LZ-Weihnachtsaktion

«Der Schmerz wird nie ganz aufhören» – Luzerner Elternpaar verliert seinen Sohn nach vier Monaten

Ein junges Luzerner Elternpaar hat seinen erst vier Monate alten Sohn verloren. In dieser schweren Zeit gibt es einen ganz grossen Lichtblick.

Arno Renggli
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Vivien und Luca G. mit Töchterchen Xantia am Grab von Sohn Mika im Luzerner Friedental.

Vivien und Luca G. mit Töchterchen Xantia am Grab von Sohn Mika im Luzerner Friedental.

Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 14. November 2020)

Bis zum letzten Atemzug des kleinen Mika in diesem März ist die Hoffnung nie ganz erloschen: Er ist als Früh­geburt zur Welt gekommen, sein Herz arbeitet nicht richtig, und darum fehlt es vor allem auch an Sauerstoffversorgung im ganzen Körper. Den noch sehr jungen Eltern – Vivien G. ist 21, ihr Mann Luca auch erst 23 – wird als Szenarien beschieden, dass ihr Sohn vermutlich bereits in den nächsten Tagen sterben wird. Sollte er wider Erwarten die folgenden Wochen und Monate überleben, könnten ihn lebensgefährliche Operationen, darunter im schlimmsten Fall eine Herztransplantation, vielleicht noch bis ins junge Erwachsenenalter retten. Und dann, wer weiss, könnte er vielleicht weiterleben – mit Einschränkungen zwar, aber immerhin.

So werden diese Wochen und Monate für die Eltern ein brutales Auf und Ab mit immer wieder steigender und sinkender Hoffnung. So oft wie möglich sind sie im Spital, Vivien nimmt dann auch ihre zweijährige Tochter mit. Eine grosse Belastung für die Familie, weil das Baby im Kinderspital Zürich liegt. Erst nach längerer Zeit wird der Umzug ins Kinderspital Luzern gewagt.

Dann schlägt das Schicksal besonders brutal zu: Gerade als sich Mika im Spital der Gewichtuntergrenze nähert, welche für die Operationen Bedingung ist, erleidet er eine massive Sauerstoffuntersättigung des Blutes – sein Puls bleibt stehen. Mika stirbt in den Armen seiner Mutter.

«Ich bin sicher: Er hat bis zuletzt gespürt, dass ich bei ihm bin.»

Die kleine Schwester trauert mit

Tragisch: Erst als er tot ist, dürfen die Eltern Mika erstmals mit nach Hause nehmen. Dabei hatten sie diesen Tag so herbeigesehnt. Und obschon sie immer mit dem Schlimmsten rechnen mussten, ist der Tod ihres Sohnes ein Schock. Nicht nur für sie: Auch Schwesterchen Xantia, erst zweijährig, spürt, dass etwas Schlimmes geschehen ist. «Sie verstand sehr gut, dass sie einen Bruder hat, sie war ja fast jeden Tag mit dabei im Spital, wenn wir ihn besucht haben», sagt Mutter Vivien. «An seiner Beerdigung hat sie laut geweint.»

Wie lebt man weiter, wenn das eigene Kind gestorben ist? Eine Frage, die von aussen kaum zu beantworten ist. Vivien und Luca versuchen es beide auf ihre eigene Weise. Ablenkung, etwa durch Arbeit, hilft ein wenig. Luca kann im Mai als IT-Servicetechniker einen neuen Job annehmen. Vivien entschliesst sich für ein Studium an der Hochschule Luzern. «Es tut gut, unter Menschen zu kommen, die meine Geschichte nicht kennen.» Die wichtigste Kraftquelle aber ist Töchterchen Xantia. Luca sagt:

«Dass wir sie haben, ist uns ein grosser Trost.»

Auch um die Finanzen müssen sich die beiden in letzter Zeit vermehrt kümmern, die regelmässigen Spital­besuche in Zürich und dann auch die Beerdigung mit den Kosten für die Gestaltung und Pflege des Grabes frassen Löcher in ein ohnehin knappes Budget der jungen Familie. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft den beiden mit einem Überbrückungsbeitrag, damit sie sich nicht verschulden müssen und zum Schmerz nicht noch Geldnöte hinzukommen. Und natürlich auch als Zeichen unseres Mitgefühls und der Solidarität, die in unserer Region herrscht.

Um zu sparen, wollen sie nun eine kleinere Wohnung suchen. Zumal es für die beiden, die bewusst früh heirateten und bald darauf ihr Töchterchen erwarteten, ein weiteres Kind jetzt wohl nicht mehr geben wird. Denn schon Xantia ist zu früh zur Welt gekommen. Und wie sich herausgestellt hat, treten Frühgeburten bei Mutter Vivien aufgrund eines erblich bedingten Handicaps leider mit hoher Wahrscheinlichkeit auf.

Werden die zwei so sympathischen jungen Leute irgendwann über diesen Verlust hinwegkommen? «Ich konnte mich mit anderen Eltern austauschen, die ein Kind verloren haben und bei denen es schon etwas länger zurückliegt», sagt Vivien. «Sie haben mir berichtet, dass der Schmerz sich mit der Zeit verändert, dann vielleicht nicht mehr so allgegenwärtig und heftig ist. Aber aufhören wird er wohl nie.»

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