Einsiedeln: So viel Regen wie noch nie Anfang Juni

Die Regenfälle der letzten Tage haben die Wasserpegel der Schweizer Seen ansteigen lassen. In Einsiedeln hat es in den letzten zwei Wochen so viel geregnet wie noch nie seit Messbeginn.

Drucken
Teilen
Der Pfäffikersee im Kanton Zürich tritt teilweise über die Ufer. (Bild: Keystone)

Der Pfäffikersee im Kanton Zürich tritt teilweise über die Ufer. (Bild: Keystone)

Bei der Station Einsiedeln fiel zwischen dem 1. und 12. Juni mit 214 Millimeter so viel Regen wie noch nie seit Messbeginn im Jahr 1900 für diese Zeitspanne. Allerdings finden sich für Einsiedeln übers ganze Jahr betrachtet einige 12-Tagesperioden mit deutlich mehr Niederschlag. Der Pegel des Vierwaldstättersees ist in den letzten Tagen angestiegen, liegt aber mit 45 cm deutlich unter der Hochwasser-Alarmgrenze. Auch der Pegel des Zuger Sees liegt rund 30 cm über dem Schnitt für diese Jahreszeit, wie ein Blick auf das Naturgefahren-Bulletin des Bundesamts für Umwelt am Mittwochabend zeigt. Für Zentralschweizer Gewässer besteht keine Hochwassergefahr.

Der Pfäffikersee im Kanton Zürich tritt teilweise über die Ufer. (Bild: Keystone)

Der Pfäffikersee im Kanton Zürich tritt teilweise über die Ufer. (Bild: Keystone)

Hochwasser am Bodensee

Anders sieht die Situation am Bodensee aus: Das Bundesamt sagt eine erhebliche Hochwassergefahr voraus. Die maximalen Pegelstände der Fliessgewässer sind in den meisten Fällen bereits im Verlaufe der Nacht zum Mittwoch erreicht worden. Die Pegel des Bodensees, des Zürichsees und des Walensees befanden sich am Mittwoch in der Gefahrenzone 2 (mässige Gefahr). Die Pegel von Walensee und Zürichsee hingegen werden ihre Höhepunkte am Mittwoch erreicht haben, zumal die kommenden Tage weniger oder keine Niederschläge mehr bringen werden. Auch die Temperaturen werden wieder ansteigen, wie die Wetterdienste vermelden.

Niederschlagsdefizit teils aufgeholt

Mit der aktuellen Niederschlagsphase wurde das seit Jahresbeginn herrschende Niederschlagsdefizit in vielen Regionen der Deutschweiz ausgeglichen, wie MeteoSchweiz am Mittwoch bekanntgab. In der Westschweiz, insbesondere im Wallis, herrschten aber nach wie vor zu trockene Wetterverhältnisse.

In Teilen der Zentral- und Ostschweiz, in Graubünden sowie teilweise auch auf der Alpensüdseite sind in der ersten Juni-Hälfte bisher bereits 100 bis 140 Prozent der üblichen Niederschlagsmengen für den gesamten Monat Juni gefallen, wie auch Meteomedia feststellte.

rem/sda