Blutroter Schwyzer Dorfbach bleibt mysteriös

Anfang Februar hat sich der Schwyzer Dorfbach blutrot gefärbt. Auch nach einem Monat ist der Grund dafür ungeklärt, wie das kantonale Amt für Umweltschutz am Freitag mitteilte. Allerdings bestehe Handlungsbedarf beim Ableiten von Blut in die Abwasserreinigung.

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Das Amt für Umweltschutz ist auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Um überhaupt eine Beweisaufnahme führen zu können, müssen Meldungen von Privatpersonen zu Verschmutzungen möglichst rasch eingehen. Symbolbild. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Das Amt für Umweltschutz ist auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Um überhaupt eine Beweisaufnahme führen zu können, müssen Meldungen von Privatpersonen zu Verschmutzungen möglichst rasch eingehen. Symbolbild. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Ein Mann hatte am 2. Februar ein Foto des blutroten Dorfbaches gemacht und sie dem Amt für Umweltschutz (AfU) sowie dem «Boten der Urschweiz» zugestellt. Dieser publizierte das Bild am 5. Februar. Aufgrund der früheren Praxis der Metzgereien lag nahe, dass es sich um Blut handelte.

Das AfU ist dem Verdacht nachgegangen. Bei allen Metzgereien konnte laut Medienmitteilung mittels Färbeversuchen belegt werden, dass keine Fehlanschlüsse an den Dorfbach bestehen. Auch sei bei keinem der Betriebe ein Unfall oder ein Fehlverhalten registriert worden. Zudem wurde an besagtem Tag in keiner Metzgerei geschlachtet.

Da weder AfU noch die Umweltpolizei rechtzeitig informiert wurden, konnte auch keine Wasserprobe aus dem Dorfbach entnommen werden. Damit bleibt unklar, ob es sich um Blut handelte und wer dafür verantwortlich ist.

Schlachtabfälle und Blut in der ARA

Die beiden im Einzugsgebiet des Dorfbaches liegenden Grossmetzgereien erfüllen laut AfU technisch gesehen die gängigen Umweltvorschriften. Ob weitere Massnahmen notwendig sind, sei offen.

Handlungsbedarf ortet das Amt für Umweltschutz hingegen bei der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Schwyz. Obwohl die in Frage kommenden Metzgereien seit Jahren über die notwendigen technischen Vorrichtungen verfügen, seien nach wie vor grössere Verschmutzungen mit Blut und Schlachtabfällen zu verzeichnen.

Das Problem sei mit den Betrieben mehrfach besprochen worden, schreibt das AfU. Bis heute sei es aber nicht abschliessend gelöst worden, weshalb weitere Massnahmen zur Diskussion stünden.

sda