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BRUNNEN/KÜSSNACHT: Auch die Fische brauchen einen Doktor

Als junger Student der Veterinärmedizin träumte Ralph Knüsel von Einsätzen in der Serengeti. Heute kümmert sich der Tierarzt leidenschaftlich um Fische. Ein Ortstermin der speziellen Art.
Thomas Heer
Der Tierarzt Ralph Knüsel behandelt die Koi-Fische der Familie Sidler. Bilder: Boris Bürgisser (Küssnacht, 18. Oktober 2016)

Der Tierarzt Ralph Knüsel behandelt die Koi-Fische der Familie Sidler. Bilder: Boris Bürgisser (Küssnacht, 18. Oktober 2016)

Wer hat sie nicht schon gesehen, jene Bilder, aufgenommen auf Trawlern, die zeigen, wie Fische tonnenweise aus dem Meer gehoben und danach fabrikmässig verarbeitet werden. Dies hinterlässt bei vielen Betrachtern ein ungutes Gefühl – der Fisch, als hoch entwickeltes Wirbeltier, degradiert zur Ware.

Dabei kommt und kam dem Fisch gerade bei den Christen eine überragende Rolle zu. So diente das Fischsymbol unter den Mitgliedern dieser Religions­gemeinschaft als Geheimcode, als diese in den Anfangszeiten aufgrund ihres Glaubens konsequent und erbarmungslos verfolgt wurden.

Tumor entfernt und Antibiotikum gespritzt

Weit mehr als einfach nur ein Tier ist der Fisch auch für Josef Dettling. Der 63-Jährige aus Brunnen erzählt von seinen Gefühlen, die in ihm aufkommen, wenn er die Tiere beobachtet: «Das beruhigt und entschleunigt mich.» Dettling liess sich in seinem Garten einen Teich bauen. Darin leben verschiedene Arten, zum Beispiel Schleien, Goldfische, Rotfedern, aber auch Kois, jene farbige Karpfenart, ursprünglich in Japan gezüchtet, die sich mittlerweile auch hierzulande grosser Beliebtheit erfreut.

Wenn Josef Dettling in sein Gewässer blickt, kennt er jedes Tier. Und diese scheinen irgendwie auch zu spüren, dass da oben am Bassinrand einer steht, dem sie vertrauen können. Schliesslich ist es Dettling, der seine Fische täglich füttert und dafür sorgt, dass es ihnen an nichts fehlt. Das ist auch der Grund, weshalb der Anwalt zweimal pro Jahr den Tierarzt zu sich bestellt. Dieser Veterinär heisst Ralph Knüsel. Sein Spezialgebiet: die medizinische Behandlung von ­Fischen. Ursprünglich wollte der Luzerner als Wildtierarzt in Afrika arbeiten, später dann in einem Zoo tätig sein. Er sagt: «Nach Abschluss des Studiums gab es in diesem Bereich aber einfach keine offenen Stellen.» Bereits seine Dissertation deutete darauf hin, in welche Richtung der Berufsweg des Veterinärs dereinst führen wird. In der Doktorarbeit befasste sich Knüsel nämlich mit meldepflichtigen viralen Fischseuchen bei Forellen.

Auf Dettlings Grundstück angekommen, hantiert Knüsel schon bald mit einem Feumer. Im Teich jagt er einen Goldfisch. Diese Art zeigt eine erhöhte Anfälligkeit für Nierenzysten und Hauttumore. Auch das Tier, das Knüsel soeben gefangen hat, weist eine Auffälligkeit an einem Nasenflügel auf. Der Tierarzt diagnostiziert einen Tumor. Nachdem der Fisch in einem Becken betäubt und ruhiggestellt wurde, entfernt ihm der Veterinär das Geschwür. Knüsel sagt: «Das ist nicht lebensbedrohend, solange der Tumor nicht nach innen wächst.» Danach desinfiziert er die Wunde und versieht diese mit einem wasserabstossenden Pflaster. Zum Schluss wird dem Fisch ein Vitaminpräparat sowie ein Antibiotikum gespritzt.

Auf seinen Visiten fokussiert sich Knüsel routinemässig auf folgende Punkte: möglicher Parasitenbefall bei den Fischen, Anzeichen von bakteriellen und viralen Erkrankungen, die wichtigsten Wasserwerte wie pH- oder Sauerstoffsättigung. Knüsel schaut natürlich auch darauf, wie die Fische genährt und ob sie fit genug sind, die kalte Jahreszeit zu überstehen.

«Bronze» wird in salzhaltigem Wasser gebadet

Bei der Familie Sidler in Küssnacht trifft Knüsel auf einen Teich, in dem prächtige Kois, aber auch Störe schwimmen. Christine Sidler kennt jeden Fisch mit Namen. Sie liebt diese Tiere. Diese helfen ihr beim Stressabbau.

Heute erhält Bronze, ein wunderschöner Koi, eine Spezialbehandlung. Bronze dümpelt für 15 Minuten im Salzbad. Parasiten wird damit der Garaus gemacht. Das Salz entzieht den Schädlingen das Wasser und lässt sie so absterben. Schliesslich soll Bronze gut durch den Winter kommen und seiner Besitzerin noch lange Freude bereiten.

Thomas Heer

Der Tierarzt Ralph Knüsel hat sich auf die Behandlung von Fischen spezialisiert. (Bild: Boris Bürgisser)
Ralph Knüsel behandelt die Koi-Fische der Familie Sidler in Küssnacht. (Bild: Boris Bürgisser)
Knüsels Spezialgebiet: die medizinische Behandlung von Fischen aller Art. (Bild: Boris Bürgisser)
Knüsel jagt im Teich einen Goldtisch. Diese Art zeigt eine erhöhte Anfälligkeit für Nierenzysten und Hauttumore. (Bild: Boris Bürgisser)
Auch das Tier, das Knüsel soeben gefangen hat, weist eine Auffälligkeit an einem Nasenflügel auf. (Bild: Boris Bürgisser)
Der Tierarzt diagnostiziert einen Tumor. (Bild: Boris Bürgisser)
Nachdem der Fisch in einem Becken betäubt und ruhiggestellt wurde, entfernt ihm der Veterinär das Geschwür. (Bild: Boris Bürgisser)
Knüsel misst die Fische und schaut natürlich auch darauf, wie die Fische genährt und ob sie fit genug sind, die kalte Jahreszeit zu überstehen. (Bild: Boris Bürgisser)
Auf seinen Visiten fokussiert sich Knüsel routinemässig auf folgende Punkte: möglicher Parasitenbefall bei den Fischen, Anzeichen von bakteriellen und viralen Erkrankungen, die wichtigsten Wasserwerte wie PH oder Sauerstoffsättigung. (Bild: Boris Bürgisser)
Knüsel schaut natürlich auch darauf, wie die Fische genährt und ob sie fit genug sind, die kalte Jahreszeit zu überstehen. (Bild: Boris Bürgisser)
Bei der Familie Sidler in Küssnacht trifft Knüsel auf einen Teich, in dem prächtige Kois, aber auch Störe schwimmen. (Bild: Boris Bürgisser)
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Auch Fische brauchen einen Doktor

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