BUDGET: Düstere Aussichten für Schwyzer Finanzen

Das Defizit der Gemeide Schwyz fällt geringer aus als erwartet. Der Steuerfuss bleibt deshalb für 2015 unverändert. Der Blick in die Zukunft aber zeigt ein düsteres Bild: Die Verschuldung wird massiv ansteigen, selbst wenn der Gürtel weiterhin eng geschnürt bleibt.

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Alphornbläser spielen vor dem Mythen Bergmassiv (Bild: Keystone)

Alphornbläser spielen vor dem Mythen Bergmassiv (Bild: Keystone)

Auf den ersten Blick scheine sich die finanzielle Situation zu beruhigen, schreibt die Gemeinde Schwyz am Mittwoch mit Blick auf ihre Budgetplanung für 2015. Für das auslaufende Jahr sei zwar ein Defizit von 4,6 Millionen Franken prognostiziert gewesen. Der Abschluss werde sich aber über den Erwartungen präsentieren: Voraussichtlich soll der Fehlbetrag gemäss Hochrechnungen 1,2 Millionen Franken betragen. Das mag den Gemeinderat und Säckelmeister Peppino Beffa jedoch nicht zu beruhigen: «Der Blick über den Finanzplanhorizont hinaus ist besorgniserregend.»

Erhöhung des Steuerfusses unvermeidlich

Eine Erhöhung des Steuerfusses werde in den nächsten Jahren unvermeidlich, heisst es weiter. Für das Jahr 2015 könne noch darauf jedoch noch verzichtet werden. Das Eigenkapital reiche noch aus, um den zu erwartenden Fehlbetrag von rund drei Millionen Franken zu decken. Das Defizit falle nur deshalb nicht höher aus, weil die Gemeinde den Gürtel noch ein weiteres Mal enger schnallen würde.

Für das nächste Jahr will der Gemeinderat den Steuerfuss noch bei 155 Prozent belassen. Für 2016 sieht er eine Erhöhung auf 165 Prozent vor, ab 2017 soll er bei 175 Prozent festgelegt werden. Dies sei nötig, damit der Abbau des Eigenkapitals und der Anstieg der Verschuldung gebremst werden könnten, teilte der Gemeinderat mit.

«Eigenkapital schmilzt wie Schnee an der Sonne»

«Das Eigenkapital von derzeit 16 Millionen Franken schmilzt wie Schnee an der Frühjahrssonne» beschreibt die Pressemitteilung die düstere Prognose fast schon poetisch. Dafür verantwortlich seien die hohen Investitionen: Zwischen 2015 und 2018 werden rund 85 Millionen Franken in den Neubau des Alterszentrums sowie die Erschliessung neuer Baugebiete gesteckt.

Für 2015 belaufen sich die Nettoinvestitionen auf 34,9 Millionen Franken. Sie sind damit drei Mal so hoch wie im Voranschlag für das laufende Jahr. Die Investitionen könnten nicht mit eigenen Mitteln finanziert werden. Das Fremdkapital katapultiere sich bis ins Jahr 2018 deshalb voraussichtlich auf mehr als 100 Millionen Franken.

Liegt Nettoschuld 2024 bei 10'000 Franken pro Kopf?

Die Nettoschuld pro Einwohner werde massiv ansteigen, befürchtet der Gemeinderat weiter. Sie liegt aktuell bei rund 6‘000 Franken und sei damit bereits rund 1‘000 Franken über der vertretbaren Obergrenze. Im Jahre 2019 werde dieser Wert bei etwa 8‘000 Franken liegen und in zehn Jahren scheine die Schallgrenze von 10‘000 Franken pro Einwohner geknackt zu werden. Eine solche Entwicklung könne nur mit weiterhin hohen Sparanstrengungen, mit Zurückhaltung bei Investitionen sowie mit einer Steigerung des Ertrages, konkret also mit einer Erhöhung des Steuerfusses, einigermassen gebremst werden.

pd/uus/sda