BRUNNEN: Viele Nüssler am Jubiläum

Rekordverdächtige 69 Maschgeraden nahmen am Jubiläumsnüsseln in Brunnen teil. Die Festwirtschaft achtete darauf, dass kein «Doping» ­herausgegeben wurde.

Simon Betschart
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Na, wie war ich? Ein Hudi erkundigt sich bei Zuschauern nach deren Eindruck. (Bilder Simon Betschart)

Na, wie war ich? Ein Hudi erkundigt sich bei Zuschauern nach deren Eindruck. (Bilder Simon Betschart)

«Ein Bier gerne», verlangte der Maschgrad in der Festbeiz. «Tut mir leid, ‹Doping› ist hier nicht erlaubt», erhielt der verblüffte Maskierte unter dem ­Gelächter seiner Gschpändli von der schlagfertigen Bardame zur Antwort.

Anstrengende Tätigkeit

Obwohl das Nüsseln durchaus anstrengend sein kann – «Doping» brauchte es in der Tat keines, sondern eher Rhythmusgefühl, Tanzbeine und gute Laune. Bekanntlich wird in Brunnen auf den Fussballen genüsselt, im Gegensatz zum «Spicken» in Schwyz, wo die Fersen stärker beansprucht werden. Was ist denn nun anstrengender? «Ich denke, es ist vor allem Gewöhnungssache», erklärt Kurt Küttel, der Präsident der Nüsslergesellschaft Brunnen-Ingenbohl, «auch das Nüsseln in Schwyz kann sicher anstrengend sein», ergänzt er.

Ein vorbeilaufendes Hudi hat da eine etwas andere Meinung und wirft ein: «Das, was die in Schwyz machen, kann man ja kaum als Nüsseln bezeichnen», lacht es.

Rekordverdächtiger Aufmarsch

Auf jeden Fall meinte es der Wettergott gut mit den Brunner Nüsslern: Trotz Kälte schien zwischendurch die Sonne, weshalb über den Nachmittag verteilt zahlreiche Zuschauer dem bunten Treiben zusahen. Mit 69 Nüsslerinnen und Nüsslern konnte Präsident Küttel einen rekordverdächtigen Aufmarsch an Alten Mannen, Hudis, Dominos oder wie sie alle heissen, begrüssen. Das lag wohl nicht nur am Wetter, sondern auch am diesjährigen Jubiläum: Bereits seit 75 Lenzen gibt es die Nüsslergesellschaft.

Nachwuchs am Start

Die grossen Festakte zu Ehren des Jubiläums stehen dann am ersten Februar-Wochenende an. Mit einem Gala-Abend und einem Jubiläumsumzug sowie weiteren Vorführungen und Attraktionen. Das lange Fortbestehen des Vereins verwundert nicht, da auch beim diesjährigen Nüsseln sehr viele junge Maschgraden teilnahmen, wie Präsident Küttel freudig bekannt gab: «Nachwuchsprobleme haben wir glücklicherweise keine, da viele Junge teilnehmen und sich ebenso oft auf den vorderen Plätzen klassieren.»

Bestens in Stimmung

Obwohl die Rangierung nicht ganz nebensächlich ist, steht für die meisten Maschgraden der Spass im Vordergrund – die gute Stimmung war bereits bei der Ansprache des Präsidenten spürbar. Als er noch einige administrative (oder im Maschgraden-Dialekt «arminstrative») Punkte bekannt gab und das Prozedere für den ersten Durchgang erläuterte, rief einer dazwischen: «Jawohl, 1. Gang, Grab Martin, Rothenthurm.» Für diesen Spruch gab es dann in der Festwirtschaft hoffentlich auch eine wohlverdiente Flasche «Doping».

Hinweis

Weitere Bilder vom Jubiläumspreisnüsseln gibt es unter www.schwyzerzeitung.ch/bilder

Bonus: Die Rangliste des Jubiläumspreisnüsselns gibt es auf www.schwyzerzeitung.ch/bonus