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CKW-Kunden zahlen nächstes Jahr einen Drittel weniger für ihren Strom

Die Stromkosten für Privatkunden und für die die grundversorgten Geschäftskunden der CKW sinken im Jahr 2020 um einen Drittel. Das hat zwei Gründe.
Hugo Bischof

Die Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW) legt jeweils Mitte Jahr die Stromtarife für das kommende Jahr fest. Die CKW-Kunden dürfen sich freuen. Am Mittwoch teilte das Unternehmen nämlich mit, dass sich die Kosten für Privatkunden und für die grundversorgten Geschäftskunden für das Jahr 2020 um rund einen Drittel reduzieren. Das CKW-Versorgungsgebiet umfasst den grössten Teil des Kantons Luzern ohne die Stadt Luzern und einen Teil von Kriens (EWL) sowie Hochdorf (WWZ). Insgesamt sind dies rund 180 000 Kunden.

Bund schreibt neu Berechnungsmethode vor

Die Kosteneinsparung für die Privatkunden beruht auf zwei Massnahmen. Einerseits reduziert CKW den Netztarif für 2020 um rund 7 Prozent. Grund dafür seien eine Kostenreduktion im CKW-Verteilnetz und tiefere Kosten beim Übertragungsnetz von Swissgrid. Zusätzlich hat das Unternehmen CKW beschlossen, seine Energietarife für das Jahr 2020 zu reduzieren. Beim Produkt Classic Strom (Strom aus Wasserkraft) ergibt sich für Privatkunden so eine Tarifreduktion um rund einen Drittel.

Der Strompreis setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Netzpreis, Energiepreis sowie öffentliche Abgaben. Zur Berechnung der Energietarife hat CKW bisher hauptsächlich die Herstellungskosten der eigenen Produktion und der langfristigen Bezugsverträge berücksichtigt. Neu schreibt die unabhängige eidgenössische Regulierungsbehörde ElCom nun eine andere Berechnungsmethode vor. Demnach müssen sich die Energietarife am Durchschnitt aller von CKW getätigten Energiekäufe orientieren, also auch an jenen, die nicht für die Belieferung von Kunden in der Grundversorgung zusammenhängen. Dazu gehören unter anderen Grosskunden (ab jährlich 100 000 Kilowattstunden). Sie beziehen von CKW grösstenteils Strom aus Kernkraft.

Für ihre Privatkunden produziert CKW eigenen Strom, der vor allem aus Wasserkraft besteht. «Darauf beruhten die ­bisherigen Tarife», sagt CKW-­Mediensprecher Marcel Schmid.

Kosten rückwirkend ab 2008/09 neu berechnet

«Wir haben die anrechenbaren Gestehungskosten der eigenen Produktion rückwirkend ab dem Geschäftsjahr 2008/09 neu berechnet», sagt Schmid. Daraus ergeben sich die jetzt kommunizierten 30 Prozent. Diese werden den CKW-Kunden im nächsten Jahr zurückerstattet. Schmid sagt:

«Durch die Sonderreduktion und den günstigeren Netztarif spart ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 4 500 Kilowattstunden im nächsten Jahr rund 300 Franken.»

Profitieren werden alle grundversorgten CKW-Kunden; die Grosskunden im freien Markt gehören nicht dazu.

Die Tarif-Reduktion von 30 Prozent ist einmalig und auf das Jahr 2020 beschränkt. Wie es danach weiter geht, steht noch nicht fest. Schmid:

«Die Tarife werden jedes Jahr neu berechnet. Es ist nicht möglich zu sagen, wie hoch die Tarife 2021 sein werden.»

Berechnet werden die Tarife jeweils aufgrund von verschiedenen Komponenten. Das sind unter anderem die Kosten für Energieproduktion, -beschaffung und
-vertrieb sowie die Betriebs- und Kapitalkosten eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzes.

EWL gibt neue Tarife erst am Freitag bekannt

Das zweite grosse Energiedienstleistungsunternehmen mit Sitz in der Stadt Luzern ist EnergieWasserLuzern (EWL). Es beliefert die Stadt Luzern ausser Littau mit Strom. Ob auch EWL im nächsten Jahr die Stromtarife senkt, ist noch nicht bekannt. Das Unternehmen veröffentlicht seine neuen Tarife am Freitag.

Auf die Konzessionsgebühren, welche die Energieversorger der Stadt Luzern für die Nutzung des öffentlichen Grundes bezahlen muss, hat die CKW-Tarifreduktion keinen Einfluss. Die Gebühr ist abhängig vom Stromverbrauch und beträgt zurzeit 0,9 Rappen pro Kilowattstunde. Von den CKW erhält die Stadt zurzeit jährlich rund 310 000 Franken Konzessionsgebühren. Die EWL, die den grössten Teil der Stadt mit Strom versorgen, zahlen jährlich 3,3 Millionen Franken.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Stadtparlaments hat den neuen Konzessionsverträgen des Luzerner Stadtrats zugestimmt. «Die Einnahmen werden künftig etwa gleich hoch sein wie bisher», sagt GPK-Präsident Gianluca Pardini (SP). «Sinkt oder steigt der Energieverbrauch, also die ausgespeiste Energie, nehmen die Konzessionsgebühreneinnahmen entsprechend zu oder ab.»

Aufgrund dieser Entwicklungen hat CKW die anrechenbaren Herstellungskosten rückwirkend ab dem Geschäftsjahr 2008/09 neu berechnet, schreibt das Unternehmen weiter. Obwohl noch nicht abschliessend feststehe, in welchem Gesamtumfang die Tarifreduktion ausfallen werden, würde die CKW die Energietarife zugunsten der grundversorgten Kunden für das Jahr 2020 befristet reduzieren.

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