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Interview

Buochser Lehrer: «Fotografieren hat für mich viel mit Lust zu tun»

Bruno Schuler ist leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Über 100 Bilder des 53-jährigen Nidwaldners sind in der Zeitung veröffentlicht worden. Im Interview verrät der Lehrer, warum er im Unterricht fast nie Bilder von sich zeigt und wie man Heuschrecken überlistet.
Roger Rüegger
Bruno Schuler auf dem Inseli mit einigen seiner Lieblingsmodellen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 7. Februar 2019))

Bruno Schuler auf dem Inseli mit einigen seiner Lieblingsmodellen. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 7. Februar 2019))

Sie senden regelmässig Leserbilder ein, von denen bis jetzt 102 in der Zeitung veröffentlicht wurden. Sie müssen eine Unmenge Fotos gespeichert haben.

Bruno Schuler: Es sind Tausende. Mir graute davor, alle durchzusehen und zu löschen. Darunter sind nämlich auch viele schlechte, die ich nicht mehr sehen will. Ich habe mir deshalb Festplatten als Speicherplatz zugelegt.

Alle löschen ist keine Option?

Das kann ich auch nicht. Inzwischen aber entferne ich schlechte Fotos nach dem Sortieren sofort.

(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
Der Fotograf erhielt auch schon eine Zuschrift einer Leserin. (Bild: Leser Bruno Schuler)Der Fotograf erhielt auch schon eine Zuschrift einer Leserin. (Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
(Bild: Leser Bruno Schuler)(Bild: Leser Bruno Schuler)
15 Bilder

Tolle meist tierische Bilder von unserem Leser Bruno Schuler aus Buochs

Senden Sie auch deshalb so viele Bilder ein, es sind übrigens fast nur Tiere, damit wir die für Sie verwalten?

Das habe ich so nie überlegt, aber man könnte es meinen. Nach der Publikation eines Bildes ist es für mich wie erledigt. Die Bilder mache ich ja nicht für den Computer, sondern um den Leuten Freude zu bereiten. Und ja, ich fotografiere Tiere. Ich bevorzuge Leben und Bewegung auf den Bildern.

Ist die Kamera immer dabei?

An Wochenenden oder in den Ferien nehme ich mir Zeit. Fotografieren hat für mich viel mit Lust zu tun. Es kann aber sein, dass ich die Kamera mehrere Wochen nicht in die Hand nehme.

Sie fotografieren Störche, Möwen, Heuschrecken und Bienen. Wem zeigen Sie die Bilder, die unsere Leser nicht sehen? Sie quälen doch nicht etwa Ihre Schüler mit stundenlangen Bildvorträgen, so wie es Hobbyfotografen gerne mit Ferienfotos tun?

Nein, ich benutze wenig Bilder im Unterricht. Zuletzt zeigte ich im Naturkundeunterricht ein paar. Die meisten Kinder wissen aber nicht, dass ich der Fotograf bin. Wie gesagt, schlechte Bilder lösche ich inzwischen, die guten verwende ich ab und zu für persönliche Glückwunschkarten.

Ihre Bilder erzählen meistens Geschichten. Suchen Sie bewusst Situationen oder entstehen die auf der Pirsch?

Auf der Suche bin ich nicht. Storys ergeben sich, wenn man sich Zeit nimmt. Als ich einmal beim Inseli in Luzern einen Sack mit Brot dabei hatte, um Möwen zu füttern, haben sich hinter meinem Rücken Spatzen über die Krümel hergemacht. Diese Szenen habe ich festgehalten und die Bilder an die Zeitung geschickt.

Sie müssen auf Ihren Fotosafaris geduldig ausharren, wie ein Angler. Kehren Sie auch mal ohne Beute heim?

Das kommt vor. Es kann sein, dass ich während des Fotografierens den Drive verliere und abbreche. Das macht mir nichts aus, denn mein Anreiz ist es, ein besonders gutes Foto zu schiessen. Andererseits gibt’s Tage, da passiert stundenlang nichts, und ich harre trotzdem aus. Weil ich überzeugt bin, dass ich ein tolles Bild mitnehme.

Ist es dann auch so?

Meistens. Es ist vielleicht ein sechster Sinn, der mich hindert abzubrechen. Wenn ich in drei Stunden nur zwei Bilder mache, bin ich trotzdem zufrieden.

