Die besten Bilder unseres Fotografen Boris Bürgisser
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Die besten Bilder unseres Fotografen Boris Bürgisser

Kultur, Kunst, Sport, Politik. Seine Lieblingsbilder sind vielfältig – was sie aber eint: Alle entstanden sie eher zufällig.

Boris Bürgisser
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Sebastian Rudolph

Der Schauspieler Sebastian Rudolph steht im Schauspielhaus Zürich über acht Stunden am Stück auf der Bühne für die Marathon-Aufführung von Goethes Faust I und II. Als die Kulturjournalistin und ich uns zum vereinbarten Zeitpunkt im Schauspielhaus einfanden, stand Sebastian immer noch für die Proben von Faust I auf der Bühne. Die Medienverantwortliche des Theaters nahm uns in Empfang und führte uns hinter die Bühne in ein kleines Bistro für die Darsteller, wo wir auf ihn warteten. Die Proben dauerten viel länger als geplant. Während wir im Bistro sassen, kamen immer wieder Darsteller – mal als Teufel verkleidet, mal halb nackt – herein, tranken einen Espresso und verschwanden wieder auf die Bühne. Als Sebastian dann erschien, hatte er eine Stunde Zeit, während das Bühnenbild für Faust II umgebaut wurde.

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Für das Bild habe ich nichts arrangiert. Der Mantel und der türkisfarbene Kleiderbügel hingen exakt so in seiner Garderobe. Am Bild gefällt mir besonders sein direkter, etwas erschöpfter Blick und ich finde das Setting passt perfekt für einen Schauspieler.

Performance von Christoph Rütimann

Im Rahmen von «Kunsthoch Luzern» fanden 28 Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in und um Luzern statt. Die Luzerner Zeitung plante eine Doppelseite mit vielen Bildern. Ich hatte fast den ganzen Tag Zeit, um mit meiner Kamera verschiedene Ausstellungen zu besuchen. Am Schluss war ich in der «Edizioni Galleria Periferia», wo eine Performance von Christoph Rütimann geplant war. Vor Ort war ich enttäuscht, dass die Performance in der Galerie stattfand und per Videoübertragung live auf eine Wand im Innenhof projiziert wurde. Ich knipste also ein paar Fotos davon, wie die Besucher die Leinwand ansahen, obwohl ich wusste, dass die Fotos nichts taugten. Als ich gehen wollte, sprach mich der Galerist an und meinte, dass ich unbedingt bis am Schluss bleiben müsse. Ertappt, so blieb ich. Und konnte dieses tolle Bild aufnehmen, wie der Künstler mit seiner Holzkeule die Leinwand von hinten durchschlug und aus der Projektion vor das Publikum trat.



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Training der Patrouille Suisse

Ich sollte das Training der Patrouille Suisse für ihre grosse Jubiläumsschau über dem Militärflugplatz in Emmen fotografieren. Die Besuchertribüne des Flugplatzes war bereits voller Patrouille Suisse Fans, als die Flugzeuge mit lautem Dröhnen abhoben. Zuerst fotografierte ich nur die Besucher und wie sie mit ihren Kameras und Feldstechern den Jets folgten, das gab in meinen Augen die spannenderen Bilder als die immer gleichen Fotos der Formationsflüge. Dann entdeckte ich den kreisenden Raubvogel über dem Flugplatz, und folgte dem Vogel mit meinem grossen Zoom mehrere Minuten. Ich hoffte dass die Jets der Patrouille Suisse in mein Bildausschnitt fliegen würden.

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Nachträglich reduzierte ich das Bild auf seine Grautöne, weil ich finde, dass die Silhouetten der Jets und des Vogels stärker wirken, wenn das Blau des Himmels nicht ablenkt.

Swiss Open Basel

Boris Bürgisser

Hier hatte ich den Auftrag, für eine Bilderseite im Sportbund an die Swiss Open in Basel zu fahren. Da zum Zeitpunkt meiner Ankunft bereits alle heimischen Teilnehmenden ausgeschieden waren, hatte ich freie Hand, was ich fotografieren wollte. Es sollten nur genug Bilder für eine Bilderseite werden. Nachdem ich einige klassische Aktionsbilder geschossen hatte, merkte ich, dass sie immer mehr oder weniger gleich aussahen. Also begann ich mit Mehrfachbelichtungen und langen Belichtungszeiten zu experimentieren. So sind einige spannende Bilder entstanden, welche die Dynamik des Badminton gut einfangen.

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Tamara Funiciello

Für ein Portrait habe ich mich in Bern beim Bundeshaus mit der Juso-Politikerin und heutigen Nationalrätin Tamara Funiciello getroffen. Da die Januarsonne ein weiches Licht warf, war klar, dass wir das Foto draussen aufnehmen. Wir unternahmen also einen kleinen Spaziergang zusammen und ich liess sie immer wieder vor unterschiedlichen Hintergründen posieren. Dieses Bild entstand mehr zufällig, als sie wieder einmal ihre wilden Haare zu bändigen versuchte. Mir gefällt auf dem Bild ihre verletzliche Haltung im Zusammenspiel mit dem leichten Lächeln und dem Schatten des Baums an der Sandsteinmauer im Hintergrund. Leider hat die Zeitung am Ende ein anderes Bild gedruckt, auf welchem Tamara Funiciello stark und selbstbewusst wirkt.





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