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Definitives Aus für Chamer Wärmeverbund

Nach der Werkschliessung und dem Ende der Produktion von Holfaserdämmstoffen durch die Pavatex SA ist nun auch der Wärmeverbund Zentrum Cham Geschichte. Wie es in Sachen Fernwärme im Ennetsee weitergehen soll.
Charly Keiser
Abwärme aus dem Pavatex-Werk hätte in den Wärmeverbund gespiesen werden sollen. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 1. Mai 2014))

Abwärme aus dem Pavatex-Werk hätte in den Wärmeverbund gespiesen werden sollen. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 1. Mai 2014))

Dem aktuellen Amtsblatt ist zu entnehmen, dass die WWZ Energie AG (WWZ) keine Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie die Verrohrung in Chromstahl für den Wärmeverbund Zentrum Cham liefert und installiert. Als Grund führt die WWZ an, dass das Projekt «nicht verwirklicht wird».

Damit scheint die WWZ dem Wärmeverbund Zentrum Cham endgültig den Stecker gezogen zu haben. Kein Wunder: Denn die Idee hinter dem Projekt war ein Wärmeverbund, der unter anderem von der Abwärme der Pavatex SA gespiesen werden sollte. Und diese gab bekanntlich letzte Woche die Schliessung des Werks in Cham und den Verlust von 50 Stellen bekannt. Die Einstellung der Produktion soll im ersten Quartal 2019 vonstattengehen und seit letzter Woche läuft die Konsultationsphase zur Schliessung des Werks.

Zürcher werfen das Handtuch

Die Idee, die Abwärme der Pavatex und der Kläranlage Schönau zu Heizzwecken zu nutzen, hatte die Gemeinde Cham vor einigen Jahren. 2014 erteilte die Gemeinde den Auftrag für den Bau und den Betrieb des Wärmeverbundes an das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ), die bei der Vergabe obenaus schwang. Doch das Projekt kam nach langen Verzögerungen zum Erliegen. Das EWZ gab vor etwa eineinhalb Jahren bekannt, dass sie sich vom Projekt zurückziehe.

Die WWZ, die bei der damaligen Vergabe unterlag, liess verlauten, man prüfe ein eigenes Wärmeverbundsprojekt mit der Abwärme der Pavatex. Und dieses Chamer Vorhaben hängt auch mit dem Projekt «Wärmeverbund Ennetsee» zusammen, das bekanntlich immer konkreter wird (Ausgabe vom 12. November 2018). Die WWZ planen dabei, die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Renergia in Perlen, wo das ganze Jahr über Abfall verbrannt wird, und rund um die Uhr Abwärme entsteht, mit einer Fernwärmeleitung nach Rotkreuz zu transportieren.

In einem ersten Schritt soll eine rund neun Kilometer lange Leitung von Perlen nach Rotkreuz gebaut werden, wo erste Kunden ab 2021 mit Fernwärme versorgt werden sollen. Später wollen die WWZ auch die Gebiete Hünenberg-Bösch, Cham und die äussere Lorzenallmend erschliessen, wie Robert Watts, Leiter Kommunikation, gegenüber der «Zuger Zeitung» im November ausgeführt hatte. «Für die zweite Etappe des Wärmeverbunds Ennetsee, das heisst für den Abschnitt von Rotkreuz nach Hünenberg und Cham, führen die WWZ zurzeit eine Machbarkeitsstudie durch. In diesem Rahmen prüfen wir auch die Einbindung der bestehenden WWZ-Wärmenetze und der Energiezentralen in Cham», führte er weiter aus.

Die Amtsblatt-Meldung betreffe nicht den geplanten WWZ-Wärmeverbund Ennetsee und die Nutzung der Abwärme der Renergia, sondern das im Jahr 2016 geplante und öffentlich ausgeschriebene Projekt zur Vernetzung der Wärmezentralen TEA Cham und Johannisstrasse Cham, bestätigt Robert Watts. «Dieses Vernetzungsprojekt von 2016 ist nun unter anderem in Anbetracht des geplanten Wärmeverbunds Ennetsee hinfällig.» Da es sich 2016 um eine öffentliche Ausschreibung gehandelt habe, hätte das Vernetzungsprojekt nun auch mittels öffentlicher Publikation formal sistiert werden müssen.

Arbeiten zum Vorprojekt gestartet

Die Baueingabe für den CO2-freien Wärmeverbund Ennetsee mit der Nutzung der Renergia-Abwärme sei in Arbeit und soll im ersten Quartal 2019 eingereicht werden, informiert Watts zum aktuellen Projektstand: «Es sind bereits diverse Absichtserklärungen mit künftigen Wärmebezügern unterzeichnet.» Die Machbarkeitsstudie für den Abschnitt Rotkreuz – Hünenberg – Cham – Äussere Lorzenallmend sei abgeschlossen und die Vorprojekt-Arbeiten hätten begonnen, ergänzt er.

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