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BOSWIL: Petri Heil als naturnahes Hobby

Forelle, Karpfen, Egli oder Zander – wie fischt man sie? Mit welcher Angeltechnik, wann, wo, wie viele, in welcher Grösse? Der Fischerverein Boswil lud am Schweizerischen Tag der Fischerei zum Schnupperfischen.
Beat Koller vom Verein erklärt den Besuchern, wie beim Fischen vorzugehen ist. (Bild: Maria Schmid (Boswil, 26. August 2017))

Beat Koller vom Verein erklärt den Besuchern, wie beim Fischen vorzugehen ist. (Bild: Maria Schmid (Boswil, 26. August 2017))

Idyllisch, schilfbestanden und seerosenbedeckt liegen sie da, mitten im Wald am Lindenberg: die drei kleinen Feldenmoos-Weiher, welche der 1978 gegründete und von Thomas Guggisberg präsidierte Fischerverein Boswil in Pacht hat und an denen er am Samstag ein öffentliches Schnupperfischen anbot. In den 60er-Jahren wurden hier, nach Jahrzehnten der Torfstecherei, unter Förster Josef Keusch die drei Weiher ausgehoben, die das Gelände entwässern halfen und ein national bedeutsames Amphibienlaichgebiet schufen für Bergmolch, Gras- und Teichfrosch, Erd- und Geburtshelferkröte. Alle diese Informationen kann man einer ausführlichen Schautafel am mittleren Weiher entnehmen, wo der Fischerverein seinen Wald-Stammplatz samt Feuerstelle und Holzlager hat.

Verschiedene Vereinsmitglieder standen für den Schnuppertag bereit, verteilt auf meh­rere Stationen, erklärten, be­antworteten Fragen oder un- ­ter­­­wiesen die Ankömmlinge in der Handhabung der einfachsten Angeltechnik, im Zapfenfischen. Bald säumten interessierte Männer und Buben und ein paar wenige Frauen den Weiher, lernten die Angelrute mit ihrer Laufrolle, der Schnur und dem auf der Wasseroberfläche schwimmenden Zapfen kennen, erprobten das Auswerfen des Hakens, das geduldige Warten und Beobachten, das Ziehen und Wiedereinholen der Angel.

Einsatz für die Umwelt und die Artenvielfalt

Fast magisch zog ein ad hoc aufgestelltes Aquarium an, in welchem sich ein ansehnlicher Schuppenkarpfen, ein kleiner Egli und ein paar Rotaugen und Rotfedern tummelten. «Ich gehöre noch zu den Gründungsmitgliedern», stellte sich Göpf Burkhard vor und begann zu erzählen, wie die Fische wenige Tage zuvor gefangen worden waren, fischschonend ohne Widerhaken, wie dann im korbartigen Käscher oder Feumer unter Wasser die Haken aus ihren Mäulern gelöst wurden, so dass die Fische unverletzt weiter schwammen. «Strenge Fanggesetze bestimmen eh, wie viele Fische einer Art ein Angler pro Tag fangen darf. Ist ein Fisch zu klein oder hat er Schonzeit, muss er vorsichtig wieder ins Wasser zurückgesetzt werden. Darf er behalten werden, wird er mit einem ‹Fischtöter› betäubt und dann mit einem schnellen Kiemenschnitt schmerzlos getötet.» Fischer verstehen sich und werden geschult als Umweltschützer: Sie setzen sich ein für Artenvielfalt in Seen, Flüssen und Bächen, für Revitalisierungsmassnahmen, aber auch «für eine Schweiz ohne Pestizide» oder «sauberes Wasser für alle». Fischen darf nur, wer ­ in kantonal ausgeschriebenen «SaNa-Prüfungen» (Sachkunde-Nachweis) sein Wissen über Fischanatomie, Fischarten, Angeltechniken, den Lebensraum Gewässer und die geltenden Gesetze und Vorschriften belegt hat. Das schweizerische Fischer-Magazin «Petri Heil» ist für alle Fischer eine wichtige Referenz für Termine, Themen und Wissensvermittlung.

Sechs bis sieben verschiedene Angeln zogen auf der Mitte des Waldplatzes die Blicke auf sich – geduldig erklärte Peter Waltenspül die verschiedenen Angeltechniken: das einfache Zapfenfischen für alle möglichen Fischarten und Wassertiefen; das Grundfischen mit auf dem Gewässerboden ausgelegtem Haken; das Spinnfischen, bei dem metallene Köder Beutefischchen nachahmen, um Raubfische anzulocken; das Hegenfischen mit mehreren aufgereihten Haken für Nymphen- und Insektenlarven-Imitationen; die Schleppfischerei im Boot; schliesslich das Fliegenfischen an der Gewässeroberfläche, das eine besonders kunstfertige Wurftechnik verlangt.

40-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr

Der Fischerverein Boswil zählt 86 Mitglieder und ist sehr aktiv, engagiert sich in der Ausbildung der Jungfischer und der Information der Öffentlichkeit, hegt die drei Weiher und pflegt das so­ziale Leben mit Fischessen und Fischerreisen. 2018 feiert er sein 40-jähriges Bestehen.

Dorotea Bitterli

redaktion@zugerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Informationen zur Hobbyfischerei: Schweizerischer Fischerei-Verband www.sfv-fsp.ch, Schweizerisches Kompetenzzentrum Fischerei, www.kompetenzzentrum-fischerei.ch, und das Fischer-Magazin www.petri-heil.ch.

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