DOKUMENTATION: Kriminalfälle aus der Zentralschweiz bald im TV

Es waren Taten, die in der ganzen Schweiz für Aufsehen sorgten: Der Zuger Amoklauf im Jahr 2001 und der Fall des Luzerner Todespflegers. Nun strahlt das Schweizer Fernsehen Dokumentarfilme darüber aus.

Drucken
Teilen
Niedergelegte Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in Zug am 5. Oktober 2001. (BIld Marco Sieber/Neue ZZ)

Niedergelegte Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs in Zug am 5. Oktober 2001. (BIld Marco Sieber/Neue ZZ)

Das Schweizer Fernsehen zeigt auch dieses Jahr eine neue «DOK»-Sommerserie mit Kriminalfällen. Die Reihe «Schweizer Verbrechen im Visier» berichtet zwischen dem 7. Juli und dem 18. August 2009 jeweils am Dienstagabend um 21.05 Uhr auf SF 1 über sieben Kriminalfälle, welche die Schweiz bewegten. Diese machen alle auch eine Aussage über die Zeit und Gesellschaft, in der sie stattfanden, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Schwarzenegger-Verwandter als Experte
Der erste Beitrag befasst sich mit der «Rache der arischen Ritter» im Berner Oberland im Jahr 2001, als drei junge Rechtsextreme ihren 19-jährigen Kollegen ermordeten. Es folgt der aufsehenerregende Doppelmord von Wohlen von 1991. Auch zwei Fälle aus der Zentralschweiz sind dabei: Am 28. Juli wird «Das Attentat in Zug» und 4. August «Der Todespfleger aus der Innerschweiz» ausgestrahlt. Strafrechtsprofessor Christian Schwarzenegger (siehe Bild unten), der auch Lehrbeauftragter an der Universität Luzern ist, beantwortet in der ganzen Serie juristische Fragen zu jedem Fall und erläutert Kontext und Hintergründe. Es handelt sich – dies als Fussnote – um den Sohn des Cousins von Arnold Schwarzenegger. ( Zum Artikel » )


                                                                              Bild Pius Amrein/Neue LZ

Keine nachgestellten Szenen
Am wichtigsten sei es gewesen, nicht reisserisch an die Themen heranzugehen, wie Produzentin Helen Stehli Pfister gegenüber der «20 Minuten» sagte. Aus diesem Grund würden die Verbrechen auch nicht mit Schauspielern fiktional nachgestellt – eine Praxis, wie sie etwa bei ähnlichen US-Formaten gang und gäbe ist. Vielmehr greife man auf Archivmaterial und Symbolbilder zurück. Ziel sei es, eine Einsicht zu gewähren, die über den einzelnen Fall hinaus gehe. Beispielsweise beim «Todespfleger aus der Innerschweiz» stelle sich die Frage, welche Rolle die gesellschaftlichen Umstände oder die Situation in den Pflegeheimen gespielt haben, wie sie gegenüber der Gratiszeitung weiter sagte. Viele Verwandte und enge Freunde von Opfern würden in den DOK-Filmen Auskunft geben – einige von ihnen hätten vorher noch gar nie mit den Medien geredet. Dies sei für sie ein klarer Beweis, wie sensibel seitens der Filmemacher an die Sache herangegangen seien.

scd