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Interview

LZ-Sportchef Cyril Aregger: «Sport und Politik haben viele Parallelen»

Sportchef Cyril Aregger (44) hat 1992 für die LNN erste Handball-Berichte geschrieben. Für Sport hatte der Luzerner immer ein Faible – doch eigentlich, so heisst es, ist er ein geborener DJ.
Roger Rüegger
Cyril Aregger beim Ruderzentrum Rotsee. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 11. Mai 2018))

Cyril Aregger beim Ruderzentrum Rotsee. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 11. Mai 2018))

Cyril Aregger, du spielst Handball und Boule, bist Motorsport- und Autofan. Gut aufgehoben als Sportchef. Hat sich dein Horizont im Sport seit deinem Antritt vor einem knappen Jahr sehr erweitert?

Natürlich. Ich erlebe noch viel bewusster, wie vielseitig der Sport in unserer Region ist. Auch wie die Mechanismen in grösseren Clubs funktionieren, bekomme ich nun hautnah mit.

Sprichwörtlich mittendrin statt nur dabei. Ein Beispiel?

Ich habe ja im Ressort Kanton gearbeitet. Spannend finde ich, dass es viele Parallelen gibt zwischen dem Sport und der Politik. Mehr, als man denkt. Zum Beispiel im Bereich der Finanzen oder in der Kommunikation, wo man im Sport wie in der Politik auch negative Meldungen möglichst positiv verkaufen will. Das gelingt mal besser, mal schlechter. Dann muss man als Journalist eben auch kritisch nachfragen.

Dabei gelten Sportjournalisten ja eher als harmlos.

Das sollte nicht so sein. Gerade im Profisport müssen wir Vorgänge hinterfragen und Stellung beziehen, wenn wir der Meinung sind, dass etwas schiefläuft. Klar ist auch: Als Regionalzeitung wollen wir keine Kampagnen fahren.

Wie bringst du dich beim Themensetting ein? Boule findet medial ja kaum statt.

Wir haben schon darüber berichtet. Aber Boule ist eben kein Massensport – noch nicht. Im Ernst: Ich kann den Sportteil natürlich nicht bloss nach meinen Interessen gestalten. Die grossen, publikumsträchtigen Sportarten wie Fussball oder Eishockey haben bei uns natürlich ihren festen Platz. Alles andere wäre seltsam.

Kommen Randsportarten dennoch auf ihre Rechnung?

Dafür muss es in der Zeitung Platz haben. Vielleicht können wir mit einem Artikel Leserinnen und Leser dazu animieren, einmal einen Augenschein bei einer so genannten Randsportart zu nehmen oder diese auszuprobieren. Dieser Gedanken gefällt mir.

Welche Sportarten interessieren dich?

Ich kann mich für vieles begeistern. Fussball und Eishockey interessieren mich immer. Aber auch Curling – das ich selber noch nie gespielt habe, ich mir aber seit Jahren vornehme, es einmal zu versuchen. Zudem freue ich mich auf das Formel-E-Rennen am 10. Juni in Zürich. Das ist ein historisches Ereignis, weil in der Schweiz seit 1954 kein Strassenrundkurs mehr gefahren wurde.

Gibt es eine Sportart, die dich nicht interessiert?

Ich bin überzeugt, dass jede Sportart ihren Reiz hat, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt. Als Sportchef muss und will ich da offen sein. Aber ich werde kaum den Wecker stellen, um an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio das Synchronschwimmen nicht zu verpassen. Wobei ...

1992 war dein erster Einsatz als Handball-Berichterstatter bei den LNN. Später hast du fast nichts für den Sport geschrieben. War Sportredaktor nie dein Ziel?

Es hat sich anders ergeben. Das Sportressort hat mich aber immer interessiert. Seit jeher lese ich den Sportteil als Erstes. Da ich aber auch politisch interessiert bin, ging mein Weg vorerst in eine andere Richtung.

Nun bist du direkt oben im Sport eingestiegen. Wie bist du dazu gekommen?

Wie die Jungfrau zum Kind. Es gab einen Wechsel im Team, so wurde ein Nachfolger gesucht. Irgendwann hatte ich einen Termin beim Chef, dann ging es relativ rasch, auch für mich.

Du bist seit 2000 Redaktor. Bei zisch.ch und in den Ressorts Zentralschweiz und Kanton. Über Autos, Musik und Comics, jene Themen, die dich interessieren, hast du selten geschrieben.

Gerade über Musik zu schreiben, finde ich unglaublich schwierig. Ich kann zwar beschreiben, was mir gefällt und was nicht, doch wenn ich dies begründen muss, stosse ich an meine Grenzen.

Warum warst du nie bei bei einem Auto-Magazin?

Das reizte mich eigentlich nie.

Du hättest für Testberichte Traumautos fahren dürfen.

Das konnte ich bei meinem Ferienjob als Voiturier im Hotel Palace. Da musste auch mal ein Ferrari zum Tanken gefahren werden – meistens auf direktem Weg.

Dass du Journalist wirst, wurde nie in Frage gestellt?

In meinem Elternhaus wurden alle drei Luzerner Tageszeitungen gelesen. Über viele Themen wurde diskutiert, so war ich naturgemäss interessiert und fasziniert von Nachrichten und Zeitungen.

Du warst auch Taxifahrer.

Das war eine gute Gelegenheit, Fahrpraxis zu sammeln ohne eigenes Auto. Eine spannende Zeit mit völlig unterschiedlichen Fahrgästen. Wer etwas über Leute erfahren will, sollte Taxi fahren.

Du bist ein DJ der Holykings. Laut eurer Website kann man nicht DJ werden, sondern wird als einer geboren.

Musik war mir immer wichtig. Die Holykings sind aus einer Studenten-WG in Fribourg entstanden. Heute legen wir noch an vier Anlässen im Jahr im «Madeleine» auf. Es gibt immer noch Leute, die nicht die Flucht ergreifen.

Bist du noch als Berichterstatter anzutreffen?

Zu wenig. Ich muss und will mir mehr Zeit dafür nehmen. Das habe ich mir auch vorgenommen. Fussball und Eishockey sollen aber die Kollegen begleiten, die mehr davon verstehen als ich.

Bleibt Synchronschwimmen. Das wäre ein Highlight. Apropos: Was war journalistisch dein coolster Job?

Da ich einigermassen gut Französisch spreche, wurde ich zu einem Interview mit Stress geschickt. Stress fragte zur Begrüssung, ob wir das Interview in Deutsch machen sollen ...

Und?

Französisch natürlich. Es wurde ein tolles Gespräch. Wir haben massiv überzogen. Der Manager wurde wohl etwas nervös.

Dein Highlight als Sportchef?

Als Dani Fellmann nach dem letzten Playoffspiel des HC Kriens-Luzern mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde. Das war ein hoch emotionaler Moment. Ich hatte schon über sein Debüt-Spiel beim damaligen BSV Luzern im Jahr 2000 berichtet.

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