Das tragen die Maschgraden darunter

Die Verwandlung dauert keine halbe Stunde. Und ein weiteres Bajazzomeitli verlässt die Maskengarderobe beim Mythen-Forum in Schwyz. Hier kostümieren sich Fasnächtler für das bunte Treiben.

Sandro Portmann
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Ein Bajazzomeitli vor der Verwandlung. Gelbe Strümpfe und ein Thermoleibchen sorgen für wohlige Wärme.

Ein Bajazzomeitli vor der Verwandlung. Gelbe Strümpfe und ein Thermoleibchen sorgen für wohlige Wärme.

Männer werden zu Blätzen, und aus den Frauen entstehen Schicht für Schicht Bajazzomeitli oder Zigeunerinnen. Manche Männer sahen sich nach der Umkleide auch als Hudi im Spiegel wieder. Während die Hüllen der angehenden Maschgraden fielen, warfen wir einen Blick unter das Kostüm. Was tragen die Maschgraden darunter? «Ich trage keine Thermounterwäsche», verrät das Bajazzomeitli.

Allerdings trage sie zwei Schichten an T-Shirts. Eines davon sei ein Thermoleibchen. Es ist nicht ihre erste Fasnacht, und mit der Bekleidung hat sie bereits Erfahrung gesammelt. Sie kann ruhigen Gewissens sagen: «Ich friere nie.» Das Geheimnis dabei ist das stete Bewegen. Ausserdem verbringe sie ja auch viel Zeit in den geheizten Restaurants. Dort kann es dann unter dem Kostüm auch schnell zu warm werden.

Samt hält zusätzlich warm

So wie dem Bajazzomeitli geht es vielen, die sich am gestrigen Schmutzigen Donnerstag in der Maskeradengarderobe einkleideten. Und das waren einige, wie die Garderobenverwalterin, Petra Senn, verrät: «Bis 10 Uhr waren es schätzungsweise 75 Personen, die ihr Kostüm hier bezogen.» Die wenigsten davon trugen Thermounterwäsche. Jeans, T-Shirt und Pullover waren die Regel.

Mehr sei auch nicht nötig. «Die Kostüme beim Alten Herrn oder beim Domino sind beispielsweise aus Samt. Das gibt zusätzlich warm», wie Senn weiss. Ausserdem sei es ratsam, nicht zu viel darunter anzuziehen, denn in den Beizen, wohin sich die Rott dann begibt, sei ja auch geheizt. Zumindest optisch wichtiger als warme Füsse sind die schwarzen Schuhe. «Weisse oder bunte Schuhe passen gar nicht zum Kostüm. Das geht nicht», so Senn.

Bild: Erhard Gick/Neue SZ
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Nicht alle Kostüme gleich beliebt

Zwischen 8 und 10 Uhr war der Andrang in der Maskengarderobe am grössten. Betreut wird die Garderobe von drei Personen. Auf den Ansturm waren sie gerüstet: Insgesamt 200 Gwändli hingen frisch gewaschen und gebügelt am Kleiderhaken an der Wand. «Am beliebtesten sind bei den Frauen das Bajazzo­meitli und die Zigeunerin. Bei den Männern ist es der Blätz», verrät Senn. Was alle Maskeraden vereint ist der weisse Sack für die Orangen und das Süsse. Diesen schnappt sich auch unser Bajazzomeitli noch, bevor sie sich anonym unters Volk mischt. Die Kinder werden sich freuen.

Sandro Portmann

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