BRUNNEN: Den Kriminellen auf den Fersen

Ins Sträflingshemd gepackt und fotografiert musste sich gestern so mancher Zuschauer wie Starregisseur Roman Polanski fühlen. Da blieb auch Regierungsrat Lorenz Bösch nicht verschont und wurde als Krimineller mit Bartstoppeln abgetan.

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Selbst Raucher auf offener Strasse konnten sich nicht sicher fühlen: Die Raucherpolizei steckte sie flugs ins mobile Fumoir. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Selbst Raucher auf offener Strasse konnten sich nicht sicher fühlen: Die Raucherpolizei steckte sie flugs ins mobile Fumoir. (Bild Laura Vercellone/Neue SZ)

Der Bartliumzug in Brunnen präsentierte gestern Nachmittag vor einer grossen Zuschauerschar insgesamt 51 Nummern. Rund 1000 Personen haben am diesjährigen Fasnachtsumzug mitgewirkt und oft auch aktuelle Themen auf die Schippe genommen. Auch das diesjährige Motto «Märchenhafte Fasnacht» wurde in zahlreiche Gruppen aufgenommen und umgesetzt. Von kleinen Zwergen mit ihren roten Mützen, zu Rapunzel bis hin zu Robin Hood oder den Musketieren gab es alles zu sehen. Orientalische Stimmung kam schliesslich mit Ali Baba und seinen Räubern auf. 

Sommerstimmung hingegen brachte der Wagen «Märchenhaftes Lido», von dem lauthals die Surfermusik «Surfing USA» ertönte. «Hier fühlt sich jedes Pärchen wie im Märchen», prophezeiten die Mitwirkenden.

Für kreischende Hilferufe sorgte das Treiben der diversen Hexengruppen. So trieben nicht nur die Urmibärg-Häxä ihr Unwesen und steckten hilflose Opfer in Netze, die üblich für Weihnachtsbäume genutzt werden. Auch die «Zwickdröhtler» aus Pfäffikon und die Rossbärg-Häxä aus Goldau jagten den Zuschauern am Strassenrand öfters einen Schrecken ein. 

Jagd nach Berlusconi
«Heute schon eingelocht?» Der Golfer Tiger Woods übte sich bei kühlen Temperaturen an der Brunner Fasnacht beim Golfspielen. Dabei durfte er zwischen drei Löchern, die mit Bildern von schönen Frauen versehen waren, auswählen. Während sich der Golfprofi weiter im Golfen übte, kriegte Silvio Berlusconi, umringt von vollbusigen Frauen, «eins aufs Dach». Aus dem Hinterhalt sprang ihn jeweils ein Unbekannter an und schlug ihm die Nase wund.

Wer sich von den Zuschauern nach dem langen Umzug selber krank fühlte, konnte sich schliesslich noch von den herumwirbelnden Ärzten behandeln lassen und sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Getreu dem Motto: «Lieber Rippe als Grippe».

Irene Infanger/Neue SZ