DOKUMENTATION: «Wätterschmöcker» kommen bald ins Kino

Die Wetterpropheten erlangen erneut Filmehren. Und es zeichnet sich ab, dass die sieben naturverbundenen Innerschwyzer Metereologen zufriedener als beim ersten Versuch sein werden.

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Drei der Wetterpropheten (von links): Martin Horat, Alois Holdener und Martin Holdener. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Drei der Wetterpropheten (von links): Martin Horat, Alois Holdener und Martin Holdener. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Die so genannten «Wätterschmöcker» sagen jeweils für ein halbes Jahr das Wetter voraus – anhand von Tieren, Pflanzen, Winden und Chroniken. Der gleichnamige Film, der im Januar Premiere im Mythenforum in Schwyz hat, setzt sich generell «mit Fragen rund ums Wetter auseinander und zeigt im Wandel der Jahreszeiten die Schönheiten der Mythenregion und des Muotatals» auf, wie es auf der Website zum Film, bei dem der Brunner Thomas Horat Regie führt, heisst. «Landschaftsbilder, die Musik der Hujässler, der unverfälschte Dialekt und die Vertrautheit mit den Hauptpersonen geben dem Film eine zusätzliche Note.»

Unterhaltsame Prognosen – vollbesetztes Haus
Die Wetterpropheten «glänzen durch ihr breites Wissen und die amüsanten Einlagen» an den halbjährlichen Versammlungen, an denen der neue Wetterkönig auserkoren wird, wie es weiter heisst. Bis über 700 Zuschauer aus der ganzen Schweiz nehmen jeweils an diesem Ereignis teil. Der 1947 im Muotatal gegründete «Meteorologen-Verein Innerschwyz» wächst von Jahr zu Jahr und zählt heute über 2500 Mitglieder – Tendenz steigend.

«Wätterschmöcker» hat auch zum Ziel, einen «Brückenschlag zwischen Stadt und Land» zu schaffen: «Er macht das für viele Stadtleute fremde Landleben visuell und akustisch erlebbar und zeigt, dass es auch jenseits des WorldWideWeb, des Hype und der Coolness ein Leben gibt.» Der Kontrast zwischen Stadt und Land finde seinen Höhepunkt in der Begegnung zweier Wetterpropheten mit dem Luzerner Meteorologen Thomas Bucheli in Zürich: In der computerisierten Wetterstation des «Schweizer Fernsehens» prallen Gegensätze aufeinander.

«Muotathaler werden als Halbschlaue dargestellt»
Es handelt sich übrigens nicht um den ersten Dokumentarfilm – nur war die Freude über das 2007 fertiggestellte und bei einem estnischen Festival ausgezeichnete Werk «Die Wetterpropheten» des deutschen Filmemachers Christoph Felder etwas gar einseitig: «Ich bekam viele böse Anrufe», hatte der damalige Wetterschmöcker-Präsident Josef Bürgler seinerzeit verlauten lassen. «Denn im Film werden wir Muotathaler als Halbschlaue dargestellt.» Sehr zum Ärger Bürglers kommen zum Beispiel Szenen vor, die Muotathaler beim «Fressen eines Poulets» zeigen. «Das ist richtig eklig, so sind wir nicht», so Bürgler. «Da hätten sie lieber ein schönes Restaurant hier in der Umgebung gezeigt. Dies hätte zur Wertschätzung der Region beigetragen.»

Insgesamt bekomme man den Eindruck, «im Muotatal gäbe es nur komische Originale». Diese Vorwürfe wollte Felder nicht gelten lassen: Er habe in seinem Film das Zusammenspiel von Natur und Mensch zeigen wollen.

scd/red

HINWEIS

Die Premiere findet am 20. Januar 2010 im Mythenforum in Schwyz statt, weitere Vorstellungen folgen an den Solothurner Filmtagen und in Brunnen.