DURCHGANGSZENTRUM: Zum Einkaufen gehen sie nach Brunnen

Dreimal pro Woche versammeln sich vorwiegend dunkelhäutige Asylbewerber an verschiedenen Orten in Brunnen. Diese Treffen sorgen auch für Verunsicherungen.

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Dawit Hebte (v.l.), Tekle Berhe und Mussie Araya aus Eritrea sind seit zwei Monaten in Morschach. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Dawit Hebte (v.l.), Tekle Berhe und Mussie Araya aus Eritrea sind seit zwei Monaten in Morschach. (Bild Daniela Bellandi/Neue SZ)

Jeden Montag, Mittwoch und Samstag versammeln sich in Brunnen beim Bahnhofsmärcht, auf dem Gemeindeparkplatz oder am See grosse Gruppen von Menschen mit dunkler Hautfarbe. «Warum das? Was machen die denn immer hier?» sind Stimmen aus der Bevölkerung zu vernehmen. Gewisse Unsicherheiten, ja sogar Ängste sind spürbar.

Dreimal pro Woche werden die Bewohner des Durchgangszentrums Degenbalm der Caritas Schweiz in Morschach mit einem Bus nach Brunnen gefahren. Dann gehen die Asylsuchenden einkaufen. Dies müssen sie selber erledigen, genau so wie kochen, putzen, waschen und andere Arbeiten im und ums Haus. Dass es sich fast ausschliesslich um dunkelhäutige Menschen handelt, hat damit zu tun, dass seit ungefähr einem Jahr vorwiegend Menschen aus Eritrea, Somalia und Sri Lanka bei uns Asyl suchen. In diesen Ländern herrschen nach wie vor Kriegszustände.

«Die Schweizer sind sehr freundlich»
Das Durchgangszentrum Degenbalm platzt aus allen Nähten. Eigentlich bietet es 90 Asylsuchenden Platz. Momentan sind es jedoch 95, die dort auf den Transfer in die Gemeinden warten. Normalerweise bleibt ein Flüchtling 6 bis 9 Monate in einem Durchgangszentrum. Während dieser Zeit soll er etwas Deutsch lernen und sich mit unserer Kultur und unseren Gewohnheiten vertraut machen können.

Nebst täglichem Deutschunterricht wird den Menschen gezeigt, wie sie sich im Schweizer Alltag möglichst schnell zurechtfinden können. Dazu gehören der Umgang mit Geld und eben das Einkaufen. «Für uns ist das nicht nur eine willkommene Abwechslung», sagt der 29-jährige Dawit Hebte aus Eritrea, «sondern wir lernen auch sehr viel dabei». Nach den Einkäufen versammeln sich die Asylsuchenden in Gruppen und warten darauf, bis sie vom Bus wieder abgeholt und nach Morschach gebracht werden. «Die Schweizer sind sehr freundlich», sagt Dawit Hebte, «manchmal wollen sie wissen, woher wir kommen und ob es uns hier gefällt.»

Daniela Bellandi

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Schwyzer Zeitung.