Bistum Chur wehrt sich gegen TV-Sendung

«Zuschauermanipulation», so der Vorwurf aus dem Bistum Chur. Die «Rundschau» habe in ihrem Bericht über Bischof Huonder bewusst Fakten weggelassen. SRF weist die Vorwürfe zurück.

Jérôme Martinu
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Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, bei einem Treffen mit Anhängern der Pfarrei-Initiative im Januar. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, bei einem Treffen mit Anhängern der Pfarrei-Initiative im Januar. (Bild: Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das für die Zentralschweizer Kantone Schwyz, Uri, Nid- und Obwalden zuständige Bistum Chur übt scharfe Kritik an der TV-Sendung «Rundschau» von SRF. Der rund 11-minütige Beitrag über Bischof Vitus Huonder in der Sendung vom Mittwochabend sei ein Fall von «Demagogie und Zuschauermanipulation», heisst es in einer Medienmitteilung vom Karfreitag. Das Bistum Chur kritisiert unter anderem die folgenden Punkte:

  • Die «Rundschau» setze bewusst die Falschmeldung in Umlauf, der Bischof von Chur werde wegen seines Führungsstils nach Rom gerufen. In Wahrheit gehe es um die negativen Auswirkungen der Pfarrei-Initiative, und in diesem Kontext seien «alle drei von der Initiative betroffenen Bischöfe von der Glaubenskongregation nach Rom gerufen» worden. In der Tat hatte die «Neue Luzerner Zeitung» über diese Tatsache bereits am 23. März exklusiv berichtet.
  • Der TV-Beitrag unterstelle Huonder einen einsamen Kampf gegen die Pfarrei-Initiative, obwohl die Bischöfe im Dezember 2012 in einer gemeinsamen Stellungnahme die Reformforderungen kritisiert hatten.
  • Die «Rundschau» verschweige zudem, dass die Bistümer Basel und St. Gallen stark von der Initiative betroffen seien. «Damit zeigt gerade diese Initiative, dass es nicht um einen Konflikt geht, der mit der Person eines bestimmten Bischofs zusammenhängt», heisst es in der Mitteilung.

SRF weist Vorwürfe zurück

Die «Rundschau» weist die Vorwürfe des Bistums dezidiert zurück. SRF-Mediensprecher Marco Meroni sagt auf Anfrage: «Der Bericht setzt sich mit der zurzeit angespannten Situation im Bistum Chur auseinander, und selbstverständlich kommen in der Reportage Bischofsanhänger und auch Bischofskritiker zu Wort.» Den Fokus habe man auf Bischof Huonder gelegt, weil dieser gegenüber den Initianten der Bewegung am wenigsten Gesprächsbereitschaft signalisiert habe.

«Wir erwarten vom Schweizer Fernsehen eine öffentliche Entschuldigung und Präzisierung», sagt indes der bischöfliche Mediensprecher Giuseppe Gracia.

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