Der ehemals meistgesuchte Brandstifter Luzerns ist wieder frei

Ein ehemaliger Feuerwehrmann hat Brände gelegt und Diebstähle verübt. 2013 verurteilte ihn das Kriminalgericht zu einer langjährigen Haftstrafe und ordnete eine stationäre Massnahme an. Aufgrund einer Beschwerde ist er nun auf freiem Fuss.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen

Ein heute 65-jähriger Handwerker hat eine beispiellose Karriere als Brandstifter hinter sich. In den Jahren 1988 bis 1992 hat der Mann, der damals Mitglied der städtischen Feuerwehr war, elf Brände gelegt. Zehn Jahre später setzte er seine Serie fort und zündete bis 2006 weitere 17 Häuser an.

Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, um den Brandstifter zu fassen. Dennoch dauerte es viele Jahre, bis sie ihn festnehmen konnten. Damit nicht genug, beging der Mann zudem 310 Einbruchdiebstähle sowie weitere Straftaten.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den Mann 2013 zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren und 6 Monaten. Unter Aufschub des Vollzuges der Freiheitsstrafe wurde eine stationäre Massnahme angeordnet. Gemäss einem psychiatrischen Gutachten leidet oder litt der Mann an einer Persönlichkeitsstörung.

Im März 2019 verlängerte das Kriminalgericht die 2013 angeordnete stationäre Massnahme um 2 Jahre bis zum 17. Dezember 2020. Der Vollzugs- und Bewährungsdienst (VBD) wies am 22. November 2019 im Rahmen der jährlichen Überprüfung seine bedingte Entlassung ab.

Doch nun ist «Luzerns berüchtigtster Feuerteufel wieder ein freier Mann», wie das Online-Portal Zentralplus berichtet. Denn gegen den Entscheid des VBD erhob der Mann am 16. Dezember 2019 Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Er verlangte, dass der Entscheid vollumfänglich aufzuheben sei und er aus der stationären Massnahme bedingt, gegebenenfalls unter Auflagen, entlassen werde.

Das Kantonsgericht entschied am 18. Juni 2020 in diesem Sinn: Der Mann sei bedingt, aus der stationären therapeutischen Massnahme zu entlassen. Die Probezeit der bedingten Entlassung wurde auf fünf Jahre festgesetzt. Ausserdem wurde eine Bewährungshilfe angeordnet ebenso wie eine Verpflichtung zur ambulanten Behandlung.

Mehr zum Thema