Der Mann ackert, die Frau sät

Ein Spielplatz für Kinder, eine Boule-Anlage für Gäste und ein Garten, der sich ständig verändert. Das findet sich beim Ehepaar Appius in Horw.

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Der Farbenreichtum spielt im Garten von Gallus und Rosmarie Appius eine wichtige Rolle. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Farbenreichtum spielt im Garten von Gallus und Rosmarie Appius eine wichtige Rolle. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

«Ich könnte sieben Bücher über meinen Garten schreiben.» Die Anlage um das Haus in Horw ist die grosse Leidenschaft von Rosmarie Appius (60) und ihrem Mann Gallus (71). Ganze Tage könnten sie gemeinsam im Garten verbringen. «Wir machen eigentlich alles zusammen. Wir haben das Glück, uns sehr gut zu verstehen», sagt Rosmarie Appius.

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Eine Harmonie, die sich auf das Erscheinungsbild des Gartens niederschlägt. Auffällig sind Sorten- und Farbenvielfalt. «Das Farbige ist uns sehr wichtig. Der Blick auf Teile unseres Gartens wirkt wie ein Landschaftsbild eines impressionistischen Malers», sagt Gallus Appius. Neben Zierblumen finden sich hier Salate, Gewürzpflanzen, mehr Gemüse, als man im Sommer alleine essen könne, Beeren und sogar die grösste Frucht Nordamerikas: die Banane des Indianerbaums.

Verheerende Schädlingsattacke

Die Aufgaben sind dabei klar verteilt. Der Mann, ein gelernter Vermessungsingenieur, ist für das Grobe zuständig, er pflügt Anfang Jahr den Boden um oder nimmt handwerkliche Arbeiten vor. Die Frau, eine ehemalige Primarlehrerin, sät und setzt all das, was wachsen soll. «Säen – setzen – ernten», so hiesse denn auch ihr erstes Buch über den Garten, sagt Rosmarie Appius. Teil zwei würde sich dem «Ernten und Einkochen» widmen, ehe Ausgabe Nummer drei mit dem Titel «Garten ist Leben» versehen würde. «Der Garten ist vergleichbar mit unserem Leben.

Er lehrt uns, mit neuen Situationen umzugehen oder Gewohnheiten zu ändern.» Beispielsweise gelte es auf Hagel und Gewitter zu reagieren. Die Fortsetzung wäre Buch Nummer vier – «Herausforderung Garten». In diesem Kapitel käme sie auf Rückschläge wie jenem Ende Mai zu sprechen, als der Schädling Buchsbaumzünsler praktisch alle der 45 Buchsbäume befiel. Nahtlos ginge die Thematik in Band fünf mit der Überschrift «Gartengestaltung» über.

Dort, wo die Buchsbäume standen, befinden sich nun andere einheimische Pflanzen. Hierzu bedürfe es Kreativität und Ideenreichtum. «Der Garten verändert sich ständig, wir haben nicht immer das Gleiche am gleichen Ort», sagt Gallus. «Fast kein Stein steht mehr dort, wo er vor 30 Jahren war, nachdem wir das Haus unmittelbar neben meinem Elternhaus gebaut haben», sagt Rosmarie.

Auch der Fauna widmet sich Rosmarie Appius mit viel Leidenschaft. Fasziniert zeigt sie auf eine Raupe, die sich später in einen Schwalbenschwanz-Schmetterling verwandeln wird. «Eine seltene Art. Für sie habe ich Fenchelkraut angepflanzt.» Daneben zeugt ein Häufchen Kot vom nächtlichen Besuch eines Dachses.

Auch Katzen aus der Nachbarschaft kämen vorbei. «Vor ihnen schütze ich Teile des Gartens mit einem Netz.» Die Möhrenfliege, die ihre Eier zwischen die Rüben lege, könne damit ebenfalls ferngehalten werden. Willkommen ist derweil die Familie, die aus vier Kindern und drei Grosskindern besteht. Für die Kleinen wurde ein Spielplatz eingerichtet. Daneben befindet sich die Boule-Anlage für Familie und Bekannte. Passend zu den zwei letzten potenziellen Büchern von Rosmarie Appius: ein Kinderbuch sowie der Band «Spiel, Spass und Geselligkeit».

Stephan Santschi