Blütenpracht und reiche Ernte

Vor gut 15 Jahren hat sich Helen Wolf einen Wunsch erfüllt und einen Bauerngarten angelegt. Genuss und Nutzen arbeiten darin Hand in Hand.

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Helen Wolf in ihrem Bauerngarten in Giswil, den sie nach biologischen Grundsätzen bestellt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Helen Wolf in ihrem Bauerngarten in Giswil, den sie nach biologischen Grundsätzen bestellt. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Wenn Helen Wolf von Haus und Garten spricht, steht ihr die Freude ins Gesicht geschrieben. Ganz besonders schwärmt sie von ihrem Bauerngarten in Giswil, wo farbenprächtige Blumen, Salate und viele Sorten Gemüse wachsen und gedeihen.

Ein Traum wird wahr

Im Jahr 1992 wurde Helen Wolfs Elternhaus, das «Haus im Juch», restauriert. Seither steht das bäuerliche Wohnhaus als Kulturobjekt von regionaler Bedeutung unter Denkmalschutz. Das ausnehmend stattliche Bauernhaus aus dem frühen 17. Jahrhundert fällt auf durch seine reich befensterte Giebelfront, der ein viergeteilter barocker Bauerngarten vorgelagert ist.

Durch den Umbau wurde man beim Amt für Kultur- und Denkmalpflege des Kantons Obwalden auf diesen barocken Garten aufmerksam. Von einem schönen Bauerngarten geträumt hatte Helen Wolf schon lange. Eine durch das Amt vermittelte Expertin vom Freilichtmuseum Ballenberg sah sich den Garten an und bekräftigte Helen Wolf in ihrer Idee, einen Bauerngarten nach den vorgegebenen Normen anzulegen.
Die rein klassische Form eines barocken Bauerngartens sind vier quadratisch angelegte Beete, ein Kreuzweg, und in der Mitte ein Rondell. Diese Elemente werden alle mit Buchs umrandet. Im Rondell selber können ein Brunnen oder eine Kräuterspirale angelegt, eine Statue aufgestellt oder Hochstammrosen gepflanzt werden.
Helen Wolf hat sich für ein Rosenbäumchen entschieden. Viel Arbeit hatte sie mit dem Setzen der schier unendlich vielen Buchsstecklinge. In der Zwischenzeit sind diese zu einer attraktiven Unterteilung und Dekoration herangewachsen.

Aktiv sein und geniessen

Nach dem eigens für sie erstellten Plan hat Helen Wolf ihren Garten gestaltet und bepflanzt. Seit da gilt ihr morgendlicher erster Blick aus dem Fenster dem Garten. «Dann sehe ich immer wieder ein Pflänzchen hervorschauen», freut sie sich jedes Mal. Im Juch wachsen die vielfältigsten Blumen in Hülle und Fülle, alles schön geordnet. «Kräuter habe ich nur wenige, ich möchte lieber viel Gemüse ernten», betont Helen Wolf.

So finden sich im Gemüsegarten zarte Bohnen und Salate, Fenchel, Kohlrabi, Lauch und Zwiebeln und im Ziergarten vor allem die sogenannten Bauerngartenpflanzen, zu welchen auch die leuchtenden Sommerblumen gehören. Im Bauerngarten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Helen Wolf ist begeistert, dass Bauerngärten sich so verschieden präsentieren, und schwärmt: «Jeder Garten ist schön anzuschauen».

Helen und Alfred Wolf führen einen Bio-Bauernbetrieb, und so ist es selbstverständlich, dass auch der Bauerngarten biologisch bestellt wird. «Unkrautvernichter haben im Bioanbau natürlich überhaupt nichts zu suchen», betont Helen Wolf.

«Unkrautvernichter haben im Bioanbau natürlich überhaupt nichts zu suchen.»
Helen Wolf,
Biobäuerin

Monika Barth