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CHEFREDAKTOR: Grosser Dank – neue Temperamente

Seit dem 1. Mai zeichnet Jérôme Martinu als Chefredaktor für die Inhalte der «Neuen Luzerner Zeitung» und Ihren Regionalausgaben in Uri, Ob- und Nidwalden verantwortlich. Zum Start seiner anspruchsvollen Aufgabe zeigt Martinu auf, was die Leserinnen und Leser in Zukunft von dieser Zeitung erwarten dürfen.
Jérôme Martinu, Chefredaktor «Neue Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben. (Bild Manuela Jans-Koch)

Jérôme Martinu, Chefredaktor «Neue Luzerner Zeitung» und Regionalausgaben. (Bild Manuela Jans-Koch)

Die Zentralschweiz brauchteine unabhängige, gute, eigenständige Tageszeitung.» Am Mittwoch, 3. Januar 1996, am ersten Tag nach dem Jahreswechsel, erschien die «Neue Luzerner Zeitung» mit ihren Regionalausgaben in Zug, Nid-, Obwalden, Uri und Schwyz zum ersten Mal. Die neue, aus der Fusion von «Luzerner Zeitung» und «Luzerner Neusten Nachrichten» hervorgegangene Tageszeitung. Unter der Überschrift «Der erste Schritt» wandte sich Chefredaktor Thomas Bornhauser an die Leserinnen und Leser. Unter anderem mit eben dieser Aussage: «Die Zentralschweiz braucht eine unabhängige, gute, eigenständige Tageszeitung.»

Die Aussage galt vor 20 Jahren – sie gilt noch heute. Als Chefredaktor hat sich mein Chef und Kollege Thomas Bornhauser in der Samstagsausgabe von Ihnen verabschiedet. Und nun? Sie halten heute keine neue Zeitung in den Händen. Es ist aber die erste Ausgabe, die unter neuer Führung entstanden ist. Und darum richte ich als neuer Chefredaktor gerne einige Zeilen an Sie, liebe Leserinnen und Leser.

Zuallererst: eine Würdigung. 20 Jahre lang hat Thomas Bornhauser unsere Zeitung gemacht, geführt, konzipiert, modernisiert. Er war der mit Abstand dienstälteste Chefredaktor einer Schweizer Tageszeitung. Von meinem nun Ex-Chef habe ich seit meiner Anstellung 2002 sehr viel gelernt. Ich und meine Redaktionskolleginnen und -kollegen kennen Thomas sehr gut: fordernd, journalistisch ungeduldig, hart in der Kritik, kompromisslos im Einstehen für die Unabhängigkeit der Redaktion – und das alles im Bestreben, für unsere Leserinnen und Leser eine relevante, überraschende und präzise Zeitung zu machen. «ThB», so sein Kürzel, hatte ein untrügliches Gespür für Geschichten. Und für die Momente, in denen unsere Zeitung ihr ganzes kommentatorisches Gewicht in die Waagschale werfen musste.

Thomas Bornhauser hatdie Neue LZ geprägt und ganz massgeblich zu dem gemacht, was sie heute ist. Nämlich eine funktionierende, wettbewerbsfähige (kein einziges negatives Finanzergebnis seit 1996) und viel gelesene regionale Tageszeitung in einem sehr schwierigen Marktumfeld. Eine herausragende Leistung! Lieber Thomas, wir Zeitungsmacher – und ganz bestimmt auch viele Leserinnen und Leser – danken dir ganz herzlich für deine unermüdliche und über Massen kompetente Arbeit für die «Neue Luzerner Zeitung» und ihre Regionalausgaben.

Unsere Zeitung funktioniertso gut, weil dies auch die Redaktion tut. Das neue Führungsteam ist von innen heraus gewachsen, wir können mit der nötigen Ruhe und Sicherheit weiterarbeiten. Alles wie bisher also? Ja. Und nein. Mit Flurina Valsecchi und Roman Schenkel sind neben Dominik Buholzer und mir zwei neue Kollegen in die vergrösserte Chefredaktion gekommen. Und in der übergeordneten Struktur, dem Dach über der Zusammenarbeit mit unserer Partnerzeitung «St. Galler Tagblatt», zeichnet unser publizistischer Leiter Pascal Hollenstein verantwortlich. Heisst auch: neue Köpfe und Temperamente, neue Sicht- und Herangehensweisen – das wird zweifellos die Machart der Zeitung beeinflussen. Und das ist gut so.