Hat es etwas Meditatives, mit der Kamera zu warten?

Unbedingt. Man muss sich Zeit nehmen. Deshalb ist Fotografie für mich ein idealer Ausgleich zum Alltag. Da ich Tiere fotografiere und auch auf Makrofotografie umgestellt habe, bin ich auf den Augenblick konzentriert. Ich habe nur einen Moment Zeit, abzudrücken. Wenn ich den verpasse, ist nichts auf dem Foto oder nur ein Flügel einer Libelle.

Bilder zum Entspannen von der Bildung, nicht schlecht. Wie verbunden sind Sie den Tieren, die Sie ablichten?

Sehr. Inzwischen weiss ich, wie einzelne Arten ticken. Ich stellte fest, dass mich manche genauso beobachten, wie ich sie. Vor allem Libellen und Heuschrecken. Letztere muss ich beim Fotografieren überlisten. Die blicken von der Kamera weg. Also lenke ich sie mit der linken Hand ab, damit sie in die andere Richtung blicken, direkt in meine Linse.

Sehr listig. Funktioniert das?

Fast immer. Und eben die Libellen. Die Neugierigen fliegen immer wieder in meine Nähe, so dass ich ihre Flugbahn ausrechnen kann und gute Aufnahmen von ihnen bekomme. Es gibt aber auch solche, die sich verziehen, wenn ich auftauche.

Bienen sind ebenfalls beliebte Motive von Ihnen. Haben die auch Eigenheiten?

Sie sind ganz anders. Bienen haben einen Auftrag und fliegen von Blüte zu Blüte. Es interessiert die nicht, was um sie herum passiert.

Eine Zeit lang fotografierten Sie Störche in Buochs. Was wissen Sie von denen?

Wir haben sechs Störche im Ort. Die verbringen seit einigen Jahren auch die Winter hier und fliegen nicht mehr in den Süden.

Was man von Ihnen nicht sieht, sind Sonnenuntergänge und Landschaftsbilder. Sind die Ihnen zu langweilig?

Klar ja. Mich reizt die Bewegung mehr – und dass ich im richtigen Moment abdrücken muss.

Erhalten Sie auf veröffentlichte Bilder Rückmeldungen?

Immer wieder.

Von Leuten, die Sie kennen?

Auch von solchen, die ich noch nie gesehen habe. So hat mir eine Italienerin aus Luzern auf ein Leserbild einer Heuschrecke folgenden Brief geschrieben: «Bis jetzt kaufte ich jede Woche ein Dutzend Heugümper für meine Nachtigalle. Nun ich habe mich entschieden, sie nicht mehr fressen zu lassen, sondern sie leben zu lassen». Deshalb habe sie eine Box mit Luftschlitzen gekauft und wechsle jeden zweiten Tag Gräser und Futter. Sie gebe den Tieren Apfelschnitze und Wasser. Trotzdem würden die nur eine Woche leben. Sie bat mich um Rat.

Eine Leserin bat Bruno Schuler um Rat, damit ihre Heuschrecken nicht eingehen.

Eine Leserin bat Bruno Schuler um Rat, damit ihre Heuschrecken nicht eingehen.

Und?

Ich schrieb ihr, dass ich nur Bilder mache und kein Tierexperte bin.

Solche Feedbacks sind schön.

Sehr. Ein Herr aus Coppet (VD) gratuliert mir zu meinen «Meisterwerken» und teilte mir mit, dass ich in der Westschweiz ein Pendant habe, der auf «24heures» fleissig Bilder einsendet.

Welchen Anspruch stellen Sie an sich als Fotograf?

Mir liegt viel daran, ein spezielles Bild zu machen. Mittelmass befriedigt mich nicht. Was mich reizt, ist das Handwerk der Fotografie. Ich stelle Blende und Belichtungszeit selber ein, und ich bearbeite meine Bilder nie, ich schneide sie nur. Das meiste habe ich mir selber beigebracht.

Bei den Dampferfreunden sind Sie im Vorstand. Machen Sie bei Dampfschiffen als Fotograf eine Ausnahme? Die Maschinen leben ja nicht.

Für die Dampferfreunde mache ich schon Fotos von Schiffen. Und auch von Versammlungen. Das steckt jeweils genug Leben drin.

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