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Sie möchte Akteurin der Kirche sein

Der Herbert-Haag-Preis 2019 geht an Jungwacht Blauring (Jubla). Die Luzernerin Dominique Weber, Co-Präsidentin vom Jubla-Kantonalverband, spricht über Sinn, Zweck und Aufgabe der Jugendorganisation.
Vera Rüttimann
Die Luzernerin Dominique Weber ist engagierte Jubla-Frau. Ihre vielen Verantwortlichkeiten fordern sie täglich aufs Neue. (Bild: Vera Rüttimann, Luzern, 27. Màrz 2019)

Die Luzernerin Dominique Weber ist engagierte Jubla-Frau. Ihre vielen Verantwortlichkeiten fordern sie täglich aufs Neue. (Bild: Vera Rüttimann, Luzern, 27. Màrz 2019)

Vor dem Hotel Schweizerhof in Luzern spielten sich vor der Herbert-Haag-Preisverleihung un­gewöhnliche Szenen ab: Fast 300 Menschen tummelten sich um Feuerschalen und grillierten Marshmallows – Jugendliche im Freizeitdress und ältere Menschen im feinen Zwirn. Vor der Johanneskirche gab ein Jubla-Mitglied einen Poetry Slam zum Besten. Es war das Opening für die offizielle Preisverleihung im Saal, an dem Delegierte der 15 Kantonalverbände und Mitglieder des nationalen Vorstands im Namen von Jungwacht Blauring teilnahmen. Mit dabei war auch Dominique Weber.

«Der Herbert-Haag-Preis ist eine grosse Anerkennung der Arbeit, welche die Jubla macht», sagt die vielbeschäftigte Frau. Derzeit macht sie beim Fastenopfer ein Praktikum im Bereich Kommunikation und Campaigning. Zugleich ist sie Co-Präsidentin vom Kantonalverband Jubla-Kanton Luzern und Co-Präsidentin des Lieder- und Kulturfestes (Kulti 19), einem Festival für Jubla-Leitende. Das Rüstzeug für all das bezieht sie aus ihrer langjährigen Erfahrung in der Jubla.Schon als Kind liess sie sich von einer Jugendlichen, mit der sie oft spielte, für die Jubla begeistern. «Was sie mir vom Blauring erzählte, fand ich cool», sagt Dominique Weber. In der 2. Primarklasse Ende der 1990er-Jahre trat sie dann selbst dem Blauring Zell bei.

Gemeinschaft und Anerkennung erfahren

Dominique Weber, die Arbeits- und Organisationspsychologie ­studiert hat, erläutert, was ihr am Blauring von Beginn an gefiel: Die Gruppenstunden, die Begegnung mit anderen Kindern und natürlich die Sommerlager. Vor allem dasjenige 2005 in St. Ursanne blieb ihr in Erinnerung, als sie zur Leiterin «getauft» wurde. «Es war ein schönes Gefühl, erstmals für andere Kinder Verantwortung zu übernehmen», sagt die junge Luzernerin. Und dann nennt sie einen weiteren Hauptpunkt: «Die Jubla ist ein Ort, an dem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Gemeinschaft erleben und Anerkennung erfahren können.» Das habe auch sie sehr geprägt. Mit dieser Erfahrung steht Dominique Weber nicht alleine. Das Lagerleben gefiel schon einem anderen prominenten Luzerner: Der heute 91-jährige Theologe Hans Küng war ein Jungwächter und hat sich von früh auf engagiert, bis zum Schar- und Kreisführer.

Mit Kirche und Religion sei sie vor allem durch den Muttertags-Gottesdienst in Berührung gekommen, den sie mit dem Blauring Zell jeweils gestaltete. «Dort sprach ich die Fürbitten und wurde so mit dem Thema Glauben konfrontiert», sagt sie. Ebenso intensiv an den vielen Lagerfeuern in Sommerlagern, wo man sich über Lebensfragen austauschte. In diesem Zusammenhang nennt Dominique Weber auch das Ranft-Treffen, an dem sie seit 2014 regelmässig teilnimmt und das heute einer der grösseren Jubla-Anlässe sei.

Vielfältige Verbandsarbeit

Gut vernetzt arbeitete Dominique Weber bald auch in Verbandsfunktion auf kantonaler Ebene der Jubla. Von erfahrenen Kursleitenden wurde sie angefragt, J+S-Ausbildungskurse für junge Leitende zu leiten. Als erfahrene Jubla-Frau brachte sie ihnen bei, welche Spiele für Kinder geeignet sind, wie man mit verschiedenen Altersstufen umgeht und welche Bedürfnisse und Interessen sie haben. Sie vermittelte auch, welche Rechte und Pflichten Leitende haben. Und nicht zuletzt: wie man ein spannendes Lager für Kinder organisiert.

In die Verbandsarbeit auf nationaler Ebene rutsche sie wiederum durch einen Kurs, bei dem zwei Mitglieder von Chiro, dem katholischen Jugendverband der Philippinen, anwesend waren. «Sie haben mich sehr beeindruckt. So wurde ich Mitglied bei der nationalen Fachgruppe Phi­lippinen der Jubla und reiste 2015 im Rahmen des Austauschprogrammes in dieses Land», erzählt sie. Hier und auch bei anderen Begebenheiten habe sie das Weitumspannende der katholischen Kirche kennen und schätzen gelernt. Die begeisterte Stimmung erlebe sie auch immer wieder an Grossanlässen der Jubla wie dem Lieder- und Kulturfest (Kulti) oder beim Jublaversum.

Nicht Objekt, sondern gestaltendes Subjekt

Dominique Weber hat wie viele in ihrem Umfeld in den letzten Jahren mitbekommen, dass die Jubla einen intensiven Reflexionsprozess durchgemacht und ihr Selbstverständnis auf den Prüfstein gestellt hat. Gut gefallen haben ihr an der Preisverleihung die Worte von Silvio Foscan, Co-Präsident der Jubla Schweiz, der in seinem Referat mit dem Titel «Verstaubtes weglassen, Gesundes zulassen» sagte, dass die Jubla nicht mehr Betreuungsobjekt einer grossen Institution sein wolle, sondern selbstständig ins Leben hinausgehen und Brücken bauen möchte. «Sie will Teil dieser Kirche sein. Nicht Objekt sein, sondern gestaltendes Subjekt», betont Dominique Weber.

Für die Jubla investiert sie wöchentlich viele Stunden ehrenamtliche Arbeit. Warum sie nach all den Jahren noch immer bei der Jubla ist, darüber muss die Luzernerin nicht lange nachdenken: «Alle diese verschiedenen Aufgaben in den unterschiedlichen Gremien fordern mich heraus. Und genau diese Herausforderung brauche ich für mich.» Auch die starken Freundschaften, welche entstehen, sind ein wichtiger Faktor, warum sie sich nach wie vor in der Jubla engagiert. Die Jubla setze sich zudem für eine offene und tolerante Kirche ohne Ausgrenzung ein. Eine Kirche, die der Welt und dem Zeitgeschehen lebensbejahend und positiv gegenüberstehe und die Stimme der Jugend aktiv vorantreibe.

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