Die Kandidaten lächeln wieder von den Plakaten

Zum 2. Wahlgang der RegierungsratsErsatzwahlen vom 13. Juni. Jörg Uttinger

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Nun lächeln Sie uns an, die Kandidaten und Kandidatinnen für die beiden Sitze im Regierungsrat. Darunter ist eine Frau Judith Uebersax. Ich kenne sie nicht persönlich, ich weiss nicht, was und wie sie denkt. Per Zufall ist mir ein Leserbrief in der «Neuen Schwyzer Zeitung» vom 15. Dezember 2007 in die Hände gekommen. Als Autorin zeichnete Frau Uebersax. Unter anderem stand in dem Leserbrief: «Den arbeitenden Schwyzern und Schwyzerinnen soll gemäss CVP das Geld aus dem Sack gezogen werden, um Sozialschmarotzer und Arbeitsscheue zu unterhalten... »

Ein merkwürdiges Wort, das Frau Uebersax da in den Raum gestellt hat: Sozialschmarotzer. Was oder wen sie damit meint, geht aus dem Leserbrief nicht hervor. Ebensowenig, was sie mit Sozialschmarotzern vorhätte, wenn man sie gewähren liesse. Den Ausdruck «Schmarotzer» kenne ich vorab aus der Biologie. Flöhe, zum Beispiel, sind Schmarotzer, oder Läuse. Ein Freund von mir hatte einmal einen Bandwurm – ein ganz spezieller Schmarotzer, ein Darmparasit.

Schmarotzer pflegen wir – wenn wir sie denn erwischen – umgehend und unbürokratisch zu Tode zu bringen. Mit Chemie beispielsweise (Kartoffelkäfer) oder mit Pharmazeutik (Bandwurm) oder mit simplem Zerdrücken zwischen Daumen und Zeigefinger (Läuse, Flöhe).

An sich ziehe ich in Erwägung, mich etwas vor 65 pensionieren zu lassen. Aber die Aussicht, dann allenfalls unter die Sozialschmarotzer eingereiht zu werden, ist etwas unerfreulich. Der Gedanke an die Möglichkeit, mittels Chemie, Pharmazeutik oder simplem Zusammendrücken zwischen Daumen und Zeigefinger aus dem Verkehr gezogen zu werden, macht nicht eben froh.

Ich weiss immer noch nicht viel über Frau Uebersax. Aber nach dem Leserbrief vom 15. Dezember 2007 will ichs auch gar nicht mehr so genau wissen.

Jörg Uttinger, Schwyz