BRUNNEN: «Ich selber besitze keinen Fernseher»

Veterinär Bruno Winzap wurde von einem Schweizer Fernsehteam begleitet. Der 52-Jährige durfte dabei besondere und beeindruckende Momente erleben.

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Tierarzt Bruno Winzap mit seiner Hündin Rugazs. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)

Tierarzt Bruno Winzap mit seiner Hündin Rugazs. (Bild: Andrea Schelbert / Neue SZ)

«Faszinierend, hoch professionell und beeindruckend»: Mit diesen Worten beschreibt der Brunner Tierarzt Bruno Winzap die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen. Für die Sommerserie «Dahinden am Berg» wurde der 52-jährige Veterinär von einem vierköpfigen Fernsehteam bei seiner Arbeit begleitet. Zu Beginn war Winzap diesem Projekt gegenüber skeptisch eingestellt: «Fernsehen hat für mich aufgrund der aggressiven Boulevard-Sendungen immer einen kritischen, negativen Beigeschmack. Ich habe von Anfang an gesagt, dass es bei mir keine Action gebe, und dass ich keine medienwirksamen oder berufsbeschönigenden Aufnahmen toleriere.

Man habe in der Praxis gemeinsam und ausführlich über dieses Projekt gesprochen. «Ich bin ein grosser Fan von Dokumentationen. Ich habe letztlich zugesagt, stellte jedoch meine Bedingungen. Man musste mir versprechen, die Schwyzer Bevölkerung wohlwollend, anerkennend und respektvoll darzustellen. Ausserdem wünschte ich, dass nicht ich im Mittelpunkt stehen werde, sondern dass die Arbeit von uns Tierärzten authentisch präsentiert wird. Ich glaube, das ist dem Team gelungen.» Er habe die Möglichkeit gehabt, die Sache jederzeit abzubrechen, wenn die Produktion nicht seinen Vorstellungen entsprochen hätte. Das Fernsehteam sei jedoch mit Menschen und Tieren «sehr würdevoll und einfühlsam» umgegangen.

Filmcrew bald vergessen

An insgesamt vier halben Tagen hat das Schweizer Fernsehteam Tierarzt Winzap begleitet. Der erste Beitrag wurde auf der Rigi gedreht. Auch in Muotathal, Bisisthal, Schwyz, Morschach, auf dem Stoos und am Lauerzerberg wurde gefilmt. Winzap erzählt lachend, dass er Sabine Dahinden am ersten Tag mit der Regisseurin Corinne Eisenring verwechselt habe. «Ich besitze keinen Fernseher», erklärt er schmunzelnd. Er gesteht auch, dass er bei den ersten zwei Einsätzen nervös gewesen sei. «Diese Situation war für mich ungewohnt. Dass ich bei meiner Arbeit gefilmt wurde, habe ich aber schon nach kurzer Zeit nicht mehr realisiert.» Bruno Winzap lobt das Fernsehteam. «Das waren sehr kompetente Leute. Sie haben ihre Arbeit professionell gemacht und gut miteinander kommuniziert. Für mich war es ein faszinierendes Erlebnis!»

Unvergesslich für alle Beteiligten bleibt sicher ein Besuch in Morschach. Tierarzt Bruno Winzap wurde um 3.43 Uhr früh zu einem Notfall nach Morschach gerufen. Es gab Komplikationen bei einer Geburt. Die Fernsehequipe hatte sich zu diesem Zeitpunkt in einem Brunner Hotel einquartiert. «Ich habe lange überlegt, ob ich sie anrufen soll. Ich habe mich gefragt, ob ich Stadtmenschen ein solches Ereignis zutrauen kann», erzählt Winzap. Der Tierarzt kontaktierte die Fernsehleute und war überrascht, dass das ganze Team keine 20 Minuten später vor seiner Praxis bereit war. Schon um 4.20 Uhr traf man beim Bauern in Morschach ein. Sabine Dahinden habe «sich ins Zeug gelegt und keine Berührungsängste gezeigt». Sowieso schwärmt der Veterinär von der Schweizer Fernsehfrau. Die Chemie zwischen ihnen habe von Anfang an gestimmt. «Sabine Dahinden geht offen und einfühlsam auf Menschen zu. Sie zeigt dabei grosse Charakterstärke. Ich würde es jedem gönnen, mit ihr zusammenzuarbeiten.»

Der Brunner Tierarzt sagt abschliessend, dass die Erlebnisse mit dem Schweizer Fernsehteam sein Bild von den Medien positiv beeinflusst haben. «Es war für mich eine schöne Erfahrung, und ich hatte Freude. Es ist ein Kapitel in meinem Leben, eine Art Reise, die mir niemand nehmen kann.»

Bruno Winzap ist Teamgeist enorm wichtig. So wird er die Sendung am Freitagabend zusammen mit seinem Praxisteam bei sich zu Hause sehen. Zu diesem Zweck hat er extra einen Fernseher gemietet und seine Arbeitskollegen zum Grillabend eingeladen. «Alle freuen sich darauf.»

Bodenständig und naturverbunden

Auch Sabine Dahinden lobt die Zusammenarbeit mit Bruno Winzap: «Es hat mir grossen Eindruck gemacht, wie ein Tierarzt wie Bruno Winzap arbeitet. Er fährt bei jedem Wetter unwegsame Strecken, muss ganz unterschiedliche Probleme lösen, ist mit Geburt und Sterben konfrontiert und trifft auf die verschiedenartigsten Menschen. Es ist grossartig, zu sehen, wie er das meistert.» Es sei für sie auch sehr schön gewesen, mit den Bauern in der Gegend ins Gespräch zu kommen. «Sie sind bodenständig, sagen, was sie denken, fühlen sich mit der Natur verbunden. Viele von ihnen wissen mehr von der Welt, als die Leute im Mittelland meinen», so Dahinden.

Andrea Schelbert