EINSIEDELN: Die Mutter des Babys hat einen Brief beigelegt

Am Freitag wurde wiederum ein Baby in das Babyfenster am Regionalspital in Einsiedeln gelegt. Das Mädchen ist kerngesund, wie die Vormundschaftsbehörde des Bezirks Einsiedeln mitteilte.

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So präsentiert sich das Einsiedler Babyfenster von innen (gestellte Szene ohne echtes Baby). (Bild Alexandra Wey/Neue SZ)

So präsentiert sich das Einsiedler Babyfenster von innen (gestellte Szene ohne echtes Baby). (Bild Alexandra Wey/Neue SZ)

Die anonyme Mutter hat mit dem Baby auch einen Brief ins Fenster gelegt, wie Dominik Müggler, Präsident der Stiftung Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK), auf deren Initiative das Fenster eingerichtet wurde, bestätigt. «Der Brief ist auf eine sehr liebevolle, positive Art geschrieben», sagt Müggler. «Ich bin mir sicher, dass diese Geschichte noch nicht fertig ist.»

Behörden müssen abwarten
Doch der Brief bietet keine Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Mutter zu ziehen. «Sie hat sich über diesen Schritt lange Gedanken gemacht und wohlüberlegt gehandelt», meint Müggler. Wie bei den anderen drei Fällen ist die Vormundschaftsbehörde ihrer Pflicht nachgekommen. Sie hat öffentlich bekannt gemacht, dass das Baby gefunden wurde, und die Eltern dazu aufgerufen, sich zu melden.

Müggler ist es ein Anliegen, der anonymen Mutter zu gratulieren, denn diese habe aufgrund einer persönlichen Notsituation allein und heimlich gebären müssen.

Ein Kind zurück bei der Mutter
Und was geschah eigentlich mit den drei Babys, die zwischen 2002 und 2005 im Babyfenster gefunden wurden? Das erste Baby, ein Mädchen, wurde laut angaben der SHMK im September 2002 im Babyfenster gefunden. Die Mutter des Kindes hatte sich nicht gemeldet, und das Kind wurde zur Adoption freigegeben. Später wurde der Stiftung SHMK aus dem Umfeld der Mutter mitgeteilt, dass diese verstorben sei.

Im zweiten Fall legte eine unbekannte Mutter im April 2005 einen Jungen ins Babyfenster. Zwei Monate später meldeten sich die Eltern des Kindes und nahmen es wieder nach Hause. Das dritte Baby lag im September des gleichen Jahres im Babyfenster. Die Mutter des Mädchens meldete sich zwar, holte ihr Kind jedoch nicht nach Hause. Nach einem halben Jahr wurde das Baby zur Adoption freigegeben.

Nadia Reichlin

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.