Werden jetzt FCL und EVZjournalistisch pfleglicher behandelt und weniger kritisch beobachtet? Beurteilen die Zeitungsmacher die Arbeit der Regierungs-, Stadt- und Gemeinderäte nun wohlwollender? Wird die Zeitung politisch linker oder rechter? Wird die Redaktion auf Begehren von Firmen und Institutionen neu «partnerschaftlich» reagieren, wie das immer wieder gerne gefordert wird? Oder werden wir gar auf solche sonderbaren Forderungen eingehen, wie sie etwa dieser Zeitgenosse unlängst stellte: «Wir dürfen den ganzen Artikel vor Erscheinen gegenlesen und unsere Zitate und unsere Namen zurückziehen, wenn uns etwas nicht passt.»

Derlei Hoffnungen will ichgar nicht erst nähren. Für mich als Chefredaktor ist klar: Unsere Zeitung wird sich auch unter neuer Führung nicht vereinnahmen lassen. Mit aller Kraft werde ich für die Unabhängigkeit dieser Redaktion einstehen. Dies selbstredend zusammen mit der gesamten Redaktionsleitung, den Leitern unserer Regionalausgaben in Nid-, Obwalden und Uri, Markus von Rotz und Bruno Arnold, sowie mit dem Chefredaktor der «Neuen Zuger Zeitung», Harry Ziegler.

Unsere Zeitung ist das grösste Medium in der Zentralschweiz, die Berichterstattung hat entsprechend Gewicht. Darum ist nebst dem tagtäglichen Bemühen um die journalistische Sorgfalt und Fairness dies besonders wichtig: Wir wollen als Redaktion offen bleiben, bürgernah und behördenkritisch sein, einordnen, Transparenz herstellen. Ruhig und klar sagen, was ist. Ich will unseren Anspruch so festmachen: unabhängig und kritisch – wach und schnell – relevant und regional.

Nach wie vor verstehen wir uns als Forumszeitung und transportieren entsprechend alle relevanten (politischen) Positionen und Perspektiven. Und wir haben selber auch eine Meinung – in Kommentaren, Leitartikeln, Analysen. Den Fokus unserer Zeitungsmache werden wir auch unter neuer Führung nicht verbiegen: Das Regionale hat Priorität. Wir setzen uns konstruktiv für die regionalspezifischen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Werte ein. Ich bin fest überzeugt vom regionalen Zeitungsjournalismus, der manchmal gering geschätzt oder gar belächelt wird – zu Unrecht! In den Kantonen und Gemeinden werden die unmittelbarsten Entscheide getroffen. Die Bürgerinnen und Bürger interessieren sich für das am meisten, was sie direkt betrifft, wo sie mitreden und mitentscheiden können. Das muss unsere Kernkompetenz bleiben, auch wenn sich unsere Zeitung natürlich auch weiterhin auf dem nationalen Parkett Gehör verschaffen will. Die thematisch breite Tageszeitung, die Mischung zwischen schnellen Nachrichtengeschichten und Hintergrund ist noch immer ein hervorragendes Medienprodukt. Nach wie vor zum allergrössten Teil auf Papier und zunehmend auch als elektronische Zeitung E-Paper, auf Tablet-, Desktop-Computer oder Smartphone.

Selbstverständlich kannauch das hervorragende Medienprodukt Zeitung nicht stillstehen. Nicht weil eine Zeitung aus Prinzip modern oder gar modisch sein soll. Im Gegenteil ist in unserer schnelllebigen, immer komplexer werdenden Zeit ein Produkt, das für Stabilität, Kontinuität und Einordnung steht, mit Sicherheit nicht unwichtiger geworden. Nichtsdestotrotz gehen wir einen Schritt nach vorn: Im September ziehen wir unserer Zeitung ein neues Layout über. Das Kleid, das sie seit 1996 trägt und das mit vielen kleinen und grossen Flicken stets «sauber und ganz» gehalten worden ist, hat seine Schuldigkeit getan. Das neue, frische Erscheinungsbild wird uns auch die Möglichkeit geben, überregionale Themen mit unserem Partner «St. Galler Tagblatt» effizienter in die Zeitung zu bringen. Wir wollen die Synergien nutzen, um die journalistische Kraft der beiden Regionalzeitungen, die zum Medienhaus NZZ gehören, weiter zu stärken.

Die Zentralschweiz braucht eine unabhängige, gute, eigenständige Tageszeitung. Wenn Sie unsere Zeitung – ob als Abonnent oder nicht – gerne lesen und dies auch weiterhin tun, so freut uns das sehr. 302 000 Menschen tun es Ihnen derzeit täglich gleich. Wir danken Ihnen herzlich dafür. Sollten Sie unsere Zeitung nicht abonniert haben: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt dafür.

Jérôme Martinu, Chefredaktor

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