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CHLEFELEN: Schwyzer Brauchtum soll erhalten bleiben

Das Inventar lebendiger Traditionen der Schweiz wurde überarbeitet und erweitert. Aufgenommen wurde auch der Schwyzer Fastenbrauch.
Auch die Schwyzer Frauen dürfen heute zu den Hölzern greifen – das war nicht immer so. (Bild: PD)

Auch die Schwyzer Frauen dürfen heute zu den Hölzern greifen – das war nicht immer so. (Bild: PD)

Die Einsiedler Wallfahrt und das Greiflet hatten es bereits in der ersten Fassung des Inventars im Jahre 2012 auf die Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz geschafft. Es handelte sich damals um die erste Liste. Die Schweiz hatte sich nach dem Beitritt zum Unesco-Übereinkommen zur Bewahrung des ­immateriellen Kulturerbes verpflichtet, ein Inventar zu erarbeiten und dieses periodisch zu aktualisieren.

Neben den zwei eingangs genannten lebendigen Traditionen ist der Kanton Schwyz noch in 15 Gruppierungen mit anderen Kantonen aufgeführt, beispielsweise für den Betruf, die Älplerchilbi, die Fasnacht oder die Laientheater in der Zentralschweiz. Auf die eben aktualisierte Liste hat es neu das Chlefelen geschafft. Dies, obwohl der Schwerpunkt auf den lebendigen Traditionen in Städten liegt. Dazu zwei Beispiele aus dem Kanton Zürich: das Stadtgärtnern und die Zürcher Technokultur.

Dass Schwyz neu mit dem Chlefelen auf der Liste aufgeführt ist, freut den Schwyzer Chlefeli-Kenner Röbi Kessler: «Es ist eine Wertschätzung für das Brauchtum.» Seiner Ansicht nach ist das Chlefelen eine der wenigen Traditionen, die die Kinder für sich machen.

Das Chlefelen wandelt sich weiter

Kessler zieht den Vergleich zum Alphornblasen oder zum Trachtentanz. Beides wird heute meist vor Publikum ausgeführt. Die Kinder messen sich zwar an den Priis-Chlefelen, klappern aber in der Fastenzeit aus eigenem Willen täglich auf den Strassen. Laut Kessler lebt das Chlefelen in jenen Ortschaften, in denen sich Schulen oder Vereine für den Brauch einsetzen. Gerade weil das Chlefelen ausschliesslich während der Fastenzeit gepflegt wird, habe es bis heute überlebt, ist Kessler überzeugt. Mit dem Chlefelen hat es auch eine lebendige Tradition, die sich wandelt, auf die Liste der 199 Traditionen geschafft. Röbi Kessler stellt nämlich fest, dass sich die Form der Chlefeli verändert und diese heute nicht mehr angebrannt werden. Die Kinder komponieren heute auch selber und bringen eigene Rhythmen ein.

Röbi Kessler hat eine Sammlung Chlefeli aus 270 Holzarten. Bevorzugt würden heute aber einheimische Hölzer.

Im Auftrag der kantonalen Kulturstellen sind zurzeit Fachpersonen damit beschäftigt, Dokumentationen zu den lebendigen Traditionen zu erarbeiten. Sie sollen im Frühling 2018 als Webinventar veröffentlicht werden.

Silvia Camenzind

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

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