Das wurde aus den Neujahrsbabys von damals

Das wurde aus den Neujahrsbabys von damals

Sie sind am 1. Januar 2000, 2006 und 2008 geboren und von unserer Zeitung porträtiert worden – jetzt haben wir sie erneut getroffen. 

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. Dezember 2019)
Roger Rüegger
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Es ist eine unverrückbare Tradition: Das Neujahrsbaby erlebt jeweils gleich nach seinem ersten grossen Auftritt schon einen zweiten – in unserer Zeitung. Drei der damaligen «Stars» haben wir erneut getroffen: Nando Wiss, das Neujahrsbaby 2008 (links), das Milleniumsbaby Sabrina Zweili (Mitte) und die Erstgeborene 2006 Nives Luna Arnold.



Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 4. Dezember 2019)

Sabrina Zweili, das Luzerner Millenium-Baby

Sabrina Zweili mit den Eltern Daniela und Roland.

Sabrina Zweili mit den Eltern Daniela und Roland.

Bild: Dani Tischler (Luzern, 1. Januar 2000)

Der Milleniumwechsel hatte keinen Blackout zur Folge, wie vielfach befürchtet. Das Leben ging für die meisten Leute weiter wie gewohnt. Nur bei Familie Zweili aus Ebikon war Anspannung spürbar. Diese wich um 0.09 Uhr unbändiger Freude, als Daniela Zweili ihrem Mann Roland ein Mädchen und Sohn Marco eine Schwester schenkte: Sabrina betrat am 1. Januar 2000 in der Frauenklinik des Kantonsspitals Luzern als erstes Zentralschweizer Baby des neuen Jahrtausends die Weltbühne.

Das Millenium-Baby ist eine sportliche Frau geworden. Sie war Fussballerin bei Ebikon, Rothenburg und Sempach. Aktiv dribbelt sie nicht mehr. Dafür trägt sie Verantwortung als Assistenz-Trainerin des Rothenburger Frauenteams FF19. «Zu gerne würde ich noch selber spielen. Der Wettkampf fehlt mir», sagt sie. Aber sie musste sportlich und beruflich umdisponieren, als bei ihr mit 11 Diabetes festgestellt wurde. Heute gibt sie nicht nur Fussballerinnen Anweisungen, sie ist auch im Hundesport aktiv.

Elliot weicht kaum von ihrer Seite

Mit der einjährigen Border Collie «Amy» trainiert sie Agility im Aufbaukurs. Sabrina ist selten ohne Hund anzutreffen. Seit Oktober weicht Labradormischling Elliot kaum von ihrer Seite und neben Amy ist auch Border Collie Nana ein Mitglied der Familie. Die 20-Jährige ist überdies leidenschaftliche Motorradfahrerin. Letztes Jahr kaufte sie sich einen Seitenwagen, damit sie die Hunde auf ihren Touren begleiten können. «Die ganze Familie fährt Töff», sagt sie.

Ihr Berufswunsch war Hundeführerin, im Militär und bei der Polizei. Weil dies wegen ihrer Krankheit nicht möglich war, lässt sie sich nun als Tierpflegerin ausbilden. «Wenn eine Tür schliesst, öffnet sich eine andere», sagt sie zufrieden.  Über ihr spezielles Geburtstagsdatum sagt sie:

«An Silvester feiert die Familie jeweils gemeinsam den Jahreswechsel. Einen Tag später an meinem Geburtstag kommen alle erneut zusammen. Das finde ich schön.

Nando Wiss – das Feuerwerk muss er jetzt teilen

Nando Wiss mit Mutter Nicole, Vater Pirmin und Schwester Morena.

Nando Wiss mit Mutter Nicole, Vater Pirmin und Schwester Morena.

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 1. Januar 2008)

Plötzlich hatte es Nando Wiss eilig. Seine Eltern Nicole und Pirmin planten für den Silversterabend 2007 nichts Aussergewöhnliches. Ein leichtes Nachtessen in einer Pizzeria und dann mit einem stillen Wasser auf das Neue Jahr anstossen.

Wir wissen, dass es anders kam. Nando hatte andere Pläne und übernahm das Kommando. Die Wehen setzten während des Essens ein. «Ich glaube, für einen Salat reichte die Zeit noch. Gegen 21 Uhr ging es dann ab in die Frauenklinik des Kantonsspitals Luzern», erinnert sich die vierfache Mutter. Die Geburt ihres ersten Sohnes dauerte etwas länger. Um 3.36 Uhr kam der gesunde 51 Zentimeter grosse Bub auf die Welt. Eigentlich zwei Tage zu früh. Papa Pirmin jedoch rechnete mit einem Christ- oder Neujahrskind.

