DIENSTLEISTER: Abbau: Diese Poststellen sind betroffen

Die Post setzt ihren Abbau von Poststellen als Folge der Mengenrückgänge beim Brief- und Zahlungsverkehr fort. Die meisten bislang geprüften Stellen werden umgewandelt.

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(Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

(Symbolbild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Post hat im vergangenen April eine Liste mit 421 Poststellen veröffentlicht, die sie bis 2011 überprüfen wird. Die ersten 114 Überprüfungen sind nun abgeschlossen und die Entscheide gefällt, wie die Post am Dienstag mitteilte. Demnach betreibt sie 30 Poststellen unverändert weiter, 49 Standorte wandelt sie in Agenturen um und an 32 Standorten führt sie neu den Haus-Service ein. In drei Fällen wurde die Poststelle geschlossen, so dass die betroffenen Gemeinden nun von der nächstgelegenen Poststelle aus bedient werden. Per Ende August wird die Post damit noch 2.348 Poststellen – davon 283 Agenturen – und 1154 Haus-Services betreiben.

Sechs Intervention – ohne Erfolg
Die Post weist darauf hin, dass die Umwandlungen der Poststellen stets im Dialog mit den Gemeinden geschehen seien. Falls keine einvernehmliche Lösung möglich sei, könne die betroffene Gemeinde die Kommission Poststellen anrufen, deren Empfehlungen die Post akzeptiere. Laut der Post haben sechs Gemeinden davon Gebrauch gemacht, wobei die Kommission alle Entscheide der Post gestützt habe. Das Unternehmen kündigte an, auch bei den verbleibenden 307 Poststellen, die in den nächsten zwei Jahren überprüft werden sollen, sorgfältig und im Dialog mit Mitarbeitern und Gemeinden vorzugehen.

«Drastische Mengenrückgänge»
Die Post baut ihr Poststellennetz ab, weil sie seit Jahren «mit drastischen Mengenrückgängen» an den Postschaltern konfrontiert ist, wie es in der Mitteilung heisst. Seit 2000 sei die Menge bei Briefen und Paketen um 47 Prozent zurückgegangen und beim Zahlungsverkehr um 17 Prozent. Die neuen Agenturen nach dem Modell «Post im Dorfladen» würden in der Bevölkerung aber insbesondere dank der langen Öffnungszeiten und der Kombination mit einem Laden als Alternative zur traditionellen Poststelle gut akzeptiert, schreibt die Post. Um die Attraktivität weiter zu steigern, werde die Post im ersten Quartal 2010 zudem schweizweit in allen Agenturen auch postfremde Debitkarten (Maestro) für den bargeldlosen Zahlungsverkehr akzeptieren.

Initiative ist in Vorbereitung
Im Zusammenhang mit dem Abbau bei den Poststellen ist auch noch eine Initiative von Linken und Gewerkschaften unterwegs. Ziel der im vor einem Monat lancierten Initiative «Für eine starke Post» ist ein flächendeckendes Poststellennetz und eine qualitativ gute Grundversorgung. Zur Finanzierung des Poststellennetzes und des Universaldienstes soll der Post weiterhin ein Briefmonopol eingeräumt und erlaubt werden, eine Postbank zu betreiben.

ap

Die betroffenen Standorte in der Zentralschweiz:

Luzern:

  • Umwandlung in Agentur: Greppen, Grossdietwil, Römerswil, St. Urban
  • Umwandlung in Haus-Service: Uffikon
  • Entscheid noch ausstehend: Ermensee, Hergiswil, Hohenrain, Langnau, Menzberg, Richenthal, Roggliswil, Sörenberg, Ufhusen

Uri

  • Weiterführung: Silenen
  • Agentur: Isenthal
  • Haus-Service: Sisikon
  • Entscheid noch ausstehend: Amsteg, Bristen, Gurtnellen, Realp, Seelisberg, Unterschächen

Schwyz

  • Weiterführung: Merlischachen
  • Entscheid noch ausstehend: Gross, Rickenbach, Vorderthal

Nidwalden:

  • Agentur: Ennetmoos

Obwalden

  • keine Überprüfungen vorgesehen

Zug

  • keine Überprüfungen vorgesehen