Covid-Lage in Zentralschweizer Spitälern
Intensivstation in Nidwalden war voll – Luzerner Spital behandelt jetzt auch «junge, sehr schwer erkrankte Personen»

Zwei Covid-Patienten und ein Patient mit einer anderen Erkrankung liegen zurzeit in der Intensivabteilung des Spitals Nidwalden. Damit sind die Intensivbetten zu 75 Prozent belegt. Am Mittwoch waren es 100 Prozent. Die Übersicht zu den Zentralschweizer Spitälern.

Roger Rüegger / Pascal Linder
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Die Intensivstationen in den Schweizer Spitälern sind derzeit zu 80 Prozent ausgelastet. Der Anteil an Covid-Erkrankten liegt laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG bei rund einem Drittel.

In der Zentralschweiz präsentiert sich die Situation aber etwas anders. So waren im Spital Nidwalden bis am Mittwochabend keine Intensivbetten mehr frei. Zwei Covid-Patienten und zwei Patienten, die aus einem anderen Grund intensiv betreut werden müssen, belegten die Intensivplätze vorübergehend. Dies bestätigte Anja Harsch, Leiterin Kommunikation und Marketing des Spitals Nidwalden, am Donnerstagmittag auf Anfrage. Beide Covid-Patienten sind laut Harsch in anderen Kantonen wohnhaft. Eine Person ist aus dem Kanton Obwalden und eine aus dem Kanton Luzern. Beide Patienten sind nicht geimpft.

Das Spital Nidwalden in Stans.

Das Spital Nidwalden in Stans.

Bild: Urs Hanhart (Stans, 2. Juni 2021)

Harsch beschreibt die aktuelle Situation im Spital Nidwalden wie folgt: «Wir haben eine zertifizierte Intensivstation mit sechs Betten, auf der unser Intensivpflegepersonal parallel sechs Patienten mit normalem Schweregrad der Erkrankung behandeln kann. Dann gibt es Patienten mit einem sehr hohen Schweregrad der Erkrankung, deren Betreuung personell sehr aufwendig ist. Wir können von unseren personellen Ressourcen her auf unserer Intensivstation vier Patienten mit sehr hohem Schweregrad der Erkrankung parallel betreuen.» Covid-Patienten seien intensivmedizinisch sehr anspruchsvoll in der Betreuung. Es seien aber häufig auch Non-Covid-Patienten, auf die das zutreffe.

Trotz der vorübergehenden 100-prozentigen Auslastung der Intensivabteilung war es laut Harsch möglich, den normalen Betrieb zu führen. Das bedeutet, dass keine Operationen verschoben werden müssen. Harsch betont:

«Es ist uns ein grosses Anliegen, für alle Patienten den Betrieb möglichst normal aufrechterhalten zu können.»

Auch bestehe aktuell keine Besuchereinschränkung. Die Situation wird laut Harsch wie in den ersten drei Pandemie-Wellen laufend überprüft und in Abstimmung innerhalb der LUKS-Gruppe, zu der auch Spital Nidwalden gehört, angepasst.

Passend zu ihrer Aussage war die Sachlage am Donnerstagnachmittag bereits eine andere. Ein Non-Covid-Patient konnte die Intensivstation verlassen, was bedeutet, dass wieder ein Betreuungsplatz frei ist. Dies war der Stand um 14.30 Uhr. Bereits am Abend könnte sich die Lage wieder ändern.

So sieht's in Luzern und den anderen Zentralschweizer Kantonen aus

Auch im Luzerner Kantonsspital liegt die Auslastung der Intensivabteilung höher als im nationalen Durchschnitt: 40 Patienten müssen derzeit auf den Intensivstationen betreut werden, davon sind zehn Covid-Patienten. Das entspricht einer Auslastung von 87 Prozent. Derzeit verfügt das Luks noch über acht freie Betten. Die Auslastung der Covid-19-Stationen sowie der Intensivstationen des LUKS ist gemäss Angela Lötscher,
Projektleitung Unternehmenskommunikation, in den vergangenen Tagen stark angestiegen. «Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge. Auffallend ist, dass fast alle hospitalisierten Covid-19-Patientinnen und -Patienten nicht geimpft sind und wir in der vierten Welle jetzt auch junge, sehr schwer erkrankte Personen intensivmedizinisch betreuen», führt sie weiter aus.

Auch das Kantonsspital Uri schildert eine angespannte Lage auf der Intensivstation: Das Spital meldet auf Anfrage zwei Covid-Patienten in der Intensivpflege – beide seien ungeimpft. Zwei weitere Personen befinden sich aus anderen Gründen in der Intensivabteilung. Die Intensivstation in Altdorf bietet insgesamt sechs Pflegebetten. Die Covid-Patienten haben Einfluss auf den Spitalbetrieb: Die Durchführung des OP-Programms werde täglich neu beurteilt.

Im Spital Schwyz sind gemäss Bundesamt für Gesundheit acht Personen (Stand 1. September) auf der Intensivstation, darunter vier Coronapatienten. Insgesamt stehen in Schwyz zwölf Pflegebetten zur Verfügung.

In Zug ist die Intensivstation zu 75 Prozent ausgelastet. Von den insgesamt acht Intensivbetten sind sechs besetzt – zwei davon von Covid-Patienten. «Die Mehrheit der Covid-Patienten ist ungeimpft», wie Sonja Metzger, Leiterin Marketing des Zuger Kantonsspitals, auf Anfrage sagt. Die Behandlung von Covid-Patienten sei mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Vor allem bei Covid-Intensivpatienten müsse besonders viel Pflegeaufwand geleistet werden. Auch wenn die Entwicklungen nur schwer voraussehbar sind, ist das Zuger Kantonsspital gerüstet. Sonja Metzger sagt:

«Das Zuger Kantonsspital ist darauf vorbereitet, auch höhere Patientenzahlen als aktuell im Zuger Kantonsspital zu betreuen.»

Das Kantonsspital Obwalden hat keine Intensivstation. Priska Schmid, Direktionsassistentin des Kantonsspitals Obwalden, sagt auf Anfrage: «Unsere Covid-Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, werden ins Luzerner Kantonsspital nach Luzern oder ins Spital Nidwalden verlegt.»

Hier geht's zur nationalen Übersicht der Intensivstationen.