Des Harleginggs feuriges, kurzes Leben

Er hat immer ein relativ kurzes, dafür lustiges Leben. Und einen feurigen, stinkenden, qualmenden Abgang: der Harlegingg, der am Donnerstagabend in Brunnen mit einem Fackelzug sein Leben auf dem Scheiterhaufen aushauchte.

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Der Harligingg in Brunnen. (Bild: Laura Vercellone)

Der Harligingg in Brunnen. (Bild: Laura Vercellone)

Der Haufen dürren Holzes wird am Schmutzigen Donnerstag jeweils kurz nach 20 Uhr angezündet. Die Brunner Fasnächtler verweilen eine kurze, andächtige Minute vor dem brennenden Fasnachtssymbol – und machen sich dann lachend und gut gelaunt auf den Weg zu einer der vielen Fasnachtsveranstaltungen des Abends. Von Trauer keine Spur.

Fasnacht geht weiter

Der Harligingg in Brunnen. (Bild: Laura Vercellone)

Der Harligingg in Brunnen. (Bild: Laura Vercellone)

Schliesslich ist es nicht so, dass mit dem Tod des Harleginggs die Fasnacht zu Ende wäre. Noch lange nicht. Dafür verbrennt man den Harlegingg schlicht zu früh. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Brunner Fasnächtler das Männchen am Schmutzigen Donnerstag verbrennen, weil am Güdeldienstag in Schwyz dann richtig gezeuselt wird. Dann wird auf dem Hauptplatz der Blätz mit Stink, Stank und Tätsch und Donner verbrannt. Und das markiert dann das Ende der Fasnacht. Vielleicht ists einfach der pure Neid, dass der Harlegingg nicht so chlöpft wie der Blätz. Spass macht das Spiel mit dem Feuer den Brunnern jedoch allemal.

Harry Ziegler / Neue SZ