Der Verein Graue Panther zieht sich aus der Zentralschweiz zurück

Mitgliederschwund und Überalterung: Der Seniorenverein Graue Panther Schwyz/Zentralschweiz löst sich auf. Auch das vereinseigene Informationsblatt wird eingestellt.

Stephan Santschi
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Noch einmal werden die Grauen Panther zusammenkommen, dann ist Schluss. Die 26.Generalversammlung, die am 18. April in Einsiedeln vorgesehen war, ist wegen des Coronavirus zwar auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Das Ende des Seniorenvereins ist damit aber nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. «Wir werden den Antrag auf Auflösung stellen. Das ist beschlossene Sache», sagt der 71-jährige Arthur Bürgler, Co-Präsident der Grauen Panther Schwyz/Zentralschweiz.

Hauptgrund für diese finale Massnahme ist der eklatante Mitgliederschwund. «Wir zählten einst rund 400 Leute, jetzt sind es 100, und davon machen nur noch 20 aktiv mit», berichtet Bürgler. In den letzten Jahren sei es immer wieder vorgekommen, dass Veranstaltungen aufgrund des Mangels an Anmeldungen hätten abgesagt werden müssen. Auch heuer fielen bereits ein Ausflug in den Jura und eine Besichtigung des Schwyzer Festungswerk Selgis dem fehlenden Interesse zum Opfer. Sämtliche weiteren geplanten Anlässe in diesem Jahr wurden jetzt gestrichen.

«Wir sind vor allem noch ein Reisliverein»

Wie andernorts in der Schweiz, etwa in Bern oder der Nordwestschweiz, waren die Grauen Panther der Region Schwyz/Zentralschweiz entstanden, um Senioren in Altersfragen zu unterstützen. Sie dienten als gemeinnütziger Verein im Dienste der aktiven, älteren Generation «Fünfzig Plus», wie es offiziell hiess. «Der Staat hatte dies damals vernachlässigt», erklärt Bürgler. Zentrale Themen waren Krankenkassenprämien und Spitalkosten, die Gesundheitsvorsorge oder Antworten auf AHV-, Renten- und Steuerfragen. «Die Grauen Panther waren zu Beginn politisch sehr engagiert. Mittlerweile gibt es aber viele Einrichtungen, welche diese Aufgaben übernehmen.»

Das letzte grosse Thema, auf welches sie Einfluss genommen hatten, war die Erhöhung des Mindestalters für medizinische Untersuchungen zur Prüfung der Fahreignung. Mit Erfolg: In der abgelaufenen Sommersession hat das Parlament bekanntlich eine Änderung von 70 auf 75 Jahre beschlossen. «Ansonsten sind wie vor allem noch ein Reisliverein. Mit der Grundidee hat dies nichts mehr zu tun», sagt Bürgler und schmunzelt. Die Überalterung und das vielfältige Angebote von Pro Senectute seien weitere Gründe, weshalb ihr Verein immer kleiner wurde.

Keine Nachfolge für abtretenden Vorstand

Und so sei nun der Moment gekommen, um Adieu zu sagen. «Es war eine schöne Zeit, doch alles hat ein Ende», sagt Arthur Bürgler. Er ist einer von nur noch vier verbliebenen Vorstandsmitgliedern, wovon zwei gesundheitlich stark angeschlagen seien. «Wir haben zwar intensiv nach einer Nachfolgelösung gesucht. Doch wir sind nicht fündig geworden. Niemand will mehr Vorstandsarbeit verrichten.» Auch die Ankündigung der Auflösung habe keine Gegenreaktion mehr ausgelöst.

Ursprünglich bestanden die Grauen Panther Schwyz/Zentralschweiz aus den drei Gruppierungen Einsiedeln, March Höfe und Innerschwyz mit eigenen Regionalleitern. Zuletzt aber wurde alles überschaubarer und eine Unterteilung überflüssig. Auch das vereinseigene Informationsblatt mit dem Namen «Silberdistel», welches der noch immer arbeitstätige Arthur Bürgler in seiner Druckerei in Muotathal produzierte und das bis zu vier Mal jährlich erschien, wird eingestellt. Das nicht bezifferte Vermögen des Vereins soll nach der Auflösung an die Pro Senectute des Kantons Schwyz überwiesen werden.