BIENEN: Mehrere Bienenvölker sind von Sauerbrut befallen

Im Gebiet rund um Muotathal sind mehrere Fälle von Sauerbrut aufgetaucht. Dies zeigen Kontrollen in einem Sperrgebiet, nachdem ein Fall gemeldet wurde.

Irene Infanger
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Im Gebiet bei Muotathal sind mehrere Fälle einer Bienenkrankheit aufgetaucht. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Im Gebiet bei Muotathal sind mehrere Fälle einer Bienenkrankheit aufgetaucht. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

In einem Bienenstand im Ried/Muotathal ist die Sauerbrut ausgebrochen. Das betroffene Bienenvolk musste mittels eines Schwefelgases getötet werden. Die restlichen Völker des Bienenstandes wurden einer Kontrolle unterzogen, ob auch sie von der Krankheit betroffen sind. Da es sich bei der Sauerbrut um eine ansteckende Krankheit handelt, die zu grossen Völkerverlusten führen kann, hat das Veterinäramt der Urkantone ein Sperrgebiet erlassen (siehe Box). Eine entsprechende Allgemeinverfügung ist im heutigen Amtsblatt publiziert. Das Sperrgebiet hat einen Radius von einem Kilometer, dazu zählen Teile der Gemeinden Illgau und Muotathal. In dieses Sperrgebiet fallen Bienenstände von sechs Imkern.

Alle Völker kontrolliert

«Alle Völker in diesem Sperrgebiet müssen nun kontrolliert werden. Diese Arbeiten sind praktisch durch», erklärte Toni Linggi, stellvertretender Kantonstierarzt der Urkantone, gestern auf Anfrage. Bei den sechs betroffenen Imkern war noch die Kontrolle von einem Imker ausstehend. Die bisherigen Kontrollen ergaben jedoch Unerfreuliches: An zwei weiteren Orten wurde die Krankheit nachgewiesen. «In letzter Zeit haben wir wieder eine Zunahme gehabt.» Im Jahr 2012 wurden in den Urkantonen 9 Fälle der Sauerbrut und 2 Fälle der Faulbrut, einer ähnlichen Bienenkrankheit, festgestellt. Bei den gut 2539 Bienenvölkern im Kanton Schwyz wurden letztes Jahr drei Krankheitsfälle gezählt. «Gesamtschweizerisch gesehen liegen wir, dank den Anstrengungen, die wir in den letzten Jahren unternommen haben, gut drin. Trotzdem haben wir leider wieder einen Anstieg verzeichnet», erläutert der stellvertretende Kantonstierarzt.

Nachkontrollen notwendig

Das Sperrgebiet müsse wegen der zusätzlichen Sauerbrutfälle nicht erweitert werden. Es ist jedoch möglich, dass mit den eingesandten Laborproben weitere Fälle von Sauerbrut nachgewiesen werden, die von Auge nicht sichtbar waren. «Es ist auch sehr wichtig, Nachkontrollen zu machen.» Wenn sich die Krankheit im Anfangsstadium befinde, sehe man dem Volk unter Umständen noch nichts an. Die Sperrmassnahmen werden deshalb erst aufgehoben, wenn «die Vernichtung der erkrankten und verdächtigen Völker 60 Tage zurückliegt und weder die Nachkontrolle des befallenen Standes noch die Kontrollen im Sperrgebiet einen neuen Verdacht erbracht haben».

Welche Folgen hat die Sauerbrut?

Bei der Sauerbrut handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung der Bienenbrut. Gemäss Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Die Krankheit führt jedoch dazu, dass die Maden absterben und sich gelblich bis schwarz-braun verfärben. Sie verkommen zu einer breiigen bis wässrig-körnigen Masse. Der Geruch der Sauerbrut ist unangenehm, aber unterschiedlich und ähnelt dem Geruch von Käse oder Fussschweiss und ist teils säuerlich.

Gemäss Toni Linggi können Imker ihre Tiere nicht vor dieser Krankheit schützen. «Man kann das Risiko vielleicht etwas minimieren, aber schliesslich ist eine Ansteckung auch vom Zufall abhängig», erklärt Linggi. Dies sei wie bei einer Grippe. Es sei auch nicht so, dass die Imker schuld seien. Die Sauerbrut könne auch bei gut geführten Bienenständen vorkommen. «Die Bienen vermischen sich ausserhalb ihres Baus. Und gerade bei kranken oder geschwächten Tieren kann es vorkommen, dass sie ins falsche Heim fliegen», so Toni Linggi.

Die Sauerbrut ist für den Menschen ungefährlich. Der geerntete Honig eines betroffenen Bienenstandes darf jedoch weder als Futter für Bienen verwendet noch verkauft werden.