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Dank Kunstschnee und Wanderern: Zentralschweizer Skigebiete sind mit dem Festtagsgeschäft zufrieden

Der milde und regenreiche Dezember hat schneemässig zu wünschen übrig gelassen. Trotzdem sind die Bergbahnen voll - auch über die Festtage. Weil die frühlingshaften Temperaturen viele Fussgänger anlockten.
Linda Leuenberger
Wer über die Festtage Ski fuhr, musste – wie hier beim Erzeggskilift auf der Melchsee-Frutt – lange anstehen. Bild: Manuela Jans-Koch, 3. Januar 2019)

Wer über die Festtage Ski fuhr, musste – wie hier beim Erzeggskilift auf der Melchsee-Frutt – lange anstehen. Bild: Manuela Jans-Koch, 3. Januar 2019)

Der Start in die Skisaison hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast einen Monat verschoben. Dies bekamen nebst enttäuschten Winterfans insbesondere die tiefer gelegenen Skigebiete in der Zentralschweiz zu spüren. In der Marbachegg (870 bis 1500 m ü.M.) sind alle sieben Skipisten geschlossen. Zu wenig Schnee und zu viel Regen in den vergangenen Wochen machen den Skibetrieb unmöglich.

Momentan liege ungefähr 10cm Schnee, erzählt Betriebsleiter Stefan Wittwer. Für eine effektive Beschneiung seien aber 20 bis 30 Zentimeter Naturschnee nötig. «Wir hoffen nun auf das kommende Wochenende», so Wittwer, «mindestens 10cm Neuschnee wären sehr wünschenswert.» Weil das Weihnachtsgeschäft nicht wie gewünscht verlief, ist die Stimmung in der Marbachegg gedämpft. Doch es könnte schlimmer sein: Das schöne Wetter ziehe immerhin Wanderer auf die Sonnenterrasse. Diesen komme man mit attraktiven Angeboten entgegen.

Nachtschlitteln aus Sicherheitsgründen abgesagt

Eine ähnliche Situation zeigt sich auf den unteren Pisten der Melchsee-Frutt (1080 bis 2300 m ü.M.). Das erste Nachtschlitteln und -skifahren diesen Jahres wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Man wolle die tiefen Temperaturen der nächsten Tage für eine effektive Beschneiung nutzen, erklärt Geschäftsleiter Daniel Dommann. Den milden Dezember kriegte man auch hier zu spüren: Die Saison begann erst Mitte Dezember und somit relativ spät. Es fehlen Einnahmen von zwei bis drei Betriebswochenenden.

Skifahrer auf der Melchsee-Frutt. (Bild: Manuela Jans-Koch, 3. Januar 2019)

Skifahrer auf der Melchsee-Frutt. (Bild: Manuela Jans-Koch, 3. Januar 2019)

Im Skigebiet Klewenalp/Stockhütte sind erst 4 von 17 Skipisten in Betrieb. Dies liege daran, dass auf den tiefer gelegenen Pisten (Stockhütte 1280 bis 1500 / Klewenalp 1600 bis 2000 m ü.M.) bisher nicht genügend Schnee gefallen ist, sagt Betriebsleiter Roger Joss. Das sonnige Wetter habe aber Abhilfe geschaffen: Die zahlreichen Winterwanderer und Schlittler haben dazu beigetragen, dass die Besucherzahlen etwa im Durchschnitt liegen. Trotzdem wünscht sich Joss, dass am Samstag mindestens 10 Zentimeter Neuschnee fallen: «Dann können die Pisten hoffentlich alle in Betrieb genommen werden.»

Verändertes Besucherverhalten

Alle befragten Skigebiete beobachten eine Veränderung des Gästeverhaltens: Sie zählen vermehrt wandernde, schlittelnde und schneeschuhlaufende Winterfans zu ihren Besuchern. Gleichzeitig stagnieren die Zahlen der Skifahrer, sagt Daniel Dommann von der Melchsee-Frutt.

Auf höher gelegenen Pisten und Skigebieten ist man trotz des späteren Saisonstarts guter Dinge. So zum Beispiel in Sörenberg auf dem Brienzer Rothorn (2350 m ü.M.): «Mit der Kombination von technischem und natürlichem Schnee können wir den Gästen gut präparierte Pisten bieten», sagt Direktor René Koller. Dies zeige sich auch an den zahlreichen positiven Rückmeldungen der Besucher.

Im Skigebiet Hoch-Ybrig sind alle Anlagen und Pisten geöffnet. Das obere Skigebiet befindet sich auf 1850 m ü.M. Geschäftsführer Wendelin Keller zählt sogar überdurchschnittlich viele Besucher. Am Sonntag erwartet er vor allem Tiefschneefahrer, welche sich im frisch gefallenen Schnee austoben wollen.

Ohne Fussgänger und Schneekanone läuft nichts

Die Festtagsbilanz der Zentralschweizer Skigebiete zeigt: Sogar ein milder Winterbeginn lässt sich stemmen. Aber nur mit erweiterten Angeboten für Fussgänger. Das schöne Wetter zieht die Leute aus dem Nebel an die Sonne. Dort werden sie von den Bergbahnbetreibern gerne empfangen. Doch ganz ohne die weisse Pracht geht es nicht: Tiefe Temperaturen und eine gute Portion Schnee gelten als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wintersaison.

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