Die Krankenkassen schlagen bis 7 Prozent auf

Das Bundesamt für Gesundheit gibt dieser Tage die definitiven Krankenkassenprämien für das kommende Jahr bekannt. Die Prämien werden wieder stärker ansteigen als im vergangenen Jahr – schweizweit am stärksten in Uri, Luzern und Obwalden.

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(Symbolbild Keystone)

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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt voraussichtlich am Donnerstag die Krankenkassenprämien für das Jahr 2009 bekannt. Dann wissen die Versicherten mit Gewissheit, wie viel Prämie sie im nächsten Jahr für die obligatorische Grundversicherung bezahlen müssen. Schon jetzt ist klar: Im Gegensatz zum letzten Jahr wird es keine Nullrunde mehr geben, sondern die Prämien werden wieder stärker steigen. Aufgrund einer früheren Berechnung rechnete der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch mit einer Prämienerhöhung von rund 4 Prozent. In der Zentralschweiz wird sogar mit Erhöhungen bis zu 7 Prozent gerechnet.

(Quelle: Comparis, ganze Tabelle » )

Für Sparer drei Möglichkeiten
Ohne Änderung der Franchise kann bei der Krankenkassenprämie auf drei Arten gespart werden: Durch den Wechsel zu einem alternativen Versicherungsmodell (zum Beispiel Telmed, Hausarzt-Modell oder HMO) bei der gleichen Krankenkasse, durch den Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse mit dem gleichen Versicherungsmodell oder durch den Wechsel zum günstigsten Versicherungsmodell bei der günstigsten Krankenkasse. Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch hat, basierend auf den provisorischen Krankenkassenprämien für rund 90 Prozent der Bevölkerung, für jede der drei Varianten das Sparpotenzial berechnet:

  • Würden alle Versicherten bei ihrer angestammten Krankenkasse bleiben, aber zum günstigsten Versicherungsmodell wechseln, läge das jährliche Prämien-Sparpotenzial bei 2,7 Milliarden Franken.
  • Wären alle Versicherten bereit, die Krankenkasse zu wechseln und würden zur günstigsten Krankenkasse mit dem gleichen Versicherungsmodell wechseln, betrüge das Sparpotenzial 3,8 Milliarden Franken.
  • Würden schliesslich alle Versicherten zur günstigsten Krankenkasse und dem günstigsten Versicherungsmodell wechseln, läge das Prämiensparpotenzial bei 5,9 Milliarden Franken.

Entsprechende Sparpotenziale lassen sich auch pro Kanton berechnen.

Die Wenigsten sparen
Trotz dieser Milliardenbeträge müssen die Krankenkassen keine vermehrten Krankenkassenwechsel und damit verbundene Prämienausfälle befürchten. «Die Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Versicherten das für sie günstigste Versicherungsmodell wählen oder ihre Krankenkasse wechseln. Viele beklagen sich zwar über die hohen Prämien, aber handeln tut fast niemand», so die Einschätzung von Richard Eisler, Geschäftsführer von comparis.ch.

sda