon besiedelt die Kantone Zug, Luzern und Schwyz. Doch schon bald könnte es in der Zentralschweiz keine Biber mehr geben.

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Die Biber mögens nass. (Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Biber mögens nass. (Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

Nach der Wiederansiedlung vor 50 Jahren leben heute rund 1600 Biber in der Schweiz. Davon sind höchstens drei Biber in Zug, Luzern und Schwyz angesiedelt. Dies zeigt eine Auswertung einer im 2008 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU durchgeführten nationalen Bestandeserhebung.

Es lauern Gefahren
In Zug ist nicht sicher, ob es überhaupt noch einen Biber gibt. Zwar bestehen Spuren und Hinweise von einem Biber an der Biber im Grenzgebiet mit dem Kanton Schwyz. «Wenn es sich wirklich nur um ein Einzeltier handelt, wird auch diese Besiedlung wohl bald erlöschen», heisst es im Bericht. 1993 teilte der Kanton Zug mit dem Kanton Zürich noch ein Biberrevier einer Familie. Dieses Biberrevier sowie die restliche Sihl seien heute nicht mehr besiedelt.

Im Kanton Schwyz sieht die Lage nicht viel besser aus. 1993 gab es keine Biber in Schwyz. Heute lebt ein Tier an der Biber im Hochmoor von Rotenthurm. Das Problem: Der Kanton Schwyz ist für den Biber nur sehr schwer über drei Routen besiedelbar - über die Sihl, über den Vierwaldstätter- und über den Zürichsee. Vor allem die Route über die Sihl bringt viele Gefahren mit sich.

Auch in Luzern gibt es heute nur noch einen Biber. Zwar gab es vor zirka 30 Jahren einige Nachweise von Fortpflanzung. 1993 waren aber alle Bibervorkommen verschwunden. 2001 gab es dann die ersten Biberbeobachtungen an der Reuss. Jedoch wurde in den letzten Jahren ein Tier von einem Zug erfasst und ein Biber von einem Auto überfahren.

Biber versus Mensch
Wie lange es die Biber in der Zentralschweiz aufgrund der verschiedenen Bedrohnungen noch geben wird, ist nicht bekannt. Was man weiss, ist, dass das Tier durchaus etwas für die Natur tut. Der Biber gestaltet den Gewässerraum, indem er gräbt und baut. Damit schafft er Lebensraum für andere Tiere und trägt zur Förderung der Artenvielfalt bei. Er gerät aber auch in Konflikt mit den Nutzungsansprüchen des Menschen.

Als Folge von Biberaktivitäten können Felder überschwemmt werden oder Schäden an gewässerbaulichen Infrastrukturen auftreten. Wie solche Schäden vermieden werden können, wird in der neu erschienenen Publikation ebenso erörtert, wie die Frage nach dem zukünftigen Schutz des Bibers und der weiteren Vernetzung und Aufwertung seiner Lebensräume.

pd/rem/sab