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Die Zentralschweiz ist ein Mountainbike-Eldorado

Biken ist längst zum Breitensport avanciert. Kaum eine andere Region bietet so viele Möglichkeiten, sich auszutoben.
Ismail Osman
Biker auf dem Jochpass ob Engelberg. (Bild: Roger Grütter, 13. Juli 2019)

Biker auf dem Jochpass ob Engelberg. (Bild: Roger Grütter, 13. Juli 2019)

Sie kommen, um zu in die Pedale zu treten: Die Bike-Saison läuft zwar schon seit März, die langen Sommertage und die Schulferien locken aber zunehmend mehr aufs Velo. Gegen 570'000 aktive Biker zählt die Schweiz derzeit. Der Sport ist längst massentauglich und steckt mitten in Boomjahren – davon versucht die Zentralschweiz zu profitieren. Mitte 2018 schlossen sich die Zentralschweizer Kantone zusammen und lancierten das NRP-Projekt «Mountainbike Zentralschweiz», um die Angebote der verschiedenen Zentralschweizer Kantone besser zu koordinieren (siehe Interview unten). Im folgenden eine kleine Auswahl der vorhandenen «Spielplätze»:

Für die Kids:

Flowen auf den Pumptracks

Idealerweise findet der Drahteselreiter schon früh den richtigen Schwung. Hierzu bieten sich sogenannte Pumptracks an. Entsprechend scheinen die Rundkurse, welche sich durch ihre Bodenwellen und Steilwandkurven auszeichnen, in den vergangenen Jahren regelrecht aus dem Boden zu spriessen. Ende letzten Jahres wurde eine neue Anlage beim Schulhaus Wartegg in Luzern eröffnet. Weitere Anlagen sind aber auch in Kriens und Schüpfheim (Rollsportpark) zu finden. Der Kanton Uri ist in Sachen Bikesport sowieso schon regionaler Vorreiter. Entsprechend findet sich in Schattdorf auch ein grosser Pumptrack.

Bis Ende Jahr soll der erste Pumptrack im Kanton Zug in Cham entstehen. Seit vergangenem Januar 2019 besitzt der Kanton Nidwalden einen mobilen Pumptrack, welcher von Schulen und Gemeinden gemietet werden kann. In Obwalden hat sich Ende Juni der Flow-Bikeverein gegründet, der nun auf der Suche nach einem Standort für einen Pumptrack ist. Mitte Juni wurde ein 4,6 km langer «Flowtrail» von der Marbachegg nach Marbach-Talstation eröffnet. Dieser wurde nur mit natürlichem Material erstellt und soll auch für Kinder ab 10 Jahren fahrbar sein (schwierige Passagen sind markiert und können umfahren werden).

Die Ski- und Bikeschule Prime Mountain Sports in Engelberg bietet ein speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtetes Programm an. Dazu gehören die Kinder-Bike-Wochen. Und auch die Bikeschule Engelberg, welche an die Schweizer Ski- und Snowboardschule Engelberg angegliedert ist, gibt in Sachen Kinder-Angebote Gas: Im Rahmen der Kids Bike League können Nachwuchs-Biker ab 3 Jahren erste Erfahrungen sammeln und sich stetig weiterentwickeln.

Für Anfänger:

Im «Vita-Parcours» für Biker

Gerade in der Zentralschweiz, sprich den Voralpen, finden sich Strecken der verschiedensten Härtestufen – oftmals dicht beisammen. Eine interessante Option, um sich grundlegende Techniken anzueignen, ist der Bike-Parcour Giswil. Auf einer Route über 9,4 Kilometer kann man dort einen ausgeschilderten Lernparcours mit 17 Posten absolvieren. Sowohl Geschicklichkeit wie auch Fahrtechnik können dort trainiert werden. Insbesondere die ersten Posten eignen sich auch für Kinder, um dort grundlegende Techniken ausprobieren zu können.

