EINSIEDELN: Neuer Lebensraum für Gelbbauchunken

Die Gelbbauchunke wurde im Gebiet Lauenen 2008 entdeckt. Nun bietet sich unweit eine Lebensraumerweiterung.

Urs Gusset
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Kennzeichen der Gelbbauchunke ist die gelb-schwarze Unterseite. (Bild: PD)

Kennzeichen der Gelbbauchunke ist die gelb-schwarze Unterseite. (Bild: PD)

Das Ehepaar Traute und Heinrich Fliedner staunte am 9. Juni 2008 nicht schlecht, als es beim Erforschen von Libellen in einer alten Lehmgrube im Gebiet Lauenen, 200 Meter nördlich des Kugelfangs der Schiessanlage Ried, Gelbbauchunken entdeckte. Typisches Kennzeichen der kaum fünf Zentimeter grossen Gelbbauchunke ist die namensgebende Unterseite, die eine intensive, gelb-schwarze Zeichnung aufweist. Die Gelbbauchunke ist deutlich kleiner als die Erdkröte und kann am ehesten mit der Geburtshelferkröte verwechselt werden. Doch das Ehepaar Fliedner täuschte sich damals nicht.

200 Meter weiter

Eine Lebensraumerweiterung für die Gelbbauchunke bietet sich nun ohne Kostenerhöhung, bei der Sanierung des Kugelfangs der Schiessanlage Ried, die 1,124 Millionen Franken kostet und nächste Woche beginnen sollte. Als ökologischer Ausgleich werden auf Klosterboden kleine Teiche angelegt. Neue Lebensräume für die Gelbbauchunke zu schaffen, ist bei unseren lehmigen Böden ohne grossen Aufwand möglich. Schon eine Reifenspur eines Traktors oder Geländefahrzeugs, gefüllt mit Regenwasser, genügt. Die jüngste Ausholzung des vor 40 Jahren gepflanzten Waldes oberhalb des Kugelfangs der Schiessanlage Ried drückte durch das Befahren mit dem schweren Holzerntefahrzeug bereits einige kleine Tümpel in den Lehm.

Die Distanz zwischen der alten Lehmgrube und dem neu zu schaffenden, 100 Quadratmeter grossen Lebensraum, beträgt 200 Meter. Gelbbauchunken gelten als wanderfreudig und können neue Lebensräume sogar über mehrere Kilometer besiedeln. Solche Neubesiedlungen erfolgen weitgehend durch Jungtiere.