Die «Streber» und «Schwänzer» im Nationalrat

Die Auswertung der Frühlingssession von 93 Abstimmungen zeigt schwarz auf weiss, welche Zentralschweizer Nationalräte wie viele Abstimmungen versäumt haben. Andy Tschümperlin war bei jeder Abstimmung dabei. Otto Ineichen belegt unter den Zentralschweizer «Schwänzern» den Spitzenplatz.

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FDP-Nationalrat Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

FDP-Nationalrat Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

Die Frühjahrssession des Nationalrats ging am Freitag zu Ende. Wer bei den Abstimmungen mit An- und wer mit Abwesenheit glänzte, zeigt eine Auswertung der Online-Plattform politnetz.ch. Die Zahlen der Zentralschweizer Parlamentarier können sich im schweizweiten Vergleich sehen lassen.

Otto Ineichen fehlt bei 28 Abstimmungen

FDP-Nationalrat Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

FDP-Nationalrat Otto Ineichen. (Bild: Keystone)

Der Luzerner Nationalrat Otto Ineichen (FDP) führt bei den «Schwänzern» die Zentralschweizer Rangliste an. Er fehlte bei 28 der Abstimmungen (31 Prozent). Damit kommt er in der Abwesenheits-Rangliste aller 200 Nationalräte auf den 15. Platz. Die Zentralschweizer Parlamentarierin mit den zweitmeisten Abwesenheiten kommt ebenfalls aus Luzern. Prisca Birrer-Heimo (SP) fehlte bei 20 Prozent der Abstimmungen (Rang 44 unter allen Nationalräten). Aufs Podest der Zentralschweizer mit den meisten Abwesenheiten schafft es auch der Zuger Bruno Pezzatti (FDP) mit 17 Prozent Abwesenheit (Platz 57).

Im Nationalrat sind Hans Grunder (BDP Bern) und Ulrich Giezendanner (SVP Aargau) mit 44 respektive 42 Abwesenheiten (49 und 47 Prozent) die Spitzenreiter der Frühlingssession. Ursula Wyss (SP Bern) auf Position drei fehlte bei 46 Prozent der Abstimmungen.

Der Fleissige: Andy Tschümperlin

Einziger Zentralschweizer Nationalrat, der in der aktuellen Session bei keiner einzigen Abstimmung fehlte, ist der Schwyzer Andy Tschümperlin (SP). Auch Yvette Estermann (SVL Luzern) kommt mit nur einer Abwesenheit auf einen Spitzenplatz. Ida Glanzmann-Hunkeler (CVP Luzern), Pirmin Schwander (SVP SZ) und Gabi Huber (FDP UR) fehlten bei je zwei Abstimmungen.

Der Vergleich unter den Zentralschweizer Kantonen steht Obwalden mit einer Abwesenheit von durchschnittlich 14 Prozent gefolgt von Zug mit 12 Prozent am schlechtesten da. Luzern steht bei 9 Prozent Abwesenheit, Nidwalden bei 6 Prozent, Schwyz 5 Prozent und Uri belegt mit nur 2 Prozent Abwesenheit den nationalen Spitzenplatz unter den Kantonen. Der Vergleich ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da sich bei den einzelnen Kantonen die Abwesenheit eines Nationalrates aufgrund der unterschiedlichen Anzahl Sitze jeweils stärker oder schwächer auf den Durchschnittswert auswirkt.

Bei den Abwesenheiten im Nationalrat ist laut Geschäftsreglement zwischen genereller und entschuldigter Abwesenheit zu unterscheiden. Als entschuldigte Abwesenheiten gelten Delegationsaufträge, Mutterschaften, Unfälle oder Erkrankungen.

bep/kst