EINSIEDELN: Professor verzichtet auf Einbürgerungsgesuch

Nachdem die Bezirksversammlung Einsiedeln dem ETH-Professor Irving J. Dunn im Oktober 2014 den Schweizer Pass verwehrt hatte, wird der Amerikaner nun definitiv kein zweites Gesuch einreichen.

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Irving Dunn verzichtet auf ein zweites Einbürgerungsgesuch. (Bild: PD)

Irving Dunn verzichtet auf ein zweites Einbürgerungsgesuch. (Bild: PD)

Der Professor bestätigte am Montag einen Bericht in der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Er habe gedacht, ein zweites Prozedere sei «billiger und einfacher», sagte Irving J. Dunn auf Anfrage. Die Einsiedler Behörden hätten ihm lediglich mitgeteilt, dass er bei einem erneuten Anlauf 3100 Franken statt 3600 Franken für ein erneutes Verfahren bezahlen müsse.

Bezirksammann Hermann Betschart sagte auf Anfrage, Einsiedeln habe sich vor dem Fall Dunn noch nie mit der Einreichung eines zweiten Gesuchs befassen müssen. «Deshalb mussten wir zuerst neue Richtlinien erlassen», sagte Betschart.

Dafür nahm der Bezirksrat Rücksprache mit dem Kanton Schwyz, der ihn darauf aufmerksam machte, dass auch bei einem zweiten Einbürgerungsgesuch das gesamte Prozedere durchgemacht werden müsse.

Weil aber beispielsweise die obligatorische Botschaft des Bezirksrats oder das Gesuch mit der Empfehlung nicht nochmals neu verfasst werden müsse, könne ein Teil der Gebühr gespart werden. «Deshalb hätten wir Dunn einen Rabatt von 500 Franken gewährt», sagte Betschart.

«Keine Tragödie»

Für den Kalifornier ist der in Aussicht gestellte Rabatt zu wenig. Zumal ihm die Einbürgerung ja noch nicht garantiert sei, sagte der ETH-Professor. Er betonte aber auch, dass der abschlägige Entscheid für ihn «keine Tragödie» sei. Erfreulich an der Geschichte sei, dass sie eine wichtige Diskussion ausgelöst habe.

Im Oktober 2014 hatte die Bezirksversammlung von Einsiedeln das Einbürgerungsgesuch des 75-Jährigen, der seit 39 Jahren im Einsiedler Ortsteil Gross lebt, auf Antrag des Bezirksrats abgelehnt. Dunn ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und ist Mitglied eines Tennis- und Segelclubs.

Die Ablehnung war vor allem damit begründet worden, dass der Gesuchsteller beim Einbürgerungsgespräch die kommunalen Verhältnisse nicht gut genug gekannt habe. Der Entscheid hatte hohe Wellen geworfen.

sda