Nando ist immer pünktlich

Es ist fast sinnbildlich, dass Nando sich den 1. Januar und nicht ein späteres Datum als Geburtstag aussuchte. Mutter Nicole beschreibt ihn so: «Nando würde nie zu spät zu einem Termin erscheinen. Er ist pünktlich, zielstrebig, exakt und gewissenhaft. Auch die Hausaufgaben lässt er nie aus. Er war ein sehr pflegeleichtes Kind.» Der 6.-Klässler mit der wilden Mähne spielt beim FC Sempach. «Er will Profifussballer werden und wie sein Vorbild Yann Sommer einmal das Tor des Nationalteams hüten. Nicht nur Sommers Leistungen, auch die langen Haare beeindrucken Nando. Die waren schon immer sein Markenzeichen.»

Nando ist der zweitälteste der Familie aus Rain. Schwester Morena ist drei Jahre älter als er und Adriana hat Jahrgang 2009. Nandos Geburtstagsfeiern sind speziell. Er kann sich einbilden, dass Feuerwerke nur für ihn abgeschossen werden. «Das haben wir ihm oft so erzählt», sagt Nicole lächelnd. Damit ist es seit dem 1. Januar 2019 vorbei. Nun muss er die Raketen teilen. Denn erneut am Neujahrstag brachte Nicole ihren zweiten Sohn Kiano zur Welt. Nicole: 

«Der Bruder war das schönste Geburtstagsgeschenk für Nando. Wir feierten mit Gotti und Götti in der Klinik»

Nives Luna Gamma – mit ihr kann man Pferde stehlen

Nives Gamma mit Chantal, Benito und Schwester Anaïs.

Nives Gamma mit Chantal, Benito und Schwester Anaïs.

Bild: Bruno Arnold (Altdorf, 2. 1. 2006)

47 Zentimeter und 2810 Gramm: Nives Luna Gamma war ein zierliches Neugeborenes. Das Neujahrsbaby 2006 kam um 9.57 Uhr im Kantonsspital Uri zur Welt. Chantal und Benito Gamma fuhren um 5 Uhr los, fünf Stunden später waren sie Eltern. Es ging also rassig. Noch immer ist Nives flink unterwegs. Sie pflegt eine dicke Freundschaft mit dem Hengst in einem Reitstall in Schattdorf. Manchmal sieht man die beiden entlang der Autobahn galoppieren. Apropos: Laut Mutter Chantal kann man mit ihr Pferde stehlen und auch Geheimnisse seien bei ihr bestens aufgehoben.

«Nives ist so originell, wie ihr Geburtsdatum. Ihr Humor und ihre Fröhlichkeit macht uns Eltern glücklich. Ihr herzliches Lachen und Strahlen ist ansteckend.»

Alle, die sie kennen und schätzen, würden dies bestätigen. Nur der Lehrer der 1. Klasse habe sich über ihr Lachen genervt.

«Warte nicht darauf, bis die Menschen dich anlächeln»

Als kleines Mädchen liebte Nives das Buch und die Filme von Pippi Langstrumpf der Autorin Astrid Lindgren. Pippis Motto nimmt sich Nives zu Herzen: «Warte nicht darauf, bis die Menschen dich anlächeln, zeige ihnen wie es geht!» Dies treffe auf Nives zu, sagt Chantal. Sie sei hilfsbereit, zuverlässig und emphatisch. Eigenschaften, die wie geschaffen sind für einen Beruf in der Betreuung. Vielleicht etwas mit Kindern? Ihre Eltern führen den «Chinderträff Löwäpfootä» in Schattdorf. Die Kindertagesstätte befindet sich in dem Haus, in dem die Familie wohnt. Nives hatte also Gelegenheit, das Handwerk der Kinderbetreuung von Grund auf zu lernen. Sie lächelt und verneint. Vielleicht etwas mit Tieren? «Auch nicht. Mein Wunschberuf ist Fachfrau Gesundheit in einem Pflegeheim. Ich habe ältere Menschen gerne und will mich um sie kümmern.» Bald werde sie sich um eine Stelle bemühen. Dass dies der richtige Beruf für sie ist, steht ausser Frage. «Meine ältere Schwester Anaïs arbeitet auch in der Pflege. Und sie liebt ihre Arbeit.»

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