CHUPFERTURM SCHWYZ: Spritziger und witziger Kulturmix

Von Hardrock über den Flamenco bis zum schrägen Jodellied: Mit einem originellen Abend startete der Schwyzer Chupferturm sein Herbstprogramm.

Drucken
Teilen
Die Band Apocalyptica spielte Stücke von Metallica und rockte den Chupferturm. (Bild Blanca Imboden/Neue SZ)

Die Band Apocalyptica spielte Stücke von Metallica und rockte den Chupferturm. (Bild Blanca Imboden/Neue SZ)

Am Samstag eröffnete der Chupferturm sein Herbstprogramm mit einem Grosserfolg: Der 2. Kulturmix fand vor völlig ausverkauftem Hause statt. Das Publikum wurde mit einem abwechslungsreichen, originellen Programm verwöhnt.

Gleich zu Beginn brachte die junge Band Apocalyptica Rock auf die Bühne. Sie spielten Songs von Metallica, und dies mit vier Celli (Xenia Glokhberg, Tim Kaufmann, Jonas Landolt und Miro Müller), Schlagzeug (Stefan Zimmermann) und Bass (Philip Föhn). Die Cellisten mit den Sonnenbrillen zogen alle in ihren Bann. Sie strichen, zupften und schlugen ihre Celli, mal melodiös jubilierend, mal hart und verzerrt. Monika Haselbach Eichenberger hatte die jungen Musiker bei den Proben unterstützt. «Es sind fortgeschrittene Schüler. Sie zeigen die Möglichkeiten und die Vielfalt des Cellos», meinte sie.

Mit Anmut und Temperament
Nach der harten Rockmusik kamen Flamenco Pico auf die Bühne. Brigitte Gerzner tanzte mit ihren Schülerinnen Sheila Lindauer und Rebekka Baschnagl temperamentvoll Flamenco, begleitet von hervorragenden Musikern (Guido Kleger, Daniel Portmann, Rafael Paneque). Dabei fiel vor allem die Schwyzerin Sheila Lindauer auf, die mit besonderer Anmut, Leichtigkeit und Ausstrahlung tanzte. Diese Formation ist ganz neu. Das war ja auch das Besondere an diesem Abend: Eine Premiere folgte der nächsten.

Spezielle Eigenkompositionen
Christof Trutmann (Gitarre) kam mit seiner Band Cornejas Blancas. Micha Nussbaumer spielte auf einem originellen Schlagzeug (Cajon), Erika Niederer sang und Sheila Lindauer tanzte wieder. Hier konnte man sehr spezielle Eigenkompositionen hören, wie etwa den Song vom Bauern, der sein Hirthemd leider bei Aldi gekauft hatte. Oder ein exotisches Jodellied, zu welchem Kastagnetten und Flamenco kombiniert wurden. Die Band hat sich der Weltmusik verschrieben und will Einflüsse von überall her in ihre Musik integrieren, was sich sehr spannend anhörte. «S Chörli» kam schon singend auf die Bühne. Die 15 Sänger singen nun schon seit zehn Jahren unter der Leitung von Manuela Tomaschett. Der Chor wurde allerdings bereits 1984 im «Rössli» in Ibach als KFI-Chor gegründet. Es war der erste grosse Auftritt des Chores. «Wir sind nur ein Plauschchor, und das Zusammensein nach dem Singen ist uns genau so wichtig wie die Musik», erklärte Manuela Tomaschett. Dafür war die Qualität der Darbietung aber aussergewöhnlich gut. Der kleine Chor erreichte eine grosse Fülle, sang sauber und musikalisch. Vom französischen Trinklied bis zum Jazz-Oldie aus den USA fand man alles in ihrem Repertoire, welches auch mit Witz und Augenzwinkern präsentiert wurde. Als Solist und Moderator gefiel Röbi Lumpert ausnehmend gut.

Improvisationstheater
Durch den Abend führten auf humorvolle Weise Corina Kündig und Fabienne Betschart aus der Impovisationsgruppe Click. Die beiden moderierten nicht nur, sondern unterhielten das Publikum aufs Beste mit improvisiertem, interaktivem Theater. Sie sorgten dafür, dass der Abend eine runde Sache war, von Anfang bis zum Schluss.

Blanca Imboden, Neue Schwyzer Zeitung

Demnächst im Chupferturm: Trio Goldbärg, MundArt/Pop, am 26. September. Infos: www.chupferturm.ch