Einsprache gegen SBB-Pläne

Der Schwyzer Gemeinderat erhebt Einsprache gegen Pläne der SBB, der zwischen Steinen und Schwyz mehr Güterzzüge fahren lassen will. Man sorgt sich um den Lärm und die Vernachlässigung des Personenverkehrs.

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Ein Güterzug unterhalb einer Signalbrücke im Seewener Riedmattli. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Ein Güterzug unterhalb einer Signalbrücke im Seewener Riedmattli. (Bild: Bert Schnüriger / Neue SZ)

Der Gemeinderat Schwyz hat Einsprache erhoben gegen eine Verkürzung der sogenannten Zugfolgezeiten zwischen Steinen und Schwyz. Damit werde ein Ausbau des regionalen Personenverkehrs auf der Schiene erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht. Dies schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung.

Die SBB beabsichtigt, die Güterzüge auf diesem Streckenabschnitt künftig im Abstand von drei und nicht mehr wie bisher von vier Minuten zu führen. Mit den verkürzten Zugfolgezeiten könnte die Frequenz der Güterzüge beinahe verdoppelt werden, während jene der Personenzüge unverändert bliebe.

Zwar werde von den SBB zugesichert, dass bei der Umsetzung dieser Massnahme weniger lange Güterzüge geführt werden und dass vermehrt das verbesserte Rollmaterial zum Einsatz kommen soll. Der Lärmbeurteilungspegel würde sich dadurch nicht massiv erhöhen, meint die SBB.

Der Gemeinderat Schwyz habe zu dieser Aussage einige Bedenken und verlangt mit seiner Einsprache, dass „bereits jetzt aufgezeigt wird, welche konkreten Massnahmen im Fall der Nichterreichung der angestrebten Lärmreduktion getroffen“ werden.

Erhöhte Kapazität für Personenverkehr gefordert

Ein besonderes Anliegen ist der Gemeinde der Erhalt und Ausbau des öV. Wenn die Zahl der Personenzüge nicht, wohl aber jene der Güterzüge erhöht werden sollen, dann ist ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht mehr möglich. Dies sei auf der Gotthardlinie aber nicht nur erwünscht, sondern ein ausgewiesenes Bedürfnis. Die Schaffung von zusätzlicher Kapazität für den Personenverkehr ist weiter dadurch begründet, dass in den nächsten Jahren in den Gemeinden Ingenbohl und Schwyz mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mit seiner Einsprache verlangt der Gemeinderat Schwyz «klare und verbindliche Zusagen, ob bei einer allfälligen Genehmigung der vorliegenden Plangenehmigung künftig noch Ausbaumöglichkeiten für den Personenverkehr bestehen.» Mit einer insgesamt vergleichbaren Begründung habe im Übrigen auch der Gemeinderat Steinen sich mit einer Einsprache gegen die SBB-Pläne gewandt, so der Schwyzer Gemeinderat.

pd/kst