Die Plattform Schweiz-Mobil empfiehlt für Anfänger unter anderem auch die «Goldi-Route», die von der Klewenalp runter nach Treib führt. In der Region befindet sich auch die Bike Arena Emmetten. Diese bietet insgesamt rund 120 Kilometer an Trails und einen Übungsparcours. Die Arena verfügt über ein Mietcenter und eine Servicestation. Zudem werden verschiedene Kurse angeboten. Darunter auch einen Fahrtechnikkurs speziell von Frauen für Frauen.

Für Fortgeschrittene:

Hinauf in die Höhe

Gerade für erfahrene Biker gibst es in der Zentralschweiz eine schier endlose Auswahl von Touren zu entdecken. Ein möglicher Ausgangspunkt wäre Andermatt. Dort finden sich Strecken, die zwischen vier und acht Stunden beanspruchen und teilweise enorme Höhendifferenzen aufweisen. Mit einem Aufstieg von 1400 Meter und einem höchsten Punkt von über 2400 Metern ist die «Schöllenen-Stöckli-Riental-Tour» definitiv nichts für Plauschfahrer. Im untersten Teil muss das Bike oft geschoben werden – wegen Gerölls, hoher Stufen oder klaffender Abgründe. Hier sind Erfahrung und Nervenstärke gefragt.

Speed-Freaks kommen auf der Downhillstrecke Haldi (bei Schattdorf UR) auf ihre Kosten. Hier können routinierte Fahrer ans Limit gehen.

Im Kanton Schwyz bestehen ebenfalls diverse Routen, die so viel Biss abverlangen, wie sie mit ungetrübten Naturerlebnissen locken. Exemplarisch ist die Hoch-Ybrig-Tour, welche von Einsiedeln hinauf zum Skigebiet und wieder zurück führt. Der Aufstieg bis nach Oberiberg hat es in sich. Der höchste Punkt der Tour, der Spirstock, hält eine schöne Aussicht auf die beiden Schwyzer Hausberge bereit: den Grossen und Kleinen Mythen. Diesen kommt man im Verlauf des Abstieges immer näher.

Nachgefragt

Thomy Vetterli (PD)

Thomy Vetterli (PD)

Die Zentralschweiz will durch Mountainbike-Angebote zusätzliche Wertschöpfung für die Region generieren. Mit NRP-Mitteln (Neue Regional-Politik) der Kantone Luzern, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Uri wurde 2018 ein zweijähriges Projekt lanciert. Der Wolfenschiesser Gemeindevizepräsident Thomy Vetterli leitet das Projekts. Er zieht eine Halbzeitbilanz und blickt in die Zukunft.

Vor einem Jahr wurde das Projekt «Mountainbike Zentralschweiz» lanciert. Wo steht man heute?

Thomy Vetterli: Das «Etappenziel» war dem Thema Mountainbike einen neuen Anstoss zu geben. Dieser «Schupf» ist gelungen, jetzt muss der «Karren» auch gelenkt werden.

Und in welche Richtung soll dieser rollen?

Die Vision der Kantone, uns als eine der attraktivsten Bikeregionen der Schweiz zu entwickeln, soll realisiert werden. Zentral ist die Frage: «wo macht was Sinn». Das heisst die kantonale und überkantonale Koordination der bereits vorhandenen und noch geplanten Angebote. Um so besser die Angebote aufeinander abgestimmt sind, desto besser kann man die Region als Gesamtpaket vermarkten.

In Uri befindet der Landrat im September darüber, ob das Biken gesetzlich verankert wird. Ist das der nächste Schritt für die Region?

Die gesetzliche Verankerung ist auf nationaler Ebene voraussichtlich für das Jahr 2023 vorgesehen. Es kommt also definitiv. Wir haben nun als Region die Chance diese gesetzlichen Grundlagen massgebend mitzugestalten und dadurch Zusammen massiv Kosten zu sparen. Wir hatten bereits erste Gespräche mit der vom Bund eingesetzten Arbeitsgruppe.

Worin lägen die Vorteile einer solchen gesetzlichen Verankerung des Sportes?

Soll der Biketourismus konsequent weiterentwickelt werden sind gesetzliche Vorgaben -analog zum Wandern – betreffend Zuständigkeit von Kanton und Gemeinden sowie zur Finanzierung und dem Unterhalt notwendig.

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