BOSTADEL/ATTINGHAUSEN: Einbrecher bittet Opfer um Vergebung

Ein Schwerkrimineller aus Moldawien hat plötzlich ein schlechtes Gewissen. Er schreibt den Opfern einen Brief aus seiner Zelle.

Drucken
Teilen

Der Urner Hans Imholz musste zweimal leer schlucken, als er den Brief durchlas, den ihm ein gewisser A. G.* vor wenigen Tagen hatte zukommen lassen. G. sitzt in der Interkantonalen Strafanstalt Bostadel eine neunjährige Gefängnisstrafe ab. Imholz war eines von G.s Opfern: «Ich habe ein Boot in Gersau. Dort wurde 2003 eingebrochen, worauf ich Anzeige erstattete.» Im Schreiben an Imholz und die anderen Geschädigten entschuldigt sich G. für seine Taten. Dass Imholz nun vom Dieb einen Brief erhielt, löste beim Unternehmer grossen Unmut aus. «Ich habe viele Kollegen, aber von der Sorte G.s muss ich keine haben.» Linard Arquint, Direktor der Strafanstalt Bostadel, äussert sich zum Vorfall folgendermassen: «Falls sich ein Gewaltverbrecher, zum Beispiel ein Vergewaltiger, schriftlich an sein Opfer wenden möchte, würden wir das unterbinden.»

*Name der Redaktin bekannt

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Sonntag in der «Zentralschweiz am Sonntag».