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Interview

In der Zentralschweiz werden die Jasskarten neu gemischt

Die Zentralschweizer Jassmeisterschaft der Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben geht in die 12. Runde. Jass-Experte Dani Müller erzählt, warum es unbedingt neue Jassregeln braucht und warum er nicht mehr an Schweizermeisterschaften teilnimmt.
Roger Rüegger
Dani Müller weiss alles über das Jassen. (Bild: Michel Canonica / St. Galler Tagblatt (Speicher, 4. Juli 2)

Dani Müller weiss alles über das Jassen. (Bild: Michel Canonica / St. Galler Tagblatt (Speicher, 4. Juli 2)

Der Ostschweizer Jass-Experte Dani Müller war acht Jahre Schiedsrichter beim SRF. Beim Samschtig-Jass und Donnschtig-Jass zählte er den Jassern beim Differenzler die Stiche und schrieb die Punktzahl auf die Tafel. Der Bankleiter in Speicher (AR) gibt unseren Lesern ab dem 13. Oktober in neun Kolumnen einen Einblick in seine Jass-Welt.

Dani Müller, nach ihrem Ende als TV-Jass-Experte in diesem Sommer ist noch lange nicht Schluss. Sie sind Reiseleiter bei Jassferien. Wie kommt man zu so einem Job?

Jassreisen und Jassturniere führe ich für Knecht Reisen seit letztem Jahr mit meiner Frau Claudia durch. Meine Reise- und Jasskarriere hat Ernst Marti vorgespurt. Er war beim Samschtig-Jass und Donnschtig-Jass und bei Knecht mein Vorgänger. Er schlug mich beim SRF als Schiedsrichter vor.

Weil Sie Jassturniere und Reisen organisieren?

Nein, ich war zweimal Telefonjasser beim Samschtig-Jass und 1993 auch beim Donnschtig-Jass, wo ich mit dem Jasskönig die Sendung nach Speicher holte. Richtig reingerutscht bin ich 2008, als ich am St. Galler-Fest ein Jassturnier und eine Woche Jassferien gewann, wo ich die damalige Samschtig-Jass Moderatorin Monika Fasnacht kennen lernte.

Zwei Empfehlungen? Da konnte ja nichts anbrennen.

Ich musste trotzdem an Castings teilnehmen – und war grottenschlecht. Ich verzählte mich, weil ich den letzten Stich vergass.

Trotzdem hinterliessen Sie einen guten Eindruck?

Soviel ich weiss, hat sich die damalige Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten für mich ausgesprochen. Obwohl ich ihr beim Casting nicht begegnet bin. Dafür habe ich mich live bei ihr bedankt, als sie als Promi bei einem Samschtig-Jass mitspielte.

Sie sind nicht mehr beim SRF, aber immer noch Jass-Experte. Werden Sie erkannt?

Ja, und zwar vor allem in ihrer Region, wo das Jassen einen sehr grossen Stellenwert hat. Wenn ich in der Zentralschweiz eine Wanderung unternehme, werde ich alle zehn Minuten angesprochen. Bei mir in der Ostschweiz ist das weniger der Fall.

«Wenn ich in der Zentralschweiz eine Wanderung unternehme,
werde ich alle zehn Minuten angesprochen.»

Wenn Sie das so sagen, nehme ich an, dass Zentralschweizer auch gute Jasser sind?

Das sieht man beim Donnschtig-Jass. Es sind oft Gemeinden aus dem Kanton Schwyz dabei, die wenig Differenzpunkte erspielen.

Wie steht’s mit Nachwuchs?

Es kommen vermehrt junge Leute auf den Geschmack. Ich weiss von Schulen, die Jassen im Unterricht einbauen, damit die Schüler spielerisch Kopfrechnen lernen.

Sie sind Autor des Jassführers. Darin sind alle Regeln erklärt. Wer bestimmt, was gültig ist?

Die Federführung bei den Jassregeln hatte seinerzeit Göpf Egg. Zusammen mit Ernst Marti und einigen Experten haben meine Frau und ich das Reglement überarbeitet und neu herausgegeben.

War es an der Zeit, das Reglement anzupassen?

Unbedingt. Als ich bei Radio Musikwelle Jassfragen beantwortete, haben sich viele Leute gemeldet. Bis zu 400 Fragen gingen pro Jahr ein. Einige stellten mir regelmässig knifflige Fragen, um mich zu kitzeln. Die haben mir geholfen beim Aktualisieren des Buches.

Was war die gravierendste Änderung einer Regel?

Wenn in der letzten Runde eine Karte fehlt, wurde früher das Spiel wiederholt. Das gibt es nicht mehr. Jedes Spiel wird fertig gespielt und die Karten gezählt. Man könnte sonst bei einem schlechten Blatt einfach eine Karte verschwinden lassen, dieser «Beschiss» entfällt jetzt.

Über 20 Spielarten sind darin aufgeführt. Ich kenne höchstens fünf. Gibt es so viele?

Sogar mehr als 30. Auch mehrere, die man zu zweit spielen kann.

Ein Kollege sagte, ich müsse nach dem Guggitaler fragen.

Auch dieser ist beschrieben.

Sie sind mit Ihrer Frau oft auf Ihrer Segeljacht auf dem Bodensee. Welchen Jass spielen Sie zu zweit?

Meine Frau und ich jassen selten ohne weitere Spieler. Beim Jassen ist so viel Glück dabei, dass ich es nicht spassig finde, wenn nur zwei spielen. Dann spiele ich lieber Schach oder Mühle.

Im TV haben Sie, im Gegensatz zum Casting, nie einen Rechenfehler gemacht. Waren Sie nie nervös und fürchteten, dass es wieder passiert?

Nervös war ich am Anfang sicher. Danach nur noch angespannt. Aber das muss man sein, damit man konzentriert bleibt.

Sind Sie auch privat Rechner und Schreiber am Jasstisch?

Ja, fast immer. Ich bin ein Zahlenmensch, einer der Statistiken führt, schon als Kind.

Jasst man gegen Sie anders als gegen einen Jass-Laien?

Nein. Es gibt bessere Jasser als ich. Ein guter Jasser weiss, welche vier Karten am Schluss noch im Spiel sind. Das kann ich nicht.

«Ein guter Jasser weiss, welche vier Karten am Schluss noch im Spiel sind.»

Spielen Sie an Turnieren?

Ab und zu. Lieber organisiere ich welche. Wenn aber ein Jasser fehlt, springe ich gerne ein.

Gibt es Leute, mit denen Sie nicht gerne jassen?

Ja, die gibt es. Ich würde nicht mehr an einer Schweizermeisterschaft teilnehmen, weil es zu sehr ums Gewinnen geht. Ich ziehe das Gesellige dem Siegen vor.

Der neue Schweizer Jassführer «Stöck Wys Stich» von Dani Müller ist beim Verlag Fona.ch, im Buchhandel oder auf srf.ch/shop für 22.80 Franken erhältlich.

Jassmeisterschaft neu mit 18 Ausscheidungen

Wenn das Laub den Boden bedeckt, hoffen auch die Jasser auf ein «Blatt». So an der 12. Zentralschweizer Jassmeisterschaft der Luzerner Zeitung und ihrer Regionalausgaben, die morgen Samstag im Mythen-Forum in Schwyz beginnt. Die Anmeldung für dieses Ausscheidungsturnier ist zwar abgelaufen, aber bereits am Montag, 8. Oktober, findet im Restaurant Wichlern in Kriens die nächste Runde statt. Ab 19.30 Uhr wird gejasst, die Standblattausgabe erfolgt ab 18.30 Uhr. Bis am 5. Dezember wird an 18 Ausscheidungen Schieber mit zugelosten Partnern gespielt. Der Einsatz beträgt 25 Franken. Das Finale ist am 16. Dezember im Kulturzentrum Braui in Hochdorf.

Organisator Hansjörg Kaegi erwartet viele Teilnehmer: «Wir hatten jedes Jahr mehr Jasserinnen und Jasser an den Tischen. 2017 waren es 2114, so viele wie nie. Da heuer bei Gössi Carreisen in Horw ein Turnier hinzukommt, hoffe ich auf eine Rekordbeteiligung.» Der Sieger gewinnt eine 17-tägige Reise ans Nordkap und die Lofoten für zwei Personen im Wert von 9160 Franken. Weiter gibt es eine Wellnesswoche im Solbad Hotel Sigriswil für 3000 Franken zu gewinnen. (rgr)

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