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Kolumne

In der Schweiz wird immer «der Ohrfeige nach» gejasst

Jass-Experte Dani Müller schreibt in seiner Kolumne, warum die Karten in der Schweiz als weltweit einzigem Land gegen den Uhrzeigersinn gespielt werden.
Dani Müller, Jassexperte

Dani Müller, Jassexperte

Nicht nur in der Politik oder in der Selbstwahrnehmung sind wir Schweizerinnen und Schweizer ein Sonderfall. Wir sind stolz auf unsere Sprachenvielfalt und die überdurchschnittliche wirtschaftliche und politische Stabilität. Wir schätzen unsere Neutralität und Unabhängigkeit sowie auch die direkte Demokratie. Und wir leben und lieben unsere Traditionen. Dazu gehört natürlich auch unser Volkssport Nr. 1, das Jassen. Wer hätte gedacht, dass wir sogar beim Kartenspiel ein eigenes Zügli fahren und somit echte Exoten sind?

Die Schweiz gilt nämlich weltweit als einziges Land, wo die Karten gegen den Uhrzeigersinn gespielt werden, also «der Ohrfeige nach». Unseren österreichischen Nachbarn mag dies zwar suspekt vorkommen und unerklärlich sein. Doch wir haben ein Alibi. Unser Sonderfall ist nämlich wissenschaftlich und medizinisch begründet. Die neurologische Forschung fand äusserst Interessantes heraus: Beinahe 80 Prozent aller Menschen sind Rechtshänder, nur gerade gut 20 Prozent Linkshänder. Instinktiv orientieren wir uns demnach auch lieber nach unserer rechten Seite und drehen uns fast immer nach links, also gegen den Uhrzeigersinn.

So ist es auch im Sport: Die Indoor-Velofahrer drehen ihre Runden im Gegenuhrzeigersinn, die Leichtathleten rennen ihre Runden auf der 400-Meter-Bahn im Gegenuhrzeigersinn und auch die Eisschnellläufer sprinten stets im Gegenuhrzeigersinn. Es liegt also auf der Hand, dass wir Schweizerinnen und Schweizer ebenfalls im Gegenuhrzeigersinn jassen. Da stellt sich eigentlich eher für uns die Frage: Warum wird eigentlich nicht in allen anderen Ländern auf der Welt ebenfalls im logischen Gegenuhrzeigersinn gespielt?

Dies ist die sechste von neun Jass-Kolumnen. Die Serie erscheint im Zusammenhang mit der 12. Zentralschweizer Jassmeisterschaft unserer Zeitung.

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