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BRUNNEN: Das Echo aus Schwyz hört man sogar in New York

Im Kanton Schwyz gibt es viele Ländlerformationen, die «Echo» im Namen tragen. Das «Echo 106» kennen aber nur wenige. Bekannter ist es im Ausland.
Sandro Portmann
Zurück in die Achtzigerjahre: Hansruedi Schnüriger in seinem Reich. (Bild Corinne Glanzmann)

Zurück in die Achtzigerjahre: Hansruedi Schnüriger in seinem Reich. (Bild Corinne Glanzmann)

Es könnte auch der Keller eines Elektrogeschäfts aus den 80er-Jahren sein. Doch hier, in seinem Studio in Brunnen, verbringt Hansruedi Schnüriger (33) seinen Feierabend und seine Wochenenden, um an neuen Technobeats zu tüfteln. Am Boden stehen mehrere Kartonkisten, gefüllt mit zusammengerollten und losen Kabeln. An der Wand stapeln sich Dutzende Schallplatten und ebenso viele Synthesizer, Echogeräte und andere Gerätschaften, um Musik zu machen. «Die meisten Geräte stammen aus den frühen 80er-Jahren. Viele davon gibt es heute gar nicht mehr», sagt Schnüriger. Seine liebste Errungenschaft ist der Drumcomputer «TR 808». «Fast jedes Gerät hat eine Macke, aber mittlerweile kennen wir auch Leute, die sie wieder reparieren können.» Mit «wir» meint er seinen Bruder Bruno (31). Seit 2008 haben sie sich zu «Echo 106» zusammengetan. Was klingt wie eine urschweizer Ländlerformation, ist laut Definition von Hansruedi Schnüriger elektronische Musik im Stil von Chicago House bis Detroit Techno. «Wir sind da sehr experimentell», sagt er. Ebenso entstand auch der Name Echo 106, wie Schnüriger erklärt: «Es musste ein Name her. Wir schauten auf einen Synthesizer, und da stand ‹Echo›. Und auf dem anderen stand ‹106›. So entstand ‹Echo 106›.»

Nicht ohne Plattenspieler

«In Schwyz kennt uns eigentlich fast niemand», sagt der gelernte Innendekorateur. Umso erfolgreicher ist das Duo international. Ein Jahr nach der Gründung von Echo 106 verschickten die beiden ein Demotape an je ein Label in Chicago, London und in den Niederlanden. «Ein Jahr später schrieb uns das Label Ma­thematics Recording aus Chicago, sie wären interessiert, etwas mit uns herauszugeben», freut sich Hansruedi. So kam 2010 die Compilation «Music From Mathematics» in Vinyl heraus. «Es war für uns umso ehrenvoller, weil Chicago bei der Entstehung des Techno eine entscheidende Rolle spielte», schwärmt Schnüriger. Die erste Platte lenkte dann auch viel Aufmerksamkeit aus der Szene auf das Duo. Die Anerkennung stammte jedoch grösstenteils aus dem Ausland. Auf die erste Platte folgten sieben weitere. Alleine im Jahr 2013 hatten Echo 106 vierzehn Auftritte, darunter auch einen an einem Festival in Dänemark.

Zielpublikum ihrer Musik sind Liebhaber des Technos sowie DJs. Auf jeden Fall brauchen die Käufer einen Plattenspieler, denn ihre Musik gibt es nicht auf CD. «Zum Kauf der aktuellen Platte ‹Infernal Regions› gibt es aber einen Download der Songs für den Computer», hält Schnüriger fest. Immer wieder entdeckt er seine Musik, die von anderen DJs verwendet wird, wie zum Beispiel dem DJ-Duo Cassius aus Frankreich. Das stört ihn aber nicht. Im Gegenteil: «Dann weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.» Das Musikmachen ist für ihn mehr als ein Hobby geworden. Davon leben kann er jedoch nicht. Würde er das wollen? «Klar wäre das ein Traum», sagt er und ergänzt: «Solange wir das machen können, was wir machen wollen und uns nicht verbiegen müssen.»

Neue Möglichkeiten

Nun erhält das Echo auch Anerkennung vom Kanton Schwyz (siehe Box). Hansruedi Schnüriger wurde für ein viermonatiges Stipendium in dem New Yorker Atelier ausgewählt. «Ich freue mich mega. Es ist ein riesen Privileg, mich vier Monate auf die Musik konzentrieren zu können. Und das auch noch in einer Weltstadt wie New York», freut sich Schnüriger. Denn auch New York habe die Geschichte der elektronischen Tanzmusik stark mitgeprägt. Ein Unbekannter ist er dort auf jeden Fall nicht. Denn eine der nächsten Veröffentlichungen wird eine Compilation des renommierten New Yorker Platten-Labels Sequencias sein, auf der auch Echo 106 vertreten sein werden. Mit dem Betreiber des Platten-Labels, Jose Miguel De Frias, steht er in Kontakt. Die Compilation erscheint Anfang 2014. «Jose Miguel wird mein erster Anknüpfpunkt in New York und die ansässige Elektrowelt sein», weiss Schnüriger. Er erhofft sich auch Auftritte in New York. «Als Europäer wird man von amerikanischen Veranstaltern mit schmalerem Budget nicht nach Übersee geflogen, doch wenn man bereits in New York ist, werden sich hierzu ganz neue Möglichkeiten eröffnen.»

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