Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

«Der Heilige Geist weht, wo er will»

Für viele ist Pfingsten der am schwierigsten zu fassende kirchliche Feiertag. Für die Spital­schwestern- Gemeinschaft von Luzern hat das Hochfest eine besondere Bedeutung – dies während des ganzen Jahres.
Haymo Empl
Schwester Maria Käppeli am Mittagstisch. Sie ist seit 1962 bei den Spitalschwestern von Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Schwester Maria Käppeli am Mittagstisch. Sie ist seit 1962 bei den Spitalschwestern von Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Pfingsten ist vielleicht eines der abstraktesten Feste in der christlichen Liturgie: Am 7. Sonntag (49 Tage) nach Ostern gefeiert, gilt die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel und die Jünger Jesu als Geburtsstunde der (katholischen) Kirche. Während über die letzten Jahrhunderte Gott und Jesus bildlich manifestiert wurden, ist der Heilige Geist eher mystisch, denn ikonografisch; irgendwie lässt sich dieser so gar nicht fassen. Schwester Angela Hug ist die Verantwortliche – also die «Frau Mutter» – der Spitalschwestern-Gemeinschaft von Luzern. Sie sagt: «Der Heilige Geist ist für mich die schöpferische und die treibende Kraft, die hilft, dass die Anliegen Jesu heute durch uns weitergetragen werden.» Schwester Maria Käppeli ergänzt: «Es heisst in der ­Bibel, der Heilige Geist ‹weht, wo er will›, also überall. Ich kann ihn nicht festhalten, er wird geschenkt. Wenn ich im Alltag mit ihm rechne und auf ihn vertraue, wird weit mehr möglich, als wenn ich krampfhaft aus eigener Kraft meine Ziele zu erreichen suche.»

Lange Tradition

Die Spitalschwestern-Gemeinschaft von Luzern existiert seit 1830 und steht im Dienste bedürftiger und kranker Menschen. Damals nahmen die ersten Spitalschwestern am Luzerner Bürgerspital, das 1902 ins Kantonsspital überging, ihren Dienst auf. Diese lange Tradition endete im Jahr 2010, als die letzte Spitalschwester am Kantonsspital Luzern das Pensionsalter erreichte. Seither haben sich die Frauen nicht einfach zurückgezogen, sondern sie sind weiterhin ihren Möglichkeiten entsprechend aktiv und setzen sich zum Wohle der Allgemeinheit ein. «Aber natürlich haben wir heute mehr Raum, um uns mit der christlichen Spiritualität auseinanderzusetzen und für die Nöte der Welt zu beten als während unserer aktiven Zeit im Kantonsspital oder im Elisa­bethenheim», sagt Schwester Maria Käppeli. Sie ist seit 1962 bei den Spitalschwestern.

Die Spitalschwestern wohnen in vier Lebensgemeinschaften, drei befinden sich im Areal Bramberg, eine im Elisabethenheim. Allen gemeinsam sind das gemeinschaftliche Gebet und die Haltung der Gastfreundschaft. Und natürlich setzen sich die Schwestern auch aktiv das ganze Jahr über mit den aktuellen ­Themen der Religion und des Weltgeschehens auseinander. Es komme auch zum aktiven Austausch mit verschiedenen Institutionen und Glaubensgemeinschaften. «Die Gastfreundschaft ermutigt, unsere Räumlichkeiten am Bramberg auch anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. So können wir in Kontakt treten mit Theologie- oder Musikstudierenden und weiteren Gästen, die durch ihre Lebendigkeit unseren Alltag bereichern», konkretisiert Schwester Angela Hug. Gleichzeitig erfülle das freiwillige Engagement die Schwestern, wie zum Beispiel die Begleitung von Menschen, die Altersseelsorge, die Arbeit im Treffpunkt Stutz­egg oder das Wirken in der Luzerner Vereinigung zur Begleitung Schwerkranker. Nicht zu vergessen sei, dass eine Schwester immer noch aktiv im Pflegeheim St. Raphael tätig ist.

Füreinander da sein

In der Apostelgeschichte ist Pfingsten der Tag, an dem die Jünger Jesu vom Heiligen Geist ergriffen werden und plötzlich in mehreren Sprachen reden können. Dieses Ereignis hat sie bewegt, das Evangelium überall zu verkünden. Man könnte von einer ersten globalen Expansion sprechen. Eine Tatsache, die auch den Spitalschwestern bewusst ist: «Im Pfarreigottesdienst bitten wir gemeinsam um den Heiligen Geist, der uns miteinander und mit der ganzen Weltkirche verbindet», sagt Schwester Maria und fügt an, «wir markieren das Fest auch im Gemeinschaftsgebet mit entsprechenden Texten und Liedern.» Nicht fehlen dürfe ein feines Essen.

Der Heilige Geist ist also nicht nur an Pfingsten ein zentrales Thema bei den Spitalschwestern, sondern das ganze Jahr hindurch. Vielleicht könnte der Heilige Geist – vereinfacht ausgedrückt – mit der Kraft Gottes gleichgesetzt werden. Und diese brauchen die Spitalschwestern in Zukunft verstärkt, denn es stehen einige Veränderungen an. Sr. Angela Hug: «Wir planen in der Bruchmatt einen Neubau des Elisabethenheims.» Und wie viele Glaubensgemeinschaften und Klöster hat die Spitalschwestern-Gemeinschaft ein Nachwuchsproblem. Sr. Angela Hug dazu: «Auch hier: Der Heilige Geist weht, wo er will – im Moment ist kein Nachwuchs in Sicht. Die Spitalschwestern von Luzern werden wohl langsam aussterben. Aber wie gesagt, Gott hat weit mehr Möglichkeiten als wir ahnen …